Studentenvertretung der Bremer Uni zweifelt an Erfolg des Konzepts und fordert Stopp der Förderung Diskussion um Sanierung der Jacobs University

Bremen. Der Allgemeine Studierendenausschuss (Asta) der Bremer Universität hat Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der Jacobs University Bremen (JUB) geäußert. Das Gremium haben offenbar Berichte erreicht, dass das Sanierungskonzept der JUB vor dem Scheitern stehe.
21.08.2014, 00:00
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Diskussion um Sanierung der Jacobs University
Von Matthias Lüdecke

Der Allgemeine Studierendenausschuss (Asta) der Bremer Universität hat Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der Jacobs University Bremen (JUB) geäußert. Das Gremium haben offenbar Berichte erreicht, dass das Sanierungskonzept der JUB vor dem Scheitern stehe. Die JUB hatte im Frühjahr ein solches Konzept vorgestellt. Es sieht unter anderem den Abbau von 65 Stellen und massive Einschränkungen beim Studienangebot vor. So soll etwa das Angebot an Masterstudiengängen bis auf zwei Ausnahmen komplett gestrichen werden.

Die JUB ist zu diesen harten Schnitten gezwungen, weil sie bis zum Jahr 2018 einen deutlich ausgeglicheneren Haushalt vorlegen muss. Danach erhält sie nur noch zehn Millionen Schweizer Franken von der Jacobs Foundation. Bis dahin engagiert sich neben der Stiftung auch das Land Bremen noch finanziell für die private Hochschule in Grohn – mit drei Millionen Euro jährlich. Grundlage der Förderung ist ein Vertrag, den Uni, Stiftung und Land unterschrieben haben.

Sollte sich der Verdacht bestätigen, dass das Sanierungskonzept zusammenbreche, müsse umgehend überprüft werden, ob dieser Vertrag überflüssig geworden sei, forderte nun die Asta-Vorsitzende Anja Stanowsky. „Die finanzielle Weiterförderung der Privatuniversität ist besonders im Licht der drohenden Streichung des Studiengangs Psychologie und weiterer Studiengänge an der Hochschule Bremen nicht hinnehmbar“, sagte sie.

Die Jacobs University wollte die Gerüchte auf Anfrage nicht kommentieren. Zahlen, etwa die der Studienanfänger oder derjenigen, die für ihr Studium voll bezahlen, nannte Sprecherin Kristina Logemann nicht. Diese lägen auch noch gar nicht vor. Im September werde es dazu eine offizielle Mitteilung geben. Der Sanierungspfad der JUB sei gleichwohl nicht gefährdet, betonte Logemann. „Wir befinden uns mitten in den Maßnahmen des Konzeptes, haben den Rückhalt unserer beiden Partner und sehen daher keinen Boden für die Anschuldigungen des Uni-Asta“, sagte sie.

Holger Bruns, Sprecher des zuständigen Wirtschaftsressorts, wies die Argumentation des Asta ebenfalls zurück. Aktuelle Zahlen hat auch er nicht. Er verwies aber darauf, dass die JUB sich in einem schwierigen Prozess der Umstellung befinde, der Zeit brauche. „Die Wirkung eines Konzeptes, das im April auf den Weg gebracht worden ist, bereits im August bewerten zu wollen, macht keinen Sinn“, sagte er.

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