Zukunft der Bremer Kliniken Die Patienten müssen Vertrauen haben

Osterholz. Die Klinikleitung, der Betriebsrat, Vertreter von Gesundheit Nord und Gesundheitsstaatsrat Hermann Schulte-Sasse diskutierten im Krankenhaus Ost über die Zukunft der Bremer Kliniken. Die Redner stellten sich dabei gegenseitig ein gutes Zeugnis aus und hoben die Stärken des Klinikums Ost hervor.
27.04.2010, 11:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Christian Behrens

Osterholz. Die Klinikleitung, der Betriebsrat, Vertreter von Gesundheit Nord und Gesundheitsstaatsrat Hermann Schulte-Sasse diskutierten im Krankenhaus Ost über die Zukunft der Bremer Kliniken. Die Redner stellten sich dabei gegenseitig ein gutes Zeugnis aus und hoben die Stärken des Klinikums Ost hervor.

Hermann Schulte-Sasse bekleidet seit September 2007 das Amt des Staatsrates für Gesundheit. 'Wir standen damals mit einem Bein im Abgrund', erinnert Schulte-Sasse an den Beginn seiner Amtszeit. Mittlerweile habe sich die Situation aber deutlich verbessert - auch durch Einsparungen beim Personal. 'Damals hatten wir einen Anteil von 74 Prozent Personalkosten an den Gesamtausgaben. Der deutschlandweite Durchschnitt liegt bei 64 Prozent', erklärte er. Bei gleichen Preisen für die Behandlung sei das auf Dauer nicht finanzierbar gewesen. 'Wir müssen viel, viel Personal abbauen, um überhaupt eine Chance zu haben.'

Stärke durch vier Standorte

Ein wichtiger Grundstein für die Zukunft ist nach Ansicht Schulte-Sasses die Festlegung auf die bestehenden vier kommunalen Krankenhäuser. Würde ein Standort gestrichen, bedeute das eine Schwächung des gesamten Klinikverbundes Gesundheit Nord. 'Es ist ja nicht garantiert, dass die Patienten bei uns bleiben, wenn ein Krankenhaus in ihrer Nähe schließt.' Deshalb sei der Erhalt der vier Kliniken fest im Koalitionsvertrag verankert.

Als Stärke des Klinikums Bremen-Ost hat Gesundheit Nord-Geschäftsführer Diethelm Hansen insbesondere das Lungenzentrum ausgemacht: 'Das ist ein großes Alleinstellungsmerkmal, das im weiten Umkreis beispiellos ist.' Darüber hinaus sei man mit der Geriatrie und der Psychologie im Hause bestens auf die wachsende Zahl von Demenzkranken vorbereitet. Mit dem Aufbau des Zentrums für minimal-invasive Chirurgie mache das Klinikum Ost eine 'einmalige Expertise' sichtbar.

Dass neben der Veränderung in der inneren Struktur des Krankenhauses auch äußere Renovierungen notwendig sind, ist allen Beteiligten bewusst. 'Wir haben dort erheblichen Bedarf, was die Planung für die nächsten zwanzig, dreißig Jahre angeht. Zur Zeit läuft deshalb auch eine Ausschreibung unter Architekten für das Projekt', sagt Diethelm Hansen. Teil der Planungen ist die Einrichtung eines Ärztehauses.

Dem Ruf nach einer Suchtklinik erteilte Hansen indes eine Absage. 'Dafür bräuchten wir nach Auflagen der deutschen Rentenversicherung ein neues Gebäude. Das ist nicht finanzierbar.'

Für die Zukunft wünscht sich Hermann Schulte-Sasse eine Verkleinerung der Bremer Krankenhauslandschaft. 'Objektiv haben wir zu viele Betten. Unser Ziel muss sein, die notwendige Bereinigung bei den nicht-städtischen Krankenhäusern anzusiedeln.' Dazu sei es vor allem nötig, am Image der Kliniken zu arbeiten. 'Wir hatten hier jahrelang einen Selbstzerfleischungsdrang. Bei Problemen, die normalerweise innerbetrieblich gelöst werden, wurde immer sofort die Presse angerufen.' Diesen Nachteil hätten die privaten Krankenhäuser nicht gehabt. 'Wir brauchen mehr Patienten und die kommen nur, wenn sie Vertrauen haben.'

Ein Problem, dem sich auch die Bremer Kliniken in Zukunft stellen müssten, sei die Altersstruktur der Beschäftigten. 'Wir brauchen einen gesunden Mix. Momentan sind wir im Prozess der Überalterung', sagte Monika Rüßmann. 'Wir müssen unsere Attraktivität transparent machen, um junge Mitarbeiter zu gewinnen', so die pflegerische Geschäftsführerin des Klinikums Ost, Sabine Weinhold-Witt. Durch das integrative Bildungszentrum des Hauses müssten die Auszubildenden dauerhaft gebunden werden.

Susanne Kröhl (SPD), die die Diskussion moderierte, ließ es sich nicht nehmen, noch einmal die Osterholzer zu loben. 'Wenn der Stadtteil weiter so zusammenhält, sind wir auf einem guten Weg.'

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