Frauen verschiedener Herkunft malen im Offenen Elterntreff / Morgen Präsentation mit Programm

Drei Bilder spiegeln ihre Gefühle

Den Offenen Elterntreff besuchen viele Menschen mit Migrationshintergrund. Dieser hohe Anteil hat die Frauen des Offenen Elterntreffs dazu bewegt, sich aktiv an der Integrationswoche zu beteiligen. Gemeinsam haben sie zu dem Thema drei Bilder gemalt, die morgen, 25. September, ab 17 Uhr im Gemeindesaal der Heilig-Geist-Kirche ausgestellt werden. Während der zweistündigen Präsentation gibt es Live-Musik, exotische Leckereien und Gelegenheit zu Gesprächen.
24.09.2012, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Christiane Tietjen
Drei Bilder spiegeln ihre Gefühle

Psychologin Tetyana Dmytrenko-Joormann (von links) Manuela Igbonwa, Marianne Koch, Theodor Pfeifer, Sabine Viebrock, Christoph Buße und Etmad Osman präsentieren die Bilder.

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Den Offenen Elterntreff besuchen viele Menschen mit Migrationshintergrund. Dieser hohe Anteil hat die Frauen des Offenen Elterntreffs dazu bewegt, sich aktiv an der Integrationswoche zu beteiligen. Gemeinsam haben sie zu dem Thema drei Bilder gemalt, die morgen, 25. September, ab 17 Uhr im Gemeindesaal der Heilig-Geist-Kirche ausgestellt werden. Während der zweistündigen Präsentation gibt es Live-Musik, exotische Leckereien und Gelegenheit zu Gesprächen.

Neue Vahr. Eigentlich sollte es nur ein gemeinsames Bild werden, das die Frauen des Offenen Elterntreffs der evangelischen Heilig-Geist-Gemeinde anlässlich der heute beginnenden Migrationswoche malen wollten. Jetzt sind es drei geworden. Alle mit einer verschiedenen Aussage. Diplom-Psychologin Tetyana Dmytrenko-Joormann, die zusammen mit Sabine Viebrock und Etmad Osman den Elterntreff leitet, fasst zusammen: "Das erste Bild gibt die Stimmung wieder, fremd in Deutschland zu sein. Obwohl es schön ist, empfindet man Angst und Unsicherheit. Es dauert oft lange, bis diese Gefühle einer Erleichterung Platz machen." Und das zweite Bild, eine flächige Deutschlandfahne mit Handabdrücken in den Nationalfarben ihrer Urheberinnen hat für Tatyana Dmytrenko-Joormann die Bedeutung: "Auch wir geben Deutschland etwas."

Auf dem dritten Bild ist eine große Kaffeetasse auf leuchtend orangefarbigem Grund zu sehen, aus der eine bunte, sich kräuselnde Duftwolke aufsteigt. Die Fingernägel der Hand, die sie hält, sind abwechselnd schwarz, rot und gelb lackiert. Das interpretiert die Psychologin so: "Deutschland gibt uns soziale Sicherheit und Willkommen, aber die vielfarbige Duftwolke ist die Heimat." Der Offene Elterntreff, der jeden Dienstag und Donnerstag von 8 bis 13 Uhr öffne, sei eines der ersten Förderprojekte durch das Programm "Wohnen in Nachbarschaften" und eine Kooperation der evangelischen Heilig-Geist-Kirche mit dem Haus der Familie in der Vahr, erklärt Kindergartenleiterin Liselotte Warnecke. "Das Thema Integration wird bei uns ganz großgeschrieben. Bei uns im Kindergarten haben 110 von 140 Kindern zumindest ein Elternteil mit Migrationshintergrund."

Für Frauen aller Konfessionen

Im Elterntreff treffen sich Frauen aller Konfessionen, zum Beispiel zum gemeinsamen Frühstück. Abwechselnd, je nach Bedarf und Interesse, stehen Nähen, Basteln oder Kochen auf dem Programm. Der Austausch über Neuigkeiten aus dem Stadtteil ist genauso wichtig wie das Weitergeben von Adressen, wo man Hilfe bei Fragen im Zusammenhang mit Integration findet. "Die Idee zu den Bildern hatten wir vor den Sommerferien", sagt Sabine Viebrock. "Umgesetzt haben wir sie vor etwa drei Wochen." Mitgeholfen hat auch Theodor Pfeifer. er macht gerade sein Freiwilliges Soziales Jahr in der Heilig-Geist-Gemeinde. Er hatte die Idee mit den Handabdrücken.

Pinsel und Acrylfarben werden auch am morgigen Dienstag bei der Präsentation bereit stehen: Denn ein Bild kann noch eine Ergänzung vertragen, weil es noch leeren Raum gibt, der spontan gefüllt werden kann. Der jüdische Weltmusiker Willy Schwarz untermalt die Veranstaltung mit Musik aus den Herkunftsländern der "Malerinnen", zu der auch Pastor Christoph Buße, Bürgerschaftsmitglied Valentina Tuchel und Monika Hublitz vom Haus der Familie erwartet werden.

Die Bildpräsentation ist am morgigen Dienstag, 25. September, von 17 bis 19 Uhr, Gemeindesaal der Heilig-Geist-Kirche, August-Bebel-Allee 276.

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