Casting im Courtyard Marriott Hotel DSDS sucht Entertainer in Bremen

Auf der Suche nach unterhaltsamen Kandidaten hat der DSDS-Castingtruck am Dienstag in Bremen Halt gemacht. Der große Ansturm, wie man ihn aus dem Fernsehen kennt, blieb aber aus.
23.08.2016, 20:01
Lesedauer: 4 Min
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DSDS sucht Entertainer in Bremen
Von Kristin Hermann

Auf der Suche nach unterhaltsamen Kandidaten hat der DSDS-Castingtruck am Dienstag in Bremen Halt gemacht. Der große Ansturm, wie man ihn aus dem Fernsehen kennt, blieb aber aus.

Wo ist denn nun die Schlange? Wo sind die Massen kreischender Teenies mit der Hoffnung, entdeckt zu werden, endlich groß zu werden und singen zu können? Hier, im Eingangsbereich des Courtyard Marriott Hotels jedenfalls nicht. Hier zeigt sich ein Bild, das nicht annähernd dem entspricht, das man aus dem Fernsehen kennt. Es sind kleine Grüppchen, die immer mal wieder bei der Anmeldung stehen und Fragebögen ausfüllen.

Einige wenige Neugierige sind gekommen, um das Geschehen zu beobachten und Fotos zu machen. Und ganz vereinzelt kommen freudestrahlende Menschen aus dem Eingang gehüpft – oder schleichen Traurige von dannen, jene, die es nicht weiter geschafft haben. Am Dienstag gastierte das Team von Deutschland sucht den Superstar (DSDS), der Mutter aller deutschen Castingshows, in dem Hotel am Bremer Hauptbahnhof.

Vor Dieter Bohlen und Co. dürfen sich die Bremer Kandidaten aber noch nicht präsentieren. Das kommt erst später, wenn sie es denn schaffen. Vorher müssen sie vor zwei Juroren der Produktionsfirma bestehen, die eine Vorauswahl für einen Workshop treffen. Wer den meistert, der darf vor die echte Jury treten. Und dafür müssen sie entweder außerordentlich gut singen – oder besonders schlecht. Die Mittelmäßigen fallen oft durchs Raster.

Jury sieht nur eine repräsentative Auswahl

Die Jury bekomme eine repräsentative Auswahl der Kandidaten zu sehen, die sich beworben haben, heißt es auf Nachfrage bei dem zuständigen Fernsehsender RTL. Dabei achte man auf die Spitzen – sowohl nach oben als auch nach unten. Dass es bei der Show nicht mehr nur um Stimme geht, ist seit Jahren bekannt. Das verrät auch schon ein Blick in die Ankündigung. Es werden Kandidaten gesucht, die „gute Typen“ sind, „Entertainer“ oder „schräge Charaktere“.

Der Castingbereich ist für die Medien an diesem Tag tabu. Wer mit Kandidaten sprechen will, muss das vor der Tür tun. „So sind eben die Regeln“, sagt ein Mitarbeiter des Produktionsteams. Das gilt auch für die Auskunft, wie viele Teilnehmer insgesamt in Bremen an diesem Tag ihr Glück versucht haben.

Doch auch vor dem Hoteleingang offenbart sich, wie nah Freude und Enttäuschung in dieser Sendung beieinanderliegen. Wie glücklich Monika Konkol und ihre Familie nach dem Auftritt der 26-Jährigen sind, bekommt am Nachmittag quasi der gesamte Platz vor dem Hotel mit. Schreiend springt die Sängerin mit den pink-schwarzen Haaren in die Arme ihres Freundes, der sie hin und her schleudert und seine Freude am liebsten mit allen Passanten teilen will. Für die gebürtige Polin geht es eine Runde weiter, sie muss wahrscheinlich im September nach Köln zum nächsten Casting.

Kandidaten müssen drei Lieder vorbereiten

Konkol lebt erst seit einigen Jahren in Bremen, verdient ihr Geld als Zimmermädchen. Doch ihr Traum war es schon immer, Sängerin zu werden. DSDS ist für sie eine Chance, die sie ergreifen will. Denn sie singt zwar in einer Band, mit der sie auf Hochzeiten und anderen Feiern auftritt; der große Erfolg komme damit aber nicht, sagt sie. Die 26-Jährige ist ein großer Fan von Hello Kitty, das ist nicht nur an dem Glücksbringer sichtbar, den sie in Form der kleinen Stoffkatze mitgebracht hat, sondern auch an ihrem Styling.

Rosafarbene Haare und passendes Top mit einem schwarzen Minikleid sollen ihr vor den Juroren Glück bringen. Dazu kommen ihre vielen Tattoos, mit denen Konkol auffällt. Doch sie kann auch singen, zumindest haben ihr das die Leute von der Produktionsfirma gesagt, erzählt sie nach dem Auftritt. Bei den Songs hat sie auf Klassiker aus allen Genres gesetzt: Tina Turner, Roxette und Helene Fischer.

Drei Lieder mussten die Teilnehmer für das Casting vorbereiten. Ob sie diese alleine performen oder in der Gruppe, bleibt ihnen in diesem Jahr selbst überlassen.

Zwischen Jubel und Enttäuschung

William De Souza Da Silva will es als Solokünstler versuchen – sein Name klingt bereits wie der eines Künstlers. „So heiße ich wirklich“, sagt der gebürtige Brasilianer und muss lachen. Der 19-Jährige will unbedingt Rockstar werden, am besten wie seine Vorbilder von Linkin Park, sagt er. Mit einem Song von der Band konnte er auch die Juroren von sich überzeugen. „Mein erster Anlauf war zu leise, aber dann hat es geklappt“, sagt er. Den ganzen Tag sei er aufgeregt gewesen, habe seine Lieder immer wieder gesungen. Um ihn mental zu unterstützen, hat seine Mutter extra ihren Frankreichurlaub abgebrochen und ist mit dem Auto nach Bremen zurückgefahren.

Dass einige Personen das Castingformat eher als Hindernis wahrnehmen, um einen Fuß in der Musikbranche zu fassen, lässt De Souza Da Silva nicht gelten. „Man muss alles ausprobieren. Vielleicht ergibt sich etwas“, sagt er. Das sieht auch seine Mutter so. „Und wenn es nicht klappt, dann kommt etwas Neues.“

Nicht ganz so gut lief die Bewerbungsrunde für Sandra Rauchfuß. Vor ihrem Auftritt wirkt sie noch ganz cool. „Ich gebe mein Bestes und wir schauen mal, wie es ankommt“, sagt sie. Aufgeregt sei sie überhaupt nicht. Ganz anders ist das, als sie eine halbe Stunde später wieder aus dem Gebäude rauskommt. Sie wirkt aufgelöst. „Ich habe es nicht geschafft“, sagt sie. „In dem Moment, als ich den Warteraum betreten habe, kam die Aufregung.“ Da habe es auch nicht geholfen, die hohen Schuhe auszuziehen, wie es ihr die Mitarbeiter von der Produktionsfirma geraten haben. „Meine Stimme hat zu sehr gezittert.“



Casting in Bremerhaven

Ganz vorbei ist der Traum vom großen Durchbruch als Sängerin für die 21-Jährige aus Bremervörde aber noch nicht. Man habe ihr ans Herz gelegt, es an diesem Mittwoch noch einmal in Bremerhaven zu versuchen. Dort steht der DSDS-Castingtruck zwischen 14 und 22 Uhr in der Innenstadt, Bürgermeister-Smidt-Straße 47.

Deutschland sucht den Superstar geht mit den Castings mittlerweile in die 14. Runde. Bis Ende September tourt das Team durch Deutschland, Luxemburg, Österreich und die Schweiz, um unterhaltsame Kandidaten zu finden. Der Castingtruck macht in 47 Städten halt. Mitmachen kann jeder im Alter zwischen 16 und 40 Jahren, Minderjährige benötigen die Einverständniserklärung ihrer Erziehungsberichtigten.

Ausgestrahlt wird die Sendung nach Angaben von RTL ab Anfang 2017. Wer dann in der Jury neben Poptitan Dieter Bohlen sitzt, wird erst in den kommenden Wochen bekannt gegeben. Ob es weitere Castingrunden in Bremen oder Live-Shows geben wird, sei bisher nicht angedacht. 2015 fand das Finale der Show in der ÖVB-Arena statt.

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