Peking Haus Vahr

Die Soße ist eine Zumutung

Das chinesische Restaurant ist durchaus beliebt, doch der Geschmack lässt bei vielen Gerichten zu wünschen übrig: Frühlingsrollen ohne Gemüsefüllung und glibberige Suppe. Doch der Preis ist in Ordnung.
27.10.2015, 09:45
Lesedauer: 3 Min
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Von Karina Skwirblies
Die Soße ist eine Zumutung

Schneidet eher mäßig ab: Das Restaurant Peking Haus an der Vahrer Straße

Kuhaupt

Das chinesische Restaurant ist durchaus beliebt, doch der Geschmack lässt bei vielen Gerichten zu wünschen übrig: Frühlingsrollen ohne Gemüsefüllung und glibberige Suppe. Doch der Preis ist in Ordnung.

Das Restaurant Peking Haus Vahr sieht aus, als hätte es immer schon an dieser Stelle gestanden: Ein großes Haus an der Vahrer Straße, das schon etwas Patina angesetzt hat. Auch im großzügigen Inneren begrüßen den Gast die klassischen Elemente eines chinesischen Restaurants in Deutschland. Rote Ballonlampen, winkende Katzen, ein großer Buddha und chinesische Gemälde.

Mit einem Begleiter lasse ich mich von der umfangreichen Mittagskarte, die draußen aushängt, ins Peking Haus Vahr locken. Der Gast kann zwischen 15 Gerichten wählen. Von gebratenen Nudeln mit Rindfleisch (5,90 Euro), gebratenem Eierreis mit Hühnerfleisch (5,90 Euro) oder Hühnerbrust mit acht Kostbarkeiten (7 Euro) bis zu Schweinefleisch mit Sojabohnenkeimen (6,50 Euro) und knusprig gebackenem Fischfilet (6,50 Euro). Vegetarische Gerichte gibt es nicht, stellt mein Begleiter enttäuscht fest. 13 Fleisch- und zwei Fischgerichte bietet das Peking Haus Vahr an.

Zu einem Mittagessen gehören immer eine Peking-Suppe oder Mini-Rollen sowie ein Nachtisch dazu. Die resolute chinesische Kellnerin, die uns bedient, strahlt Kompetenz und Routine aus. Bei ihr sind wir in guten Händen. Außer uns sitzen rund zehn weitere Gäste im Peking Haus Vahr. Das Restaurant ist durchaus beliebt, hat es den Eindruck. Ich entscheide mich für die Ente Shanghai (kross) auf scharfem, chinesischem Gemüse und die Peking-Suppe für 7,50 Euro. Mein Begleiter bestellt knusprig gebackenes Fischfilet mit Curry und Mini-Rollen für 6,50 Euro.

Die Vorspeisen sind schnell serviert. Meine Peking-Suppe ist schön heiß und gehaltvoll. Sie schmeckt leicht säuerlich und ist von etwas glibberiger Konsistenz, das Glutamat schmeckt man durch. Ein Genuss ist es nicht, aber ich habe schon schlimmere Peking-Suppen erlebt. Mein Begleiter erhält vier kleine Frühlingsrollen mit kaum auffindbarer Gemüsefüllung. Sie sind außen kross und innen matschig, ebenfalls keine kulinarische Offenbarung. Ein Pluspunkt ist der Krautsalat mit Gurke und Tomate, der beiliegt.

Dann kommen die Hauptgerichte. Statt des Fisches bekommt mein Begleiter zunächst ein Schweinefleischgericht. Der Irrtum wird schnell korrigiert. Die Zubereitungszeit beträgt im Peking Haus Vahr anscheinend nur zwei bis drei Minuten, was nicht auf Frische schließen lässt.

Der körnige Klebreis ist reichlich vorhanden und gut. Die Ente Shanghai besteht aus einer sehr großen Portion knusprig gebratener Entenfleischstückchen auf Gemüse. Das Fleisch ist von gutem Geschmack mit etwas Fett. Genug, dass das Fleisch nicht trocken schmeckt, aber auch nicht zu viel. Das Gemüse besteht aus Kohl, Bambus, Karotten, Paprika und chinesischen Morcheln. Eine gute Mischung, wenn die Soße nicht wieder mit Glutamat verseucht wäre. Sie ist weder scharf noch schmackhaft. Alles in allem ein gutes Essen zu einem sehr guten Preis, das durch die Soße jedoch beeinträchtigt wird.

Mein Begleiter hat es dagegen wesentlich schlechter getroffen. Er erhält überbackene Fischstückchen in einer Currysoße, die langweilig, künstlich und glibberig schmeckt: Eine unappetitliche Zumutung. Wo der Fisch nicht in der Soße gelandet ist, ist die Panade noch kross und akzeptabel. Dies ist aber nur bei einigen wenigen Stücken der Fall. Der Rest ist in der Soße aufgeweicht und zu schwabbeligen Bällchen verkommen, die nur noch breiig schmecken. Dem Gemüse muss man zugute halten, dass es frisch zubereitet ist: Champignons, Zwiebeln, Lauch und Bambus. Insgesamt aber ist die Speise nicht akzeptabel.

Als Nachtisch erhalten wir je eine Portion gemischte Früchte aus der Konserve, gegen die nichts einzuwenden ist.

Peking Haus Vahr, Vahrer Straße 246, 28329 Bremen, Telefon 463257. Getränkepreise: Kaffee 2 Euro, Wasser (0,25 l) 1,80 Euro, Softdrinks (0,2 l) 1,80 Euro, Bier (0,33 l) 2,50 Euro, Schoppenweine (0,2 l) 3,20 Euro.

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