Ulrike Bloß tritt die Nachfolge von Angela Postweiler an / Offizielle Einführung am 11. September

Domsingschule unter neuer Leitung

Altstadt. Taktstock und Partituren wurden weitergereicht: Nach drei Jahren als Leiterin hat Angela Postweiler Ende Mai die Domsingschule verlassen. Kantorin Ulrike Bloß tritt ihre Nachfolge an.
25.08.2011, 05:00
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Von Solveig Rixmann

Altstadt. Taktstock und Partituren wurden weitergereicht: Nach drei Jahren als Leiterin hat Angela Postweiler Ende Mai die Domsingschule verlassen. Kantorin Ulrike Bloß tritt ihre Nachfolge an.

Vor einem Jahr machte Angela Postweiler ihr Diplom im Fach Gesang an der Hochschule für Künste Bremen. Neben ihrem Studium und der Leitung der Domsingschule war sie als Solistin tätig. Für Engagements und Produktionen im Ausland ist sie manchmal mehrere Wochen am Stück unterwegs. Mittlerweile schafft sie es zeitlich nicht mehr, die Domsingschule jede Woche zu betreuen. "Und da musste ich mich einfach entscheiden", sagt sie: "Ich habe mich für meine Gesangskarriere entschieden, weil das sowieso das ist, was ich angestrebt habe." Der Schritt sei bedauerlich, "und ich vermisse die ganzen Kinder und Jugendlichen natürlich, aber es ist einfach nicht mehr möglich, beides unter einen Hut zu bringen", so Postweiler.

Angela Postweiler wollte die Leitung der Domsingschule "nicht irgendjemandem" überlassen. "Mir war sehr, sehr wichtig, dass eine qualifizierte Kraft die Domsingschule übernimmt", sagt sie. Sie knüpfte Kontakt zu Hochschulabsolventen. Daraufhin bewarb sich Ulrike Bloß. "Bei ihr war ich mir sofort sicher, dass sie eine super Kandidatin ist, weil sie auch in Braunschweig ein Jahr an der Domsingschule gearbeitet hat", sagt Angela Postweiler. Sie sei glücklich, dass Ulrike Bloß ihre Nachfolge antrete und wünsche der Domsingschule alles Gute.

Bremen bleibt Angela Postweiler weiterhin treu. So singt sie zum Beispiel am Donnerstag, 29. September, im Dom.

Ulrike Bloß stammt aus Oberfranken. In München studierte sie Klavier und Posaune auf Lehramt, in Hamburg Kirchenmusik. Schon lange engagiert sie sich in der musikalischen Jugendausbildung. Im vergangenen Jahr arbeitete Bloß vertretungsweise als Kantorin am Braunschweiger Dom - der größten Einrichtung für evangelische Kirchenmusik Deutschlands. Jetzt zog sie nach Woltmershausen, übernahm die Leitung der Bremer Domsingschule und macht außerdem ihren Master in Kirchenmusik an der Hochschule für Künste.

Einige Veränderungen in der Domsingschule, die allerdings nicht nur Zustimmung finden, hat Ulrike Bloß bereits vorgenommen. Die Probenzeiten wurden verlegt. Bisher sangen Jungen und Mädchen gemeinsam, Ulrike Bloß trennt sie in Jungen- und Mädchenchöre. Eine klassische Aufteilung, die sich aus den stimmlichen und den Unterschieden im Verhalten ergibt. Dafür bekam sie von einigen Jungen positive Rückmeldungen. Dass die Chöre jetzt kleiner sind, ist kein Problem. "Je kleiner die Gruppen, desto besser kann auf die stimmlichen Gegebenheiten eingegangen werden", sagt Ulrike Bloß.

Chöre für Kinder jeden Alters

Die Domsingschule hat Chöre für Kinder und Jugendliche jeden Alters, die Spatzenkantorei bietet sogar musikalische Früherziehung für Kinder ab vier Jahren.

Wichtig ist Ulrike Bloß ein Praxisbezug und der Bezug zum Dom. Die Chöre sollen "nicht nur im stillen Kämmerlein" proben. "Ganz wichtig ist mir, dass die Kinder im Gottesdienst auftreten", sagt Ulrike Bloß. Damit die Kinder verstehen, wieso sie dort singen, möchte Bloß sie spielerisch an die Liturgie heranführen. Chorfreizeiten werden als Vorbereitung auf Auftritte dienen und das Gemeinschaftsgefühl stärken.

Mindestens einmal jährlich möchte Ulrike Bloß mit der Domsingschule ein Musical aufführen. Vor den Sommerferien soll - als Abschluss des jeweiligen Schuljahres - künftig "der Tag der Domsingschule" gefeiert werden, der auch durchaus einen weltlichen Charakter haben soll. Wenn sie an die ferne Zukunft denkt, dann wünscht sich Bloß, "dass die Jugendkantorei auf Konzertreise geht". Und das nicht nur in Deutschland.

Ihren ersten Auftritt unter neuer Leitung hat die Domsingschule während des Gottesdienstes bei der offiziellen Einführung von Ulrike Bloß am Sonntag, 11. September.

Die neuen Probenzeiten gelten ab Montag, 29. August: donnerstags, von 16.45 Uhr bis 17.30 Uhr, Jungenkantorei 1 (Jungen 1. und 2. Klasse); 17.35 bis 18.20 Uhr, Jungenkantorei 2 (Jungen 3. und 4. Klasse); mittwochs, 16.45 bis 17.30 Uhr, Mädchenkantorei (Mädchen 1. und 2. Klasse), 17.35 bis 18.20 Uhr Mädchenkantorei 2 (Mädchen 1. und 2. Klasse); montags, 16.45 bis 18.15 Uhr, Kurrende (Jungen und Mädchen 5. bis 8. Klasse), 18.30 bis 20.30 Uhr, Jugendkantorei (Jugendliche ab 9. Klasse). Zudem probt die Spatzenkantorei für Kinder ab vier Jahren mittwochs von 15.45 bis 16.30 Uhr oder von 16.45 bis 17.30 Uhr. Geprobt wird im Chorsaal (Eingang Bibelgarten). Ansprechpartnerin ist Ulrike Bloß unter Telefon 3650447 oder per E-Mail an domsingschule@stpetridom.de.

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