Bremerhaven schreibt DEL-Geschichte Die unfassbaren Pinguins

Die Fischtown Pinguins haben es tatsächlich geschafft: Am Freitagabend haben sie gegen den ERC Ingolstadt gesiegt und sich damit den vorentscheidenden zweiten Sieg in den Pre-Playoffs gesichert.
03.03.2017, 23:00
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Von Helge Hommers

Die Fischtown Pinguins haben es tatsächlich geschafft: Am Freitagabend haben sie gegen den ERC Ingolstadt gesiegt und sich damit den vorentscheidenden zweiten Sieg in den Pre-Playoffs gesichert.

15 Sekunden waren noch zwischen den Fischtown Pinguins und dem ERC Ingolstadt in der Bremerhavener Eisarena zu spielen. Auf den Sitzen hielt es die Heimfans da schon lange nicht mehr. Schließlich lag ihr Team mit einem Treffer in Führung und stand kurz vor dem Einzug ins Playoff-Viertelfinale. Doch der Puck war bei den Gästen, die ein letztes Mal die Lücke in der Pinguins-Defensive suchten – und sie nicht fanden. So siegten die Bremerhavener nach dem überraschenden 4:1-Auswärtserfolg am Mittwoch auch im zweiten Spiel der Pre-Playoffs mit 6:5 (2:1, 2:2, 2:2) und schreiben ihr Eishockey-Märchen weiter.

Bereits von Anpfiff an wurde deutlich, dass Pinguins-Torhüter Gerald „Jerry“ Kuhn an diesem Tag noch oft im Fokus stehen würde: Bereits nach 120 Sekunden hatte er fünf Schüsse pariert. Die Bremerhavener hatten zwar durch Center Rob Bordson die erste Chance der Partie (1.), kamen aber erst wieder im Powerplay vor das gegnerische Tor – und prompt stand es 1:0. Mike Hoeffel hatte nach einem Schuss von Jack Combs den Schläger hingehalten und den Puck über die Linie gelenkt (6.). Ingolstadt reagierte aggressiv.

Harte Checks und Handgreiflichkeiten waren die Folge. Nach einer Zeitstrafe gegen Bordson traf Laliberte zum Ausgleich (13.). Und es sah aus, als sollte es mit diesem Stand in die erste Pause gehen. Doch dann passte Bordson – erneut mit einem Mann mehr auf dem Eis – zehn Sekunden vor Drittelende auf den freistehenden Combs. Der Torjäger nahm den Puck aus spitzem Winkel direkt und jagte ihn ins Tor (19.). Zwei Pinguins-Treffer im Powerplay – dabei hatte das Überzahlspiel in der Hauptrunde nicht gerade zu ihren Stärken gehört.

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Zu Beginn des Mittelabschnitts standen sie sogar mit zwei Spielern mehr auf dem Eis. Zwingende Chancen blieben jedoch aus. Schlimmer noch: Nach einem gehaltenen Schuss spielte Ingolstadts Goalie Pielmeier in den Lauf von Elsner, der allein auf Kuhn zustürmte und ihm den Puck durch die Beine schob (25.). Keine zwei Minuten später traf Taticek nach einer Strafzeit gegen Pinguins-Kapitän Mike Moore zur ersten Führung für die Bayern (26.). Danach dominierte wieder der Gastgeber das Spielgeschehen und kam durch Jordan Owens zum verdienten Ausgleich (34). Hoeffel hatte mit seinem Schuss nur die Bande hinter dem Tor getroffen, doch von dort rutschte der Puck direkt zu Owens, der problemlos einschob.

Und dann wurde es laut in der ausverkauften Bremerhavener Eisarena: Nach einem Konter kam Jason Bast zum Abschluss, scheiterte aber an Pielmeier. Der mitgelaufene Ross Mauermann stand goldrichtig und traf zum 4:3, bevor er selbst ins Tor rutschte (34.). In den Restminuten des zweiten Drittels ging es wieder härter zu. Nach einem Check an der Bande blieb Jordan George benommen liegen, während das Publikum „Ist das alles, alles was ihr könnt?“ skandierte. Strafzeiten erhielten jedoch die Pinguins, die mit einer Fünf-gegen-Drei-Situation in den dritten Abschnitt starteten.

Dort nutzten die Gäste gleich zu Beginn die Freiräume und kamen durch Buck zum Ausgleich (41.). Doch die Pinguins hatten offensichtlich Gefallen am Überzahlspiel gefunden: Erst traf erneut Owens (42.), dann Bast (47.). Beide hatten im Powerplay einen Abpraller über die Linie geschoben. Dass die erste Zwei-Tore-Führung der Partie nicht lange Bestand haben würde, war wohl den meisten der 4639 Zuschauer klar. Knapp 60 Sekunden nach dem 6:4 erzielte Sacido den Anschlusstreffer (48.).

In den letzten Spielminuten war es durchgehend laut. Jeder abgeblockte Schuss wurde beklatscht, jede Parade von Kuhn mit „Jerry! Jerry“-Rufen begleitet. Der Rest ist DEL-Geschichte. Die Pinguins sind das erste Team, das es in seiner ersten DEL-Saison ins Viertelfinale der Meisterschaftsrunde geschafft hat – unfassbar.

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