Bremens Regierung befürwortet Kennzeichnung

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Nutri-Score

In Frankreich gibt es das Nährwertlogo Nutri-Score schon seit einigen Jahren – auch in Bremer Supermärkten findet man es jetzt immer häufiger. Wir erklären, was Verbraucher dazu wissen sollten.
20.01.2020, 15:18
Lesedauer: 2 Min
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Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Nutri-Score
Von Felix Wendler

Was ist Nutri-Score?

Nutri-Score ist eine in Frankreich entwickelte Kennzeichnung für Lebensmittel. Das System bezieht neben dem Gehalt an Zucker, Fett und Salz auch Bestandteile wie Proteine oder Ballaststoffe in eine Gesamtbewertung ein. Daraus ergibt sich ein Wert auf einer fünfstufigen Skala – von "A" auf dunkelgrünem Feld für die günstigste Bilanz über ein gelbes "C" bis zu einem roten "E" für die ungünstigste. Das zutreffende Feld wird hervorgehoben. Das Logo auf der Vorderseite der Packung soll die EU-weit verpflichtende Nährwerttabelle ergänzen.

Wie funktioniert die Berechnung genau?

Die Ermittlung des Wertes erfolgt immer auf der Basis von 100 Gramm, beziehungsweise 100 Milliliter bei Getränken und Suppen. Inhaltsstoffe wie Zucker und gesättigte Fettsäuren erhalten Punkte zwischen null und zehn, gesunde Anteile wie Obst und Gemüse zwischen null und fünf. Am Ende gilt: je weniger Punkte, desto besser die Kennzeichnung.

Wie verbreitet ist das System?

In Frankreich ist Nutri-Score mittlerweile flächendeckend verbreitet. Seit ungefähr zwei Jahren beteiligen sich die meisten Supermärkte und Discounter. Aufgrund der positiven Erfahrungen in Frankreich übernahm 2019 auch Belgien das System. Spanien, Portugal, Luxemburg und die Schweiz haben sich mittlerweile ebenfalls auf Nutri-Score-Kennzeichnungen von Lebensmitteln geeinigt.

Wie sieht es in Deutschland aus?

Seit Beginn des vergangenen Jahres findet man Produkte mit dem Nutri-Score-Logo auch in deutschen und Bremer Supermärkten. Der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern Nestlé startet jetzt die Kennzeichnung auf Tiefkühlpizzen. Im Laufe des Jahres sollen weitere Produkte folgen, darunter Suppen, Kaffee und Frühstücksflocken. Als erstes Unternehmen in Deutschland hatte Danone einige Milchprodukte mit dem Nutri-Score gekennzeichnet. Nach langem Streit hatte sich Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) im vergangenen Jahr auf Nutri-Score festgelegt und eine Verordnung dafür auf den Weg gebracht. Diese muss noch von der EU-Kommission gebilligt werden, in Kraft treten könnte sie dann frühestens im zweiten Halbjahr 2020.

Wie verbindlich ist Nutri-Score?

Die Teilnahme am Nutri-Score-Programm ist freiwillig. Auch die neue Verordnung wird daran nichts ändern. Wenn sich jedoch ein Unternehmen anmeldet, muss es innerhalb von zwei Jahren seine gesamten Produkte mit dem Nutri-Score auszeichnen – auch diejenigen mit einem schlechten Wert. Die Bremer Regierungsfraktionen befürworten übrigens den Nutri-Score grundsätzlich, fordern aber, dass die Kennzeichnung verpflichtend wird.

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Was muss man sonst noch wissen?

Die Datenbank Open Food Facts verzeichnet den Nutri-Score von vielen Produkten, die man auch in deutschen Supermärkten finden kann. Für bestimmte Lebensmittel wie Käse und Butter gibt es besondere Berechnungsregeln. Die Discounter Aldi und Lidl planen ebenfalls die Einführung des Nutri-Score – zunächst jedoch für die Hausmarken. Andere Unternehmen wollen erst die neue Verordnung abwarten. Während die Verbraucherzentrale die Einführung der neuen Kennzeichnung grundsätzlich begrüßt, äußeren andere Verbände auch Kritik an dem System. So bemängelt eine französische Prüforganisation, dass Nutri-Score keine Zusätze wie Farbstoffe und Konservierungsmittel berücksichtigt.

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