12 Verdächtige festgenommen Drogen-Razzia: Polizei beschlagnahmt Cannabis, Autos und Geld

Etwa 350 Polizisten waren am frühen Dienstagmorgen in Bremen und Niedersachsen im Kampf gegen die Clankriminalität im Einsatz. Bei der Durchsuchung von 22 Objekten stießen sie auch auf jede Menge Drogen.
26.03.2019, 09:32
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In Bremen und Niedersachsen sind seit den frühen Morgenstunden etwa 350 Polizisten im Einsatz. Sie durchsuchen rund 22 Objekte. Die Durchsuchung sei ein "Schlag gegen die Clankriminalität", twittert die Polizei Bremen. Hintergrund seien Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz. Bei der Durchsuchung von Wohnungen, Geschäftsräumen und Gaststätten stießen die Ermittler auf eine Indoor-Plantage. Dabei wurden rund 2000 Cannabis-Pflanzen beschlagnahmt. Zwölf Personen wurden vorläufig festgenommen, gegen sechs werden Haftgründe geprüft, teilte die Polizei mit. Es war der bislang größte Schlag gegen die Clankriminalität in Bremen in diesem Jahr.

Hintergrund des Einsatzes ist laut einer Polizeisprecherin die Ermittlung der Staatsanwaltschaft Bremen gegen eine 15 Personen umfassende Drogenbande. Bereits im Dezember 2017 waren die Ermittler bei der Durchsuchung einer Lagerhalle im Bremer Süden auf eine Plantage mit 6700 Cannabis-Pflanzen gestoßen. "Die Beschuldigten sind dabei verdächtig, im Rahmen einer kriminellen Bande zu arbeiten", erklärte die Sprecherin.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft erließ das Amtsgericht Bremen sogenannte Vermögensarreste in Höhe von 1,2 Millionen Euro und Durchsuchungsbeschlüsse für die 22 Objekte. Dabei wurden neben der Drogenplantage auch vier Autos, Rauschgift, eine Waffe mit Munition, mehrere Tausend Euro Bargeld sowie diverse Kommunikationsmittel beschlagnahmt.

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Auf Facebook berichteten mehrere Bremerinnen und Bremer von Einsätzen in verschiedenen Stadtgebieten, zum Beispiel Findorff und Lemwerder. In Lemwerder wurde nach Zeugenaussagen ein Haus leergeräumt. Die Beobachter vermuten, dass es sich um eine Drogenplantage handeln könnte.

Bremen gilt bundesweit als eines der Zentren der Clankriminalität. Vor rund einem Monat hatte die Bürgerschaft deswegen vom Senat ein umfassendes Konzept zur Bekämpfung dieser Strukturen gefordert.

„Es ist sicherlich ein Erfolg, am Tag des Zugriffs zwölf Personen vorläufig festzunehmen und eine Hanf-Plantage zu beschlagnahmen“, sagt Frank Passade, Sprecher der Bremer Staatsanwaltschaft. Es wäre auch möglich gewesen, die Verdächtigen nicht anzutreffen oder dass die Plantage an einen anderen Ort verlegt wurde. Der Einsatz am Dienstag sei deswegen ein „guter Zwischenschritt“ für die Ermittlungsbehörden. Eine Gesamtfazit könne trotzdem erst am Ende der Ermittlungen gezogen werden, die jetzigen Erkenntnisse seien nur eine vorläufige Bestandsaufnahme. Wie Passade mitteilt, werde voraussichtlich bei sechs der Festgenommenen in Kürze ein Haftantrag gestellt.

Das Verfahren, das die Staatsanwaltschaft gegen insgesamt 15 Beschuldigte führt, zähle zu den umfangreicheren Ermittlungen der Behörde. „Die Vermögensarreste in Höhe von 1,2 Millionen Euro zeigen die Dimension des Verfahren“, sagt Passade. Es sei keine kleine Plantage gewesen, sondern ein richtiger Geschäftsbetrieb – „nur eben illegal“. Im Laufe der Ermittlungen werde sich zeigen, wie umfangreich der Fall tatsächlich ist.

Die Staatsanwaltschaft äußert sich nicht dazu, gegen welche Clans sich die Ermittlungen richten oder ob es in nächster Zeit weitere Razzien geben wird.

(sei/var/ech/bul)

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