Böhling spielt Georg Kunoth Dreharbeiten im Druckhaus

Dirk Böhling schlüpft gern in die Rolle berühmter Bremer. Nun spielt er in einem Beitrag für "buten-un-binnen"-den ehemaligen Chefredakteur der Bremer Nachrichten, Georg Kunoth.
28.05.2018, 19:21
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Dreharbeiten im Druckhaus
Von Aljoscha-Marcello Dohme

Seit fünf Jahren schlüpft Dirk Böhling in die Rolle berühmter Bremer. Für die von ihm entwickelte Reihe "Vergessene Bremer" hat er schon Persönlichkeiten wie Johann Focke, Agnes Heinecken oder Ludwig Roselius gespielt. Nun mimt er in einem Beitrag für eine "buten-un-binnen"-Serie den ehemaligen Chefredakteur der Bremer Nachrichten, Georg Kunoth. Für den gut zweieinhalb Minuten langen Film haben Böhling und sein Kamerateam nicht nur in der Bürgerschaft und der Baumwollbörse gedreht, sondern auch im Druckhaus der Bremer Tageszeitungen in Woltmershausen.

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Kunoth kam 1863 in Bremen zur Welt. Nach der Realschule absolvierte er zunächst eine kaufmännische Ausbildung bei einer Baumwollfirma. Doch seine Leidenschaft galt dem Zeitgeschehen und dem Schreiben von Geschichten. Deshalb wechselte er mit Mitte 20 die Branche und wurde Berichterstatter beim Bremer Courier. Dort blieb er zwei Jahre und ging anschließend zur Weser-Zeitung, einem konservativem Handelsblatt, und wurde dort Lokalredakteur.

1895 kam Kunoth schließlich zu den Bremer Nachrichten und schrieb für das Blatt über die Geschehnisse in seiner Heimatstadt. Nachdem er einige Jahre bei den Bremer Nachrichten gearbeitet hatte, wurde er am 20. Mai 1899 zum Chefredakteur der Zeitung berufen. Insgesamt 28 Jahre war er für die inhaltliche Ausrichtung des Blattes verantwortlich, bis zu seinem Tode. Am 4. April 1927 starb Georg Kunoth im Alter von 64 Jahren während eines Aufenthaltes in Wiesbaden.

Neben dem Schreiben liebte Kunoth die Musik, insbesondere Heimat- und Wanderlieder. Er komponierte unter anderem eine Melodie zu dem Gedicht "Der Bremer Schlüssel" von Hermann Frese, die zur inoffiziellen Hymne Bremens avancierte. Neben dieser unbekannteren Komposition stammt auch das Lied "Ein Prosit der Gemütlichkeit" aus seiner Feder. Noch heute wird das Stück auf Oktoberfesten gespielt – national und international. Außerdem gehörte das Lied 2015 zur Filmmusik des Münchner "Tatorts".

Neben seiner journalistischen und musikalischen Karriere war Kunoth auch politisch aktiv. Von 1900 bis 1924 gehörte er der Bremischen Bürgerschaft an. Ab 1920 war er Mitglied der Deutschen Demokratischen Partei. Georg Kunoth wurde Zeit seines Lebens geschätzt – nicht nur in Bremen. Vor allem seine gesellige und feine Art blieb Zeitgenossen im Gedächtnis. Ab dem 3. Juli ist die Reihe "Vergessene Bremer", unter anderem mit den Persönlichkeiten Georg Kunoth, Hermann Böse oder Joachim Neander, wöchentlich in der Radio-Bremen-Sendung "buten un binnen" zu sehen.

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