Gefahr im Wasser Drei Badeunfälle am Wochenende

Am Sonntag ist ein 25-jähriger Mann im Werdersee ertrunken. Doch wie kann es passieren, dass auch an belebten Badestellen immer wieder Menschen ums Leben kommen? Ein Helfer gibt Antworten.
25.07.2016, 20:45
Lesedauer: 2 Min
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Drei Badeunfälle am Wochenende
Von Sara Sundermann

Am Sonntag ist ein 25-jähriger Mann im Werdersee ertrunken. Doch wie kann es passieren, dass auch an belebten Badestellen immer wieder Menschen ums Leben kommen? Ein Helfer gibt Antworten.

Am Sonntagabend ist ein 25-jähriger Mann im Werdersee ertrunken. Der Polizei zufolge lebte der Mann, der von der Elfenbeinküste stammte, in einer Flüchtlingsunterkunft in Niedersachsen. Damit ist erneut ein Flüchtling in einem Bremer Badegewässer ums Leben gekommen. Bereits im Mai erreichte ein 23-jähriger Syrer die Badeinsel im Achterdieksee nicht und ertrank. An derselben Stelle war in dem See auch im Sommer vergangenen Jahres ein 18-jähriger Syrer untergegangen und gestorben.

Nachdem bei der Feuerwehr um 18.55 Uhr ein Notruf von der DLRG-Station einging, bildeten Rettungskräfte gemeinsam mit vielen Helfern eine Menschenkette. Rund 50 bis 60 Badegäste hätten spontan ihre Hilfe angeboten, berichtet die Feuerwehr.

Für die Menschenkette fassten sich die beteiligten Personen an den Händen und schritten dicht nebeneinder durch den noch begehbaren Uferbereich. Dadurch ist der Feuerwehr zufolge die Chance, eine Person im Wasser zu finden, relativ hoch. Auch Rettungstaucher und ein Hubschrauber waren vor Ort im Einsatz. Um 19.23 Uhr wurde der Vermisste gefunden.

Reanimationsversuche waren vergeblich

Ein Badegast habe den Körper des Mannes im Wasser ertastet, erzählt ein Helfer der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG). Er sei abgetaucht, habe den Mann an die Oberfläche gebracht und mit Helfern in ein Feuerwehr-Boot gehoben. Die Reanimationsversuche des Notarztes waren aber vergeblich, der Arzt konnte nur noch den Tod des 25-Jährigen feststellen. Die Polizei ermittelt nun zur Ursache des Unfalls, konnte dazu am Montag aber noch keine Angaben machen.

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Am Sonntag gab es noch zwei weitere Badeunfälle, bei denen zum Glück alles gut ausging. So erlitt – wie berichtet – eine 47-jährige Frau nachmittags im Unisee einen Schwächeanfall – 300 Meter vom Ufer entfernt. Nachdem sie und ihr Begleiter laut um Hilfe riefen, rückten Helfer der DLRG aus und brachten die beiden im Rettungsboot an Land.

Außerdem geriet der DLRG zufolge auch ein Mann am Sonntag vor dem Café Sand in der Weser in Not. „Er wurde von der Strömung im Fluss erfasst, die Kräfte verließen ihn, er tauchte mit dem Kopf unter“, erzählt Philipp Postulka, Sprecher der DLRG Bremen. Ein DLRG-Helfer, der sich privat am Strand aufhielt, habe den Mann aus dem Wasser gerettet. „Obwohl sich etwa 150 bis 200 Menschen am Café Sand aufhielten, ist keiner der Badegäste auf die Notlage des Mannes aufmerksam geworden.“

"Ertrinken gilt als stiller Tod"

Wie kann es passieren, dass auch an ­äußerst belebten Badestellen, an denen sich an einem warmen Sonntag Hunderte Menschen an Land und im Wasser tummeln, immer wieder Menschen ertrinken? Schreien diejenigen, die in Not geraten, nicht laut um Hilfe – so wie die 47-Jährige im Unisee? „Ertrinken gilt als stiller Tod, die meisten rufen dann nicht nach Hilfe“, sagt Postulka.

In der Realität würden sehr selten Leute schreien oder winken, wie man dies aus Filmen kenne. „Wer in Panik gerät, verhält sich nicht rational.“ Die meisten würden sich auf ihre Atmung konzentrieren und versuchen, wieder Boden unter die Füße zu bekommen. Flüchtlinge würden zudem oft unterschätzen, dass der See durch Abbruchkanten nach einem flachen Einstieg am Ufer plötzlich tief werde. Auch kühle Strömungen und abrupt einsetzende Krämpfe können das Baden gefährlich machen, so Postulka.

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