Figurentheater „Mensch, Puppe!“ feiert Geburtstag mit Aufführungen von Kollegen aus ganz Deutschland Die Stadtmusikanten fliehen nach Berlin

Ostertor. Herr K. ist beunruhigt, als er am Morgen seines 30.
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Von Matthias Holthaus

Ostertor. Herr K. ist beunruhigt, als er am Morgen seines 30. Geburtstages verhaftet wird. Was hat er getan? „Mensch, Puppe!“ zeigt in Franz Kafkas „Der Prozess“, wie Herr K. verzweifelt versucht, Klarheit zu schaffen, und doch in den Abgrund taumelt. Nach der erfolgreichen Premiere der intensiven Kafkaeske hat das Figurentheater im Theaterkontor Schildstraße aber auch noch etwas anderes zu feiern: Es wird sechs Jahre alt und begeht dieses Ereignis vom 2. bis 5. November mit einem Festival.

„Wir wollen andere Bühnen einladen, um auch mal andere Theater kennenzulernen“, sagt Jeannette Luft. Die Crème de la Crème der Puppenbühnen in Deutschland sei vertreten. Und Leo Mosler ergänzt: „Manche bewerben sich, es sind aber auch solche, die wir toll finden. Auf alle Fälle muss es aber auch reinpassen.“ In das Haus an der Schildstraße 21 passt auf jeden Fall das Stück des „Theaters Zitadelle“ aus Berlin, das am Donnerstag, 2. November, um 20 Uhr das Festival mit einem Stück eröffnet, das Bremer aufhorchen lässt: „Die Berliner Stadtmusikanten“, Kuh, Wolf, Katze und Spatz warten im Altersheim „Zum Sonnenschein“ in der Brandenburgischen Uckermark auf ihren Tod und denken, dass sie doch irgendwie noch etwas Besseres verdient haben. Das schlecht gelaunte Pflegepersonal sieht das anders, und so wollen die vier alten Freunde nach Berlin, um endlich mal was zu erleben. Sie büxen aus, laufen im Kreis, ohne es zu merken, und landen wieder vorm Altenheim, wo sie eine erstaunliche Entdeckung machen.

„Die Tiere sind sehr rührend, und jedes von ihnen hat eine eigene Biografie“, erzählt Regina Wagner vom Theater Zitadelle. „Die Tiere haben ihr Leben gelebt, und man weiß nicht genau, warum sie da sind.“ Die Dialoge, die die Tiere führen, seien sehr nahe an der Realität: „Es gab Zuschauer, die meinten, wir hätten im Altersheim recherchiert, denn da sei es genauso.“ Inzwischen gebe es bereits drei Teile der „Berliner Stadtmusikanten“. Das Bremer Publikum darf sich auf den ersten Teil freuen.

Auf der Eröffnungsparty nach dem Stück spielt das Bremer Trio Royal im Theaterkontor. Die Band interpretiert Klassiker des Swing, des Schlagers und der Popkultur, auch mit eigenen deutschen Texten, macht „Speed texting“ und bringt sogar Etüden auf der Nasenflöte. Die Eintrittskarten gelten für das Stück und für die Feier und kosten 21,50 Euro.

Während des Festivals wird das Ensemble von „Mensch, Puppe!“ die Zuschauerrolle einnehmen. „Das ist unser Geschenk an uns selbst. Wir spielen nicht, dafür spielen Freunde für uns“, sagt Ensemblemitglied Claudia Spörri. Und das, was sie und die Besucherinnen und Besucher zu sehen bekommen werden, ist äußerst vielfältig: Am Freitag, 3. November, gibt es um 20 Uhr ein Gastspiel von Lutz Großmann: „Kasper tot – Schluss mit lustig?“ ist ein Handpuppenspiel „an der Grenze zwischen Leben und Tod“. Der Eintritt kostet 16,50 Euro, ermäßigt 12,50 Euro.

Weiter geht es am Sonnabend, 4. November, um 20 Uhr, wenn Karl Huck von der Insel Hiddensee sein Marionettenspiel „Faust“, frei nach Goethe, zeigt. Der Eintritt kostet 16,50 Euro, ermäßigt 12,50 Euro. Am gleichen Tag wird er um 15 Uhr das Stück „Hase und Igel oder Lügen haben kurze Beine“ vor Kindern ab fünf Jahren aufführen. Jäger Kuno berichtet vom ungleichen Wettkampf. Und Birte Hebold vom Figurentheater „Eigentlich“ aus Frankfurt spielt am Sonntag, 5. November, um 15 Uhr das mit dem Karfunkel-Förderpreis prämierte Stück „Sieben Geißlein (… und der Wolf)“ für Kinder ab vier Jahren. Der Eintritt kostet jeweils acht Euro für Erwachsene und für Kinder sechs Euro, eine Familienkarte 23 Euro.

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