Neues Hulsberg-Viertel

Die Zeit drängt

Klarheit hätten die Mitglieder des Projektausschusses Neues Hulsberg-Viertel des Beirates Östliche Vorstadt gern: Was wird aus dem Bettenhaus? Und welche Institution zieht wann um?
24.01.2018, 19:23
Lesedauer: 2 Min
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Von Matthias Holthaus
Die Zeit drängt

Noch ist nicht sicher, ob das Bettenhaus stehenbleiben kann oder abgerissen wird. Gleichzeitig sind weitere wichtige Fragen zum Neuen Hulsberg-Viertel offen.

Christina Kuhaupt

„Es ist im Interesse der Grundstücksentwicklungsgesellschaft (GEG) und der Gesundheit Nord (Geno), dass das Planungsrecht so schnell wie möglich kommt“, hat Florian Kommer, der Geschäftsführer der GEG, im Projektausschuss Neues Hulsberg-Viertel des Beirates Östliche Vorstadt gesagt. Denn die Zeit ist neben der Zukunft des Bettenhauses ein großes Thema bei der weiteren Entwicklung des Quartiers.

Gerne hätten die Mitglieder des Projektausschusses mehr erfahren, doch die Geno wird erst Mitte bis Ende Februar weiter sein.Und vorher seien ein Sachstandsbericht zu Mobilität, Abfolge der Umzüge und ein Zeitplan, wann welche Institutionen umziehen, nicht sinnvoll, zitiert Ortsamtleiterin Hellena Harttung aus der Antwort.

Und auch Marion Skerra vom Bauressort kann den Projektausschuss nur auf die nahe Zukunft verweisen: „Das Projekt soll vor der Beschlussfassung der Deputation in den Senat, und das bereiten wir noch vor.“ Eine genaue Antwort auf die Frage des Beiratssprechers Steffen Eilers, ob die Senatsbefassung zum Thema vor den Osterferien vom Tisch sei, kann Marion Skerra nicht geben.

Das Bettenhaus soll nach Darstellung von Florian Kommer zwei weitere Jahre von der Geno genutzt werden. Unterdessen werden Haus 1, wo die Notfallaufnahme untergebracht ist, und Haus 2, Sitz der Medizinischen Klinik, umgebaut. Das entweder an der Stelle des Bettenhauses oder aber, falls das Gebäude erhalten bleibt, gleich daneben geplante Parkhaus kann daher wesentlich später gebaut werden. „Das finde ich kritisch, weil es ein Akzeptanzproblem für die Klinik bedeuten würde“, sagt Hellena Harttung dazu. „Außerdem würde das zu chaotischen und beengten Verhältnissen im Stadtteil führen.“ Der Beirat Östliche Vorstadt wünsche sich daher, dass das Parkhaus in der Planung vorgezogen werde, sagte die Ortsamtsleiterin weiter. Der Senator habe eine Anhandgabe des Bettenhauses versprochen, damit die Stadtteilgenossenschaft Hulsberg, die das Bettenhaus gerne als soziales Wohnprojekt betreiben möchte, innerhalb eines Jahres eine Machbarkeitsprüfung erstellen kann. Bei einer Umsetzung des Wohnprojektes könnte das Parkhaus dann neben das Bettenhaus gebaut werden.

Eine zeitliche Abschätzung, wie der Abriss und der Umzug insgesamt vonstattengehen soll, kann Florian Kommer nur grob abgeben: „Dort, wo das Ärztehaus entstehen soll, wird gerade das Gebäude abgerissen. Das hat einen sehr langen Planungs- und Umsetzungsvorlauf gehabt.“

Eine nicht unerhebliche Menge an Schadstoffen sei gefunden abgebaut worden, außerdem müsse auch ständig auf den laufenden Betrieb, auf Feuerwehrwege und insgesamt auf den Verkehr Rücksicht genommen werden. Außerdem seien Leitungen aus den vergangenen 150 Jahren im Boden, die teilweise ungenutzt seien, teilweise aber noch benötigt würden. „Wir wollen von der Geno für den weiteren Verlauf 95 Prozent Leitungsfreiheit. Erst dann, wenn wir den Sachverhalt der Leitungsfreiheit haben, können wir baulich tätig werden. Das wird Ende 2019, Anfang 2020 sein.“

Ob nun ein wegen des geplanten Umzuges der Kita aus der Friedrich-Karl-Straße auf das Gelände des Betty-Gleim-Hauses an der Bismarckstraße für die Dauer von drei Jahren ein Zeitdruck bestehe, möchte Peter Böhme, Sprecher des Bauausschusses, wissen. Grundsätzlich versuche die GEG, wendig zu sein. „Die Begehrlichkeiten sind vielzählig und unterschiedlich und mit jedem Monat und mit jedem Jahr werden diese Begehrlichkeiten nicht kleiner“, sagt Florian Kommer.

„Daher sage ich: Alles, was da weg kann, muss weg. Die Behelfslösungen lösen keine Probleme, sondern führen dazu, dass es weiter andauert.“ Für Florian Kommer steht fest: „Nichts ist dauerhafter als das Interim, wir müssen jetzt mal Klare Kante machen.“

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