Kommentar über Philipp Amthor

Ein Geschmäckle

Es spricht nichts dagegen, wenn ein Abgeordneter Kontakte zu Unternehmen pflegt. Aber der Fall von Philipp Amthor hat mindestens ein Geschmäckle, meint Norbert Holst.
16.06.2020, 05:00
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Ein Geschmäckle
Von Norbert Holst
Ein Geschmäckle

Philipp Amthor, CDU-Bundestagsabgeordneter, bekommt in der Lobbyaffäre Kritik aus der eigenen Partei.

Jens Büttner/DPA

Philipp Amthor spricht lediglich von einem Fehler, den er gemacht habe. Es war ein riesiger Fehler, der kaum zu entschuldigen ist. Der Fall erweckt den Eindruck, dass ein Bundestagsabgeordneter käuflich ist. Das ist nicht gut für CDU, und das ist auch nicht gut für das Image der Politik. Und bei Amthor handelt es sich ja nicht um einen namenlosen Hinterbänkler, der 27-Jährige galt als Jungstar der Partei, war Stammgast in diversen TV-Talkshows. Nun hat seine steile Karriere einen Knick.

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Es spricht nichts dagegen, wenn ein Abgeordneter Kontakte zu Unternehmen pflegt, zum Beispiel zu einer wichtigen Firma aus seinem Wahlkreis. Aber Amthor hat klassische Lobbyisten-Arbeit für ein Start-up aus New York geleistet, sogar zwei hochrangig besetzte Treffen im Wirtschaftsministerium arrangiert. Und er fand nichts dabei, im Gegenzug einen hübschen Titel („Board Member“) und mehr als 2700 Anteilsoptionen der Firma zu bekommen. Das Ganze hat mindestens ein Geschmäckle. Für Amthor wird es nun eng. Auch Parteikollegen äußern bereits Kritik an seinem Verhalten. Die Rolle als Hoffnungsträger dürfte damit jäh beendet sein – zumindest vorläufig.

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