1701 Kinder unversorgt

Die Not mit den Kita-Plätzen

Bereits im vergangenen Jahr wurden mehrere Notmaßnahmen angekündigt und noch immer sind 1701 Kinder unversorgt. Durch zusätzliche Gruppen und Mobilebauten sollen nun bis August Plätze geschaffen werden.
20.01.2017, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Die Not mit den Kita-Plätzen
Von Sabine Doll
Die Not mit den Kita-Plätzen

Bremen braucht schnell mehr Kita-Plätze. An diesem Freitag tagt der Unterausschuss der Bildungsdeputation.

dpa

Bereits im vergangenen Jahr wurden mehrere Notmaßnahmen angekündigt und noch immer sind 1701 Kinder unversorgt. Durch zusätzliche Gruppen und Mobilebauten sollen nun bis August Plätze geschaffen werden.

Die Anmeldephase für das neue Kita-Jahr ist bereits angelaufen, die Bildungsbehörde von Senatorin Claudia Bogedan (SPD) ist derzeit jedoch noch vollauf damit beschäftigt, Kinder ohne Kita-Platz aus der vergangenen Anmeldephase unterzubringen.

Um 9 Uhr an diesem Freitagmorgen kommt der Unterausschuss der Bildungsdeputation zusammen, um sich auf den aktuellen Stand des Platzausbaus für das kommende Kindergartenjahr und die Lage der nach wie vor unversorgten Kinder zu bringen. In einem Bericht für das Treffen wird die Zahl dieser Kinder mit 1701 angegeben.

Notmaßnahmen wurden bereits im letzten Jahr angekündigt

Die Senatorin hatte bereits im Sommer und Herbst vergangenen Jahres mehrere Notmaßnahmen angekündigt, mit denen neue Plätze geschaffen werden sollen. Neben dem Neubau und Erweiterungen bestehender Kitas hatte Bogedan unter anderem angekündigt, die Größe der Gruppen auszuweiten. Dafür müsste aber die entsprechende Richtlinie geändert und dies vom Senat beschlossen werden.

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Nach Informationen des WESER-KURIER sollte dies im Januar geschehen, den Informationen zufolge ist dieser Beschluss zunächst verschoben worden. Wie viele Plätze durch neue Gruppengrößen kurzfristig geschaffen werden können, dazu könne die Behörde noch nichts sagen.

In Gruppen für unter Dreijährige sind bislang zehn Kinder untergebracht, bei den über Dreijährigen sind es 20. Die Aufstockung der Gruppen soll auch am Freitag Thema im Unterausschuss sein, vor allem die Träger und Elternvereine sehen größere Gruppen kritisch. Sie machen sich Sorgen um die Qualität der Betreuung und befürchten eine Standardabsenkung, weil es nicht genug Fachkräfte für die Betreuung gebe, so die Kritik.

145 zusätzliche Gruppen geplant

Aus dem Papier geht hervor, dass für das Kindergartenjahr 2017/18 insgesamt 145 zusätzliche Gruppen geplant sind, 73 sollen durch Neubauten und Erweiterungen und 72 Gruppen durch das „Sofortprogramm Mobilbau“ geschaffen werden. Konkret heißt das: Container werden aufgestellt.

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Außerdem soll in der Sitzung an diesem Freitag die „Trägerauswahl für sechs Mobilbaustandorte“ im Stadtgebiet beschlossen werden: Nach Informationen in dem Papier soll an der Grundschule Mahndorf Kita Bremen der Träger sein, am Standort Grundschule Auf den Heuen die Hans-Wendt-Stiftung, an der Freiligrathstraße das Deutsche Rote Kreuz, an der Langwedeler Straße die Kinderzentren Kunterbunt und an der Theodor-Billroth-Straße die Arbeiterwohlfahrt (Awo).

1400 Plätze durch Mobilbauten

Nach Auskunft der Behörde sollen durch Mobilbauten 1400 Plätze geschaffen werden. Sie geht davon aus, dass der Betrieb zum kommenden Kita-Jahr ab dem 1. August beginnen kann. Die Module für die Container müssten noch geliefert werden und für eine Betriebserlaubnis den Ansprüchen des Landesjugendamts genügen.

Die Bildungsbehörde hatte im November den Bedarf an Kita-Plätzen nach oben korrigiert: Bis zum Jahr 2020 müssen danach 4100 zusätzliche Plätze geschaffen werden. Das Ausbau-Programm werde insgesamt 230 Millionen Euro kosten, 196 Millionen Euro davon sind im laufenden Doppelhaushalt eingeplant. 55 neue Einrichtungen sollen entstehen.

Die Senatorin musste im Sommer heftige Kritik einstecken, als erstmals die Zahl der fehlenden Plätze genannt wurde. Hunderte Eltern standen zu Beginn des Kita-Jahres ohne Platz da. Der Vorwurf: Der zusätzliche Bedarf habe sich lange abgezeichnet, die Behörde aber darauf nicht reagiert.

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