Insolvenzverwalter gibt Elrond auf Drogenhilfeprojekt wird eingestellt

Bremen. Das Drogenhilfeprojekt Elrond ist endgültig gescheitert. Wie der Insolvenzverwalter gestern Abend mitteilte, wird die Einrichtung Ende Juli geschlossen.
26.06.2012, 05:00
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Drogenhilfeprojekt wird eingestellt
Von Jürgen Hinrichs

Bremen. Das Drogenhilfeprojekt Elrond ist endgültig gescheitert. Wie der Insolvenzverwalter gestern Abend mitteilte, wird die Einrichtung Ende Juli geschlossen.

Elrond war im vergangenen Jahr massiv in Bedrängnis geraten, nachdem sich in der Kasse ein Loch von 1,9 Millionen Euro aufgetan hatte. Eine geregelte Buchführung gab es zu der Zeit schon nicht mehr. Die Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen wegen des Verdachts der Untreue und Unterschlagung auf. Zustände, die Wellen bis hinein in die Bürgerschaft schlugen.

Die christdemokratische Bürgerschaftsfraktion sah den Fall Elrond als Paradebeispiel, wie das SPD-Gesundheitsressort seine Kontrollpflichten verletze. Es wurde Akteneinsicht beantragt und der Fokus auf die Behördenspitze gelenkt: Der Fall, so die CDU-Parlamentarier, müsse politische Konsequenzen haben.

Nach Darstellung von Bewohnern der Einrichtung, sollen die Geschäftsführer des Drogenhilfevereins selbst Drogen genommen haben und seien deswegen ihren Pflichten nicht mehr nachgekommen. Anschuldigungen, die lange auch den Behörden bekannt waren, ohne dass dies Folgen gehabt hätte.

Der Insolvenzverwalter Gerrit Hölzle war anfangs noch optimistisch, Elrond retten zu können, musste nun aber aufgeben: "Zuletzt fehlte für den Fortbestand der Einrichtung die wirtschaftliche Grundlage", erklärt Hölzle.

Elrond hatte sich unter anderem mit Umzügen und Wohnungsauflösungen finanziert. Eine Zeit lang waren in der Einrichtung 70 Bewohner untergebracht – straffällig gewordene Drogenabhängige, die nach dem Prinzip "Therapie statt Strafe" eine Bleibe fanden und beschäftigt wurden. Nachdem die Behörden die Genehmigung dafür entzogen hatten, waren es zuletzt nur noch zwölf Bewohner.

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