"Machtdemonstration" oder "würdiger Ort"?

Diskussion über private Marktplatz-Feier

Die Firmenfeier von Kühne + Nagel auf dem Marktplatz hat in sozialen Netzwerken eine Diskussion über die private Nutzung von öffentlichem Raum ausgelöst. Die Feier stößt nicht nur auf Verständnis.
29.01.2015, 18:30
Lesedauer: 1 Min
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Diskussion über private Marktplatz-Feier
Von Max Polonyi

Die Firmenfeier von Kühne + Nagel auf dem Marktplatz hat in sozialen Netzwerken eine Diskussion über die private Nutzung von öffentlichem Raum ausgelöst. Das Speditionsunternehmen hatte am Mittwoch sein 125-jähriges Bestehen gefeiert und dazu den Marktplatz teilweise abgesperrt. Möglich war das durch eine Sondergenehmigung, die das Stadtamt Kühne + Nagel ausgestellt hatte.

Auf der Facebook-Seite des WESER-KURIER sprachen sich zahlreiche Nutzer gegen die Feier in Bremens „guter Stube“ aus. „Ich finde, das sollte auf dem jeweiligen Firmengelände stattfinden“, schrieb etwa Sabine Matheja. Auch Carsten Werner meinte, der Marktplatz sei nicht für Privatveranstaltungen, sondern für „offene Feste“ gedacht. Er habe die Feier als „Machtdemonstration“ der Firma empfunden. Auf weser-kurier.de bemängelte ein Leser den Ausschluss der Öffentlichkeit: Während im Glaspavillon in edlem Ambiente gefeiert worden sei, hätten Obdachlose nur durch die Scheiben auf das Buffet gucken können.

Doch es gab auch Zuspruch: Ähnlich viele andere Leser empfanden die Firmenfeier nicht als störend. So kommentierte etwa Henry Thobaben: „Da kann man als Bremer auch stolz darauf sein, dass ein solches Unternehmen noch da ist.“ Facebook-Nutzer Peter Meyer fand: „Natürlich ist das legitim. Es kostet nichts und man kann Firmen bei Laune halten.“ Leser Juergen Kluth kommentierte, dass die intensive Beziehung zur Stadt gewürdigt werden müsse: „Das Unternehmen hat nicht nur seine Wurzeln in Bremen, es investiert auch in den Standort.“ Deshalb sei der Marktplatz der richtige Ort für die 125-Jahr-Feier gewesen.

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Bürgerschaftspräsident Christian Weber (SPD) hatte die Veranstaltung bereits am Mittwoch auf Nachfrage als „grenzwertig“ bezeichnet. Peter Siemering, Chef der Bremer Touristik-Zentrale, betonte dagegen, dass Kühne + Nagel ein Weltunternehmen mit besonderer Bindung zur Stadt sei. „Der Marktplatz hat trotzdem seine volle Wirkung entfaltet – mir gefiel es.“

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