Wählen ab 14 Jahren Diskussion um Wahlalter in Bremen: Grüne reagieren auf CDU-Kritik

Die Grünen fordern in ihrem Wahlprogramm eine Absenkung des Wahlalters auf 14 Jahre, die CDU kritisierte diesen Vorstoß. Grünenchefin Alexandra Werwath verteidigt die Idee ihrer Partei.
08.11.2018, 19:54
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Diskussion um Wahlalter in Bremen: Grüne reagieren auf CDU-Kritik
Von Lisa-Maria Röhling

Die Landessprecherin der Grünen, Alexandra Werwath, verteidigt den Vorstoß ihrer Partei, das Wahlalter für Kommunalwahlen in Bremen künftig auf 14 Jahre abzusenken. Zuvor hatte der Bremer CDU-Vorsitzende Jörg Kastendiek diesen Punkt aus dem Wahlprogramm der Grünen bei „Buten un binnen“ als „naiv“ bezeichnet.

„Kategorisch Nein zu sagen hilft nicht“, erklärte Werwath dem WESER-KURIER. „Die CDU soll gerne einen Vorschlag für mehr Wahlbeteiligung unter jungen Menschen machen.“ Im Alter von 14 Jahren seien Jugendliche bereits straf- und religionsmündig, eine Wahlberechtigung sei somit nicht abwegig.

Als Wähler könnten Jugendliche zudem Demokratie hautnah miterleben und gleichzeitig entsprechend durch schulischen Politikunterricht begleitet werden. „So kann man Jugendliche stärker mitnehmen“, sagte Werwath. „Demokratie ist etwas, das man erlebt.“

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Schon die Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre habe sich bewährt, heißt es im Wahlprogramm der Grünen, da „die Wahlbeteiligung der 16- und 17-Jährigen deutlich über den Werten der Altersgruppe zwischen 18 und 25“ liege. Werwath erklärt, dass diese Zahlen auf eine Wahlstatistik zur Bürgerschaftswahl 2015 zurückgehen, bei der die Wahlbeteiligung der 16- bis 18-Jährigen bei 45,8 Prozent lag, während die Altersklasse von 18 bis 25 Jahren mit 43,5 Prozent niedriger war. Durch eine erneute Absenkung erhofft sich die Partei deshalb eine höhere Wahlbeteiligung.

„Bei einer Absenkung des Wahlalters automatisch von einer gesteigerten Wahlbeteiligung auszugehen, ist entweder naiv oder Augenwischerei“, sagt hingegen Kastendiek. Die besagten 45,8 Prozent, auf die sich die Grünen berufen, lägen unter der gesamten Wahlbeteiligung von 52,1 Prozent. Das Wahlalter erneut abzusenken sei aus seiner Sicht der falsche Schritt, da man mit 14 weder Verträge abschließen könne, noch heiraten oder Alkohol trinken dürfe.

„Um das politische Interesse junger Menschen zu wecken, müssen wir Politiker verstärkt auf ihre Anliegen eingehen, mit authentischen Persönlichkeiten in den Wahlkampf ziehen und zeigen, dass Politik nicht nur wie bei der rot-grünen Regierung aus Ankündigungen besteht“, so der CDU-Politiker.

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