Conrad Knieriem ist Wahlvorstand bei Friedehorst und kümmert sich um die Abwicklung des Urnengangs Dienst für die Demokratie

Wenn in wenigen Tagen die Europawahlen stattfinden, hat Conrad Knieriem einiges zu tun. Der gebürtige Lesumer ist Wahlvorstand auf dem Gelände der Stiftung Friedehorst.
22.05.2014, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Ulf Buschmann

Wenn in wenigen Tagen die Europawahlen stattfinden, hat Conrad Knieriem einiges zu tun. Der gebürtige Lesumer ist Wahlvorstand auf dem Gelände der Stiftung Friedehorst.

Wahlen haben bei ihm und seinen Kollegen immer mit viel Bewegung zu tun: Er muss den Kasten und seine lange Liste unter den Arm nehmen und das ganze Gelände abklappern. Schließlich sollen auch die Menschen mitmachen können, die nicht mehr gut zu Fuß oder gar bettlägerig sind. An dieser Schnittstelle zwischen Pflege und Politik bewegt sich Conrad Knieriem: Er ist Wahlvorstand für die Stiftung Friedehorst.

Und zwar dann, wenn am 25. Mai die Europawahl ansteht. Conrad Knieriem nämlich ist einer von mehreren Hundert ehrenamtlichen Wahlhelfern in Bremen-Nord – von denen es aber nie genug gibt. Bis zuletzt hat das Wahlamt noch händeringend Menschen gesucht, die sich in den Wahllokalen in den Stadtteilen Burglesum, Vegesack und Blumenthal um die Abwicklung der Stimmabgabe kümmern mögen. „Aufgabe der Wahlhelfer ist die Durchführung der Wahl, die Stimmenauszählung und das Feststellen des Wahlergebnisses. Für diese Tätigkeit wird ein Erfrischungsgeld von 30 Euro gezahlt“, schreibt das Wahlamt dazu.

Conrad Knieriem ist in diesem Geschäft ein alter Hase. Wann er genau angefangen hat, weiß er nicht mehr genau. Aber sieben Jahre seien es mindestens. Dazugekommen sei er eher durch Zufall. „Dann bin ich über die Jahre in die Aufgabe hineingewachsen“, sagt Conrad Knieriem, „es ist eine Aufgabe, die mir Spaß macht.“

Die Arbeit für ihn, der inzwischen nicht mehr Wahlhelfer, sondern Wahlvorstand ist, beginnt am 24. Mai, also einen Tag vor dem Urnengang. Zwischen 9.30 Uhr und 13 Uhr muss Conrad Knieriem das Wählerverzeichnis im Gustav-Heinemann-Bürgerhaus abholen. „Das sind Computerlisten“, klärt er auf. Darin sei vermerkt, wer einen Wahlschein habe. Conrad Knieriem ergänzt: „Alle Bewohner sind Wahlscheininhaber.“

Doch nicht alle Menschen, die auf dem Gelände der Stiftung Friedehorst leben, können das eigens eingerichtete Wahllokal im Verwaltungsgebäude aufsuchen. Deshalb ist es gute Tradition, dass aus dem Kreis der Wahlhelfer zwei sogenannte bewegliche Wahlvorstände gebildet werden, die die Wahlberechtigten aufsuchen. Und damit auch alles seine Richtigkeit hat, bekommen die Mitarbeiter jeder einzelnen Station die Wählerlisten zum Abgleichen.

Darüber hinaus müssen die Wahlhelfer alles das machen, was die Kollegen quer durchs Land auch tun müssen: Vor der Öffnung aller Wahllokale müssen die Muster der Stimmzettel ausgehängt werden. Und die Beschilderungen zu den Wahllokalen muss ebenfalls angebracht werden, denn jeder Wahlberechtigte ist einem Wahlbezirk zugeteilt. Er richtet sich nach dem Wohnsitz.

Ab 8 Uhr bis zur Schließung der Wahllokale geht es für die Wahlhelfer und -vorstände wie Conrad Knieriem an die eigentliche Wahlprozedur: Sie geben nach Vorlage des schon vor einigen Wochen mit der Post verschickten Wahlscheins und dem Abgleich mit dem Wählerverzeichnis die Stimmzettel aus. In Bremen stellen sich zum Beispiel Joachim Schuster von der SPD, Carl Kau von der CDU, Helga Trüpel von den Grünen, Sofia Leonidakis für Die Linke zur Wahl. Für die FDP versucht der ehemalige Landesvorsitzende Magnus Buhlert sein Glück. Prognosen geben auch der neuen Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) Chancen. Einen Kandidaten für Bremen gibt es nach Auskunft des Wahlamtes jedoch nicht.

Dafür zu sorgen, dass es möglich ist, den Urnengang am 25. Mai ordnungsgemäß über die Bühne zu bringen, ist für Conrad Knieriem schon eine Ehrensache. „Ich möchte mich in die Demokratie einbringen und nicht nur reden, sondern etwas tun“, betont er. Dies sei durchaus leistbar. Und: „Es ist eine sinnvolle Aufgabe, die auch noch Spaß macht.“

Selbstredend ist für Conrad Knieriem, dass er auch bei der nächsten Wahl wieder als Wahlvorstand dabei ist. Sie findet übrigens schon im kommenden Jahr statt: Am 10. Mai 2015 müssen die Menschen in Bremen und Bremerhaven über die Zusammensetzung der Bremischen Bürgerschaft befinden.

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