Neues Buch

Doppelband zum Achtzigsten

Jörg Wollenberg aus dem Ostertor veröffentlicht jetzt ein Buch mit dem Titel „Krieg der Erinnerungen. Von Ahrensbök über New York nach Auschwitz und zurück. Eine Spurensuche“.
26.01.2017, 00:00
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Doppelband zum Achtzigsten
Von Detlev Scheil
Doppelband zum Achtzigsten

Jörg Wollenberg

Walter Gerbracht

Ostertor. Als Schulkind war er in seinem Geburtsort Ahrensbök in Ostholstein Augenzeuge eines Todesmarsches von KZ-Häftlingen aus Auschwitz. Das Bild der ausgemergelten Menschen, die sich im kalten Januar 1945 mühsam voranschleppten, brannte sich bei Jörg Wollenberg ein. Jahrzehnte später gelang es ihm als Historiker, Überlebende dieses Marsches aufzuspüren und zu befragen – unter anderem in New York. Davon berichtet der emeritierte Geschichtsprofessor Jörg Wollenberg aus dem Ostertor, der am 30. Januar seinen 80. Geburtstag feiert, in seinem neuen Buch „Krieg der Erinnerungen. Von Ahrensbök über New York nach Auschwitz und zurück. Eine Spurensuche“. Es wird derzeit gedruckt.

Das neue, reich illustrierte Buch wird ergänzt durch einen zweiten Band mit dem Titel „Die andere Erinnerung“, der einige Wochen später erscheinen wird und dem ein USB-Speichermedium mit Videos von Zeitzeugen-Interviews und weiteren Materialien beigefügt wird. Der Doppelband enthält sozusagen ein „Best of“ der Erlebnisse und Forschungen Wollenbergs aus den vergangenen 50 Jahren.

Jörg Wollenberg war nicht nur als Hochschullehrer in Bremen tätig, sondern leitete auch die Volkshochschulen in Bielefeld und Nürnberg und hat Bücher zur Geschichte der Arbeiterbewegung, Regionalgeschichte des Faschismus, zur Judenverfolgung, zur Erwachsenenbildung und zur politischen Kultur veröffentlicht. „Während meines Arbeitslebens habe ich es immer nur sieben Jahre an einem Ort ausgehalten“, erzählt Wollenberg. Schließlich entschied er sich aber, den Ruhestand in Bremen zu verbringen. Wobei er immer noch viel unterwegs ist und Vorträge hält. Oft fährt er auch nach Ahrensbök, wo er es mit einigen Mitstreitern geschafft hat, 2001 eine Gedenkstätte mit einer Dauerausstellung über das KZ Ahrensbök und den Todesmarsch zu gründen.

Jörg Wollenberg hat in vielen seiner Beiträge zur Geschichtsbewältigung dargelegt, dass es schon lange vor 1933 Interessen gab, die dazu führten, dass es zu dem verbrecherischen NS-Regime kam. Und er ist überzeugt davon, dass die Nazi-Zeit bis heute die deutsche Demokratie belastet. Im neuen Buchprojekt ist das ein durchaus spannender Lesestoff.

Die beiden Bände im Großformat, die im Bremer Sujet-Verlag erscheinen, können bis 31. Januar zum Subskriptionspreis von zusammen 50 Euro beim Autor per E-Mail an wollenberg@uni-bremen.de bestellt werden. Später werden sie jeweils 40 Euro kosten.

Ab 7. Februar wird in der Staats- und Universitätsbibliothek die von Jörg Wollenberg zusammengestellte Ausstellung „80 Jahre Spanischer Bürgerkrieg“ gezeigt. Auch zu diesem Thema, das verschiedene Bremen-Bezüge hat, gibt es ausführliche Dokumente im neuen Buch. So erinnert Wollenberg daran, dass Hannes Koschnick und Gustav Böhrnsen, die Väter der Bremer Bürgermeister Hans Koschnick und Jens Böhrnsen, Flugblätter gegen die Legion Condor verteilten, jene Fliegerstaffel der Nazis, die Guernica dem Erdboden gleichmachte.

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