300 Erstsemester an der Jacobs University Die Neuen sind da

Das neue Semester an der Jacobs University beginnt, rund 300 Studenten kommen dafür aus der ganzen Welt nach Bremen. Am Mittwoch zeigten ältere Studenten den Neuen zu Beginn der Orientation Week den Campus. Wir stellen vier der neuen Studenten vor.
27.08.2014, 00:00
Lesedauer: 4 Min
Zur Merkliste
Die Neuen sind da
Von Kathrin Aldenhoff

Grohn. Das neue Semester an der Jacobs University beginnt, rund 300 Studenten kommen dafür aus der ganzen Welt nach Bremen. Am Mittwoch zeigten ältere Studenten den Neuen zu Beginn der Orientation Week den Campus. Wir stellen vier der neuen Studenten vor.

Aous Shaheen kommt aus der Stadt Ramallah in Palästina. Der 17-Jährige hat dort gerade seinen High-School-Abschluss gemacht und stand vor der Wahl: Entweder in den USA oder in Deutschland wollte er studieren. Dann hat er sich für Bremen entscheiden, weil er hörte, dass die Jacobs University eine der Top-Unis in Deutschland sein soll. Er fühle sich sicher hier, sicherer als in den USA, sagt der junge Mann. Er trägt eine helle Hose, Hemd und Sakko, stellt sich als „freshman“ vor. So werden an US-Colleges die neuen Studenten genannt. Integrated Social and Cognitive Psychology heißt sein Studiengang. Vor zehn Tagen reiste er zum ersten Mal in seinem Leben nach Deutschland. Seine Eltern und sein Bruder kamen mit, um ihm die ersten Tage leichter zu machen. Er hat schon die Bremer Innenstadt erkundet, ist nach Hamburg und Amsterdam gereist, um sich einzugewöhnen. Die Menschen seien sehr freundlich hier, sagt er. „Hier ist alles anders als in Ramallah. Angefangen bei den Gebäuden bis zur politischen Lage.“ Drei Jahre dauert sein Studiengang. Auch wenn an der Jacobs University alles auf Englisch läuft, will er Deutsch lernen. „Für so eine lange Zeit lohnt sich das.“

Orchid Ammar kommt aus der ägyptischen Hauptstadt Kairo. Beim Rundgang über den Campus trägt die 17-Jährige eine große Handtasche über der Schulter. Als die Gruppe vor dem Campus-Supermarkt steht, erkundigt sie sich sofort nach den Öffnungszeiten. Sie kennt Deutschland, war schon in Frankfurt und München. Und sie wollte unbedingt hier studieren. „Ich liebe dieses Land“, sagt sie. In Sachen Wissenschaft sei Deutschland „the place to be“. Und sie plane eine Karriere in der Wissenschaft. Im Frühjahr entschied sie sich für Bremen, weil ihr das interdisziplinäre Studienprogramm der Jacobs University gefällt. Sie wird die kommenden drei Jahre den Bachelor-Studiengang Biochemistry and Cell Biology studieren.Vor einigen Tagen kam sie in Bremen an, ihre Mutter ist bei ihr, die ersten Tage verbrachten sie in einem Hotel in Vegesack. Sie schauten sich die Stadt an und waren vor allem von der Natur begeistert: „Hier ist alles so grün.“ Wenn ihr Studium beginnt, wird sie wie die anderen Neuen in ein Zimmer auf dem Campus ziehen. Ihre Mitbewohnerin hat sie schon kennengelernt – im Zug auf dem Weg nach Bremen.

Yong In kommt aus Seoul, der Hauptstadt von Südkorea. Der 19-Jährige beginnt sein erstes Studium in Bremen, Global Humanities heißt sein Bachelor-Programm. Er ist in Bremen gelandet, weil ihm die Jacobs University ein Stipendium anbot, ohne das er nicht hätte studieren können. Und er habe gehört, dass die Uni in seinem Fachbereich sehr anerkannt sei. Vor zwei Tagen kam er nach Deutschland, ganz allein, zum ersten Mal. Ein langer Flug – anstrengend sei das gewesen und er sehr nervös. Inzwischen hat er sein Zimmer auf dem Campus bezogen, hat sich umgesehen und sich schon ein bisschen eingelebt. Beim Rundgang über den Campus unterhält er sich mit den anderen Neuen, tauscht erste Erfahrungen aus und begutachtet interessiert den Sportplatz der Uni. Vor seiner Reise hat er viel gehört über Deutschland, Vorurteile und Klischees: Die Menschen seien streng und kalt. „Das finde ich aber gar nicht, gerade die jungen Leute hier sind sehr offen und freundlich, sie haben mich sehr nett aufgenommen.“ Seine Freunde haben versprochen, ihn in den Winterferien besuchen zu kommen. So ganz glaubt er noch nicht daran, weil der Weg sehr weit und die Flüge sehr teuer seien. „Aber wer weiß?“, sagt er und grinst.

Paige Snow ist Amerikanerin, sie kommt aus Texas. Die 19-Jährige wird an der Jacobs University Cognitive Psychology and Neuroscience studieren. Nach Europa und speziell an diese Uni wollte sie wegen der kulturellen Vielfalt. „Hier kann ich ganz unterschiedliche Menschen aus vielen verschiedenen Ländern und mit unterschiedlichen Erfahrungen treffen. Daheim in Texas kann ich das nicht.“ Auch das Studienprogramm an der Uni hat sie überzeugt, die Kombination aus Lehre und Forschung, und nicht zuletzt der Campus in Bremen-Nord. Im April war sie schon einmal da, hat eine Campus-Tour mitgemacht und so einen ersten Einblick gewonnen. Der hat sie überzeugt. Von Bremen selbst wusste sie bisher aber fast nichts. Als sie vor einigen Tagen ankam, ist sie mit ihren Eltern erst einmal die Innenstadt abgelaufen. „Ich finde die Architektur toll, die verschiedenen Stile. Für mich ist das einzigartig.“ Ihre Eltern sind inzwischen schon wieder weg, sie machen Sightseeing in Italien. Paige Snow war unterdessen einkaufen, Kleinigkeiten für ihr Zimmer besorgen, für das Studium. Sie hofft, dass viele Freunde aus den USA kommen, um sie hier in Bremen zu besuchen. „Ich habe mit einigen darüber gesprochen und die haben gesagt, sie überlegen es sich.“ Wenn nur die Flüge nicht so teuer wären.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+