Ibrahim Aslan, Matthias Märtens und Veton Maliqi an der Trendwende bei der SAV ganz maßgeblich beteiligt Die Retter aus der Reserve

Vegesack. Die Retter kommen aus der Reserve: Seit Ibrahim Aslan, Matthias Märtens und Veton Maliqi als Trio in der Startformation des Fußball-Bremen-Ligisten SG Aumund-Vegesack stehen, geht es endlich bergauf. 3:0 gegen den Blumenthaler SV, 3:0 gegen OT Bremen - die Negativserie des Teams von Interimstrainer Jörg Schröder ist beendet, der Abstand zu den Abstiegsplätzen beträgt plötzlich stattliche sieben Zähler.
22.04.2010, 22:51
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Von Jens Pillnick

Vegesack. Die Retter kommen aus der Reserve: Seit Ibrahim Aslan, Matthias Märtens und Veton Maliqi als Trio in der Startformation des Fußball-Bremen-Ligisten SG Aumund-Vegesack stehen, geht es endlich bergauf. 3:0 gegen den Blumenthaler SV, 3:0 gegen OT Bremen - die Negativserie des Teams von Interimstrainer Jörg Schröder ist beendet, der Abstand zu den Abstiegsplätzen beträgt plötzlich stattliche sieben Zähler.

'Sie spielen eine große, eine wichtige Rolle', gibt Jörg Schröder freimütig zu, dass die Trendwende eng mit den drei Akteuren aus dem Bezirksliga-Kader verbunden ist. Spieler, die von der Qualität her aber natürlich keine Bezirksliga- sondern Bremen-Liga-Spieler sind. 'Ein Vorbild an Einsatzwillen und Zweikampfstärke, ausgestattet mit einer gesunden Härte und pflegeleicht', beschreibt Schröder den in der Abwehrkette spielenden Veton Maliqi.

Über Bremen-Liga-Erfahrung verfügen die beiden anderen, die ebenfalls aus der Jugend des Lüssumer TV stammen: Matthias Märtens spielte zuletzt beim TuS Schwachhausen, Ibrahim Aslan war bis zu seinem Kreuzbandriss und folgendem Wechsel zur SAV der Shootingstar und Torschütze vom Dienst beim Blumenthaler SV.

'Guter Techniker'

'Ein guter Techniker mit Zug nach vorn. Er kann Tore vorbereiten und selber machen', nennt Jörg Schröder die Vorzüge des robusten Mittelfeldmannes Matthias 'Matze' Märtens. Im Fall Ibrahim Aslan lässt der SAV-Coach einfach Zahlen sprechen und sich nicht vom Gerede anderer stören, dass der 21-Jährige nach seinem Kreuzbandriss unrund laufen würde. Zahlen, wie die gegen Blumenthal und OT jeweils erzielten zwei Tore. Aber auch Zahlen, die die Ballsicherheit und Ballfertigkeit von Aslan beschreiben: 'Wenn wir zehn Bälle in die Spitze auf ihn spielen, bleiben neun davon bei uns. Ohne ihn kamen neun postwendend zurück.'

Die Qualität eines Fußballers, der kurz davor stand, die Fußballschuhe in jungen Jahres bereits an den Nagel zu hängen. 'Nach meinem Kreuzbandriss wollte ich aufhören', erinnert sich Ibrahim Aslan, doch Sabri Mrad, der jetzige Trainer der SAV-Reserve, holte ihn aus diesem Loch, kümmerte sich um einen OP-Termin und päppelte ihn behutsam wieder auf. Schon jetzt dankt er es ihm und nimmt die Doppelbelastung in der ersten und zweiten Herren auf sich und will auch im kommenden Jahr, wenn er von Beginn an im Kader der ersten Mannschaft stehen wird, nach besten Kräften aushelfen.

'Wir drei gehen immer zusammen auf den Platz und spielen für Sabri. Er hat uns geformt', spricht auch Matthias Märtens nur in höchsten Tönen vom Coach der SAV-Reserve, der - wie auch Märtens, Aslan und Maliqi - viele Jahre beim Lüssumer TV tätig war.

Ein neuer Mann für die Abwehr (Maliqi, Spitzname Toni), einer fürs Mittelfeld (Märtens) und einer für den Angriff (Aslan, Spitzname Semmo) - idealer konnte die Ergänzung für die vor kurzem noch stark abstiegsbedrohte SAV nicht sein. 'Toni zu mir, ich zu Semmo, und Semmo macht was draus', beschreibt Märtens nicht einen bestimmten Angriff, aber einen in den jüngsten beiden Partien öfters praktizierten Angriffszug. Trotz des augenscheinlichen Zusammenhanges, dass das Trio den Erfolg zur SAV zurückbrachte, gibt sich Märtens als Teamplayer: 'Den Erfolg nur an uns festzumachen, würde den anderen nicht gerecht werden.' Dem stimmt Jörg Schröder zu, er legt Wert darauf, dass die gesamte Mannschaft OT 'niedergekämpft hat und auch die anderen gut drauf sind.'

Drei aus dem Kader mussten nun aber einen Platz auf der Reservebank einnehmen, und auch diesbezüglich spricht Schröder Klartext: 'Uns liefen die Spiele weg, ich musste reagieren. Auf Einzelschicksale konnte ich keine Rücksicht nehmen.'

Dass das Mitwirken bei den neuen Mitspielern gut ankommt, unterstreicht der im Mittelfeld wieder aufblühende Johannes Metschuck: Wir freuen uns, wenn uns gute Spieler helfen - das muss man ihnen hoch anrechnen. Sie geben immer Vollgas. Toni Maliqi kämpft, ackert und grätscht, Matze Märtens macht Dampf und Semmo die Tore.'

Ob die Retter aus der Reserve aber auch am morgigen Sonnabend gemeinsam gegen den OSC Bremerhaven auflaufen ist äußerst fraglich. Die Knieverletzung, mit der sich Veton Maliqi seit Monaten plagt, wurde jetzt am Dienstag als Meniskusschaden diagnostiziert - OP-Termin am 7. Mai.

'Wenn es nicht unbedingt sein muss, dann spiele ich nicht. Aber ich würde mich auch für die Mannschaft opfern', erklärt der 20-jährige Maliqi, den sein Verletzungspech 'richtig traurig' macht. Die letzte Entscheidung kommt nun Trainer Jörg Schröder zu und ist richtig schwierig. Denn die drei spielen in seiner Mannschaft schließlich 'eine große, wichtige Rolle'

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