Schließungen und abgesagte Veranstaltungen

Coronavirus: Diese Einschränkungen gelten in Bremen

Das Coronavirus schränkt das öffentliche Leben in Bremen massiv ein. Der Bremer Senat hat die Maßnahmen verschärft. Ein Überblick.
16.03.2020, 17:01
Lesedauer: 4 Min
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Von Jan-Felix Jasch Sarah Haferkamp Vanessa Ranft
Coronavirus: Diese Einschränkungen gelten in Bremen

Seit Mittwoch bleiben Spielplätze in Bremen geschlossen.

Sina Schuldt / dpa

Auch Bremen wurden mittlerweile zahlreiche Vorsichtsmaßnahmen getroffen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. In diesem Artikel geben wir einen Überblick über dieEinschränkungen, die in Bremen gelten.

Geschäfte bis 800 Quadratmeter öffnen wieder, Gastronomie bleibt geschlossen

Nachdem das öffentliche Leben in Bremen für einen Monat eingeschränkt wurde, haben am Montag, dem 20. April, die meisten Geschäfte wieder eröffnet. Wie der Senat am vergangenen Freitag beschloss, dürfen Geschäfte mit einer Größe bis 800 Quadratmeter wieder öffnen. Auch Einkaufszentren wie die Waterfront dürfen ihre Türen wieder öffnen, sofern sie ein Konzept vorlegen, wie die Abstands- und Hygieneregelungen eingehalten werden können.

Bars, Diskotheken, Kaffees und Restaurants bleiben weiterhin geschlossen. Viele Gastronomiebetriebe bieten mittlerweile stattdessen einen Außerhaus-Service an.

Frisöre dürfen ab dem 4. Mai unter Einhaltung der Hygienebedingungen wieder öffnen. Auch die Schule soll ab Mai schrittweise wieder beginnen.

Generell gilt: Dienstleistungen, bei denen nicht 1,5 Meter Abstand zur Kundschaft eingehalten werden können, sind mit Ausnahme gesundheitlicher Leistungen vorerst nicht mehr zulässig. Das Verbot gilt also auch für Tattoo-und Nagelstudios und ähnliches Gewerbe.

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Auch Spielplätze für Kinder und Indoor-Spielplätze sowie Fitnessstudios, Schwimmbäder, Wettbüros und Spielhallen bleiben geschlossen oder dürfen nicht besucht werden.

Geöffnet bleiben Lebens- und Futtermittelgeschäfte, Apotheken, Drogerien, Sanitätshäuser, Tankstellen, Poststellen, Waschsalons, Kioske, Bau- und Gartencenter. Sowie Einrichtungen im Gesundheitswesen wie beispielsweise Praxen für Physiotherapie oder Logopädie.

Ebenfalls finden die Wochenmärkte im Land Bremen weiter statt. Darauf wies die Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt hin.

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Behörden bleiben geöffnet

Behörden bleiben weiterhin geöffnet. Der Publikumsverkehr soll jedoch eingeschränkt bzw. eingestellt werden. Die Ansprechpartner sind dann nur per E-Mail oder telefonisch erreichbar. "Außer dort, wo die persönliche Kommunikation im Mittelpunkt steht", so Bovenschulte am Montag.

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Auch Bauressort, die Wohngeldstelle, die Wohnberechtigungsschein-Stelle, das Bauamt Bremen-Nord und das Amt für Straßen und Verkehr schränken ihre Kundenkontakte ein.

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Besuchsregelung für Krankenhäuser

Für Krankenhäuser, Tageskliniken und ähnliche Einrichtungen gilt seit Donnerstag ein Besucher-Verbot. Die Einrichtungen dürfen bis auf Weiteres nicht von Besuchern betreten werden. Ausnahmen von der neuen Regelung sind in Härtefällen möglich, beispielsweise wenn Angehörige einen Patienten, der im Sterben liegt, besuchen möchten. Auch Väter werden weiterhin zugelassen, um Partnerinnen bei der Geburt des Kindes zu begleiten.

Sonderregelung für Trauerfeiern

Taufen und kirchliche Trauungen finden derzeit nicht statt. Für Trauerfeiern gilt, dass im Rahmen der staatlichen Anordnungen Zusammenkünfte von bis zu sechs Personen unter freiem Himmel erlaubt sind. Die Bremische Evangelische Kirche bietet deshalb eine geistliche ­­­­­­­Begleitung der Beisetzung auf dem Friedhof an. Die Angehörigen entscheiden selbst, wer die sechs Personen sind, die daran teilnehmen dürfen. Vorher ist ein Trauergespräch möglich, sofern nur ein bis zwei engste Angehörige daran teilnehmen und es in großen Räumen mit dem gesetzlich vorgeschriebenen Abstand stattfindet. Die Bremische Evangelische Kirche bietet daher eine nachgelagerte Trauerfeier bzw. Gedenkgottesdienste zu einem späteren Zeitpunkt an.

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Großveranstaltungen bis 31. August abgesagt

Die Breminale, die Sail und weitere Großveranstaltungen und Konzerte bleiben bis zum 31. August untersagt. Ab wann Theater, Kinos und Museen wieder öffnen können, steht noch nicht fest.

BSAG ändert Einstiegsregelungen

Die Bremer Straßenbahn AG will seine Fahrer schützen. Daher dürfen Fahrgäste seit Freitag nicht mehr vorne in Bussen einsteigen, ausgenommen sind Rollstuhlfahrer. Zudem werden die ersten Sitzreihen abgesperrt. Zudem bleibt der Verkauf von Tickets beim Fahrpersonal weiterhin ausgesetzt.

Schulen und Kitas geschlossen

In Bremen sind Schulen und Kitas seit Montag geschlossen. Betroffen sind 122.000 Kinder und Jugendliche. Für die Kinder aller Beschäftigten des Gesundheitswesens, der Polizei und Feuerwehr gibt es seit Montag eine Notfallbetreuung. Der Senat appelliert zudem an alle anderen Arbeitgeber, „sich möglichst kulant gegenüber ihren Beschäftigten zu zeigen, Möglichkeit von Heimarbeit auszunutzen und ein Entgegenkommen zu zeigen“, sagte Bildungssenatorin Claudia Bogedan. Was nun für Eltern gilt, erfahren Sie im Artikel. Ab dem 4. Mai soll der Unterricht schrittweise wieder starten. Um die Eltern zu unterstützen wurde am 20. April die Notbetreuung der Kitas ausgeweitet.

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Lehrveranstaltungen an Hochschulen werden ausgesetzt

Wie im Rest der Republik startete das neue Semester am 20. April auch an den Bremer Hochschulen digital.

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Bremen lockert Sonntagsfahrverbot

Wenn sie Lebensmittel oder Hygieneartikel transportieren, dürfen Lkw in Bremen nun auch an Sonn- und Feiertagen fahren. Das gab am Donnerstag das Verkehrsressort bekannt. „Diese beiden Güter sind wegen der Coronakrise besonders nachgefragt“, begründete Behördensprecher Jens Tittmann die Maßnahme, die auch mit Niedersachsen abgestimmt ist.

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Veranstaltungen fallen aus

Konzerte, Messen, Sportevents: Immer mehr Großveranstaltungen werden wegen des grassierenden Coronavirus abgesagt. Auch in Bremen sind Veranstaltungen betroffen. Eine Übersicht finden Sie hier:

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Auch Sportarten sind betroffen

Die Ausbreitung des Coronavirus wirbelt den Sport durcheinander. Der Sportbetrieb ist eingestellt, das gilt auch für Fitness-Studios. Alle Formen von Zusammenkünften in Vereinen werden untersagt, darüber hinaus solche in Kirchen und Moscheen. Darüber hinaus haben Theater, Museen, Freizeit- und Tierparks, Spielhallen und ähnliche Einrichtungen geschlossen. Auch Spielplätze sind zu. Zahlreiche Veranstaltungen wurden bereits abgesagt, andere Events finden hinter verschlossenen Türen statt. Ein Überblick zum aktuellen Stand finden Sie hier.

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SWB schließt Kundencenter

Die drei Kundencenter der SWB werden ebenfalls ab Montag, 16. März geschlossen sein. Der Kundenservice wird jedoch weiterhin online unter swb.de/kontakt oder telefonisch für Kunden in Bremen unter (0421) 359 3590 oder in Bremerhaven unter (0471) 477 1111 erreichbar sein.

++ Dieser Artikel wurde am 20. März um 22.47 Uhr aktualisiert. ++

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