Großes Puppentheater Dundu begeistert auf dem Bremer Weihnachtsmarkt

Die Leuchtfigur Dundu hat am Freitag so manchen Weihnachtsmarktbesucher verzaubert. Gesteuert wird sie von fünf Puppenspielern, die für ihren Auftritt viel proben mussten.
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Dundu begeistert auf dem Bremer Weihnachtsmarkt
Von Jan-Felix Jasch

Die Leuchtfigur Dundu hat am Freitag so manchen Weihnachtsmarktbesucher verzaubert. Gesteuert wird sie von fünf Puppenspielern, die für ihren Auftritt viel proben mussten: Das Zusammenspiel erfordert viel Erfahrung.

Eine viereinhalb Meter große Gestalt bewegt sich über den Weihnachtsmarkt am Domshof. Die Besucher sind sichtlich erstaunt, von Angst ist aber keine Spur. Interessiert begutachten sie die Figur. Die riesige Puppe bewegt sich grazil und fein – trotz der Größe.

Gesteuert wird sie von fünf Puppenspielern, routiniert bewegen sie die Beine, Arme und Rumpf. Die Figur gleitet wie lebendig über den Platz. Menschentrauben folgen der Figur begeistert, unzählige Handys halten die Szene fest. Nichts Neues für Karsten Schneiderhahn und seine vier Puppenspieler-Kollegen.

Eine Geschichte, die Schneiderhahn einfällt und ihn zum Schmunzeln bringt, handelt von einem kleinen Mädchen mit seinem Vater im Kölner Dom. Dort baute das Team gerade die riesige Figur auf. Als das Mädchen sie sah, fragte es ihren Vater: „Papa, ist das Gott?“ Da wusste der Vater nicht, was er antworten sollte, und auch Schneiderhahn konnte nicht so recht helfen. Er freute sich einfach über die Begeisterung des kleinen Mädchens.

Figur wurde im Dom aufgebaut

Am Freitagabend baute das Team die Figur wieder auf – dieses Mal im Bremer Dom. Schneiderhahn bedient heute das linke Bein der Figur. „Man muss schon flexibel sein, man kann nicht immer nur dasselbe Körperteil steuern“, sagt er. Nur der Rumpf, erklärt er, der werde meist vom selben Spieler gesteuert. Das sei bei der Größe der Puppe auch eine Frage der Kraft.

Die große Figur wurde von dem Stuttgarter Puppenbauer Tobias Husemann entwickelt. Während er in Jerusalem lebte, habe er schon immer mit dem Gedanken gespielt, solch eine riesige Puppe zu schaffen, erzählt Schneiderhahn. Nach einiger Zeit des Experimentierens war Dundu schließlich geboren. Dundu ist der Name der Puppe. Er leitet sich von Du und Du ab. Mit den Puppen sollen die Zuschauer berührt werden. „Fünf Erwachsene werden durch die Puppe zu einem ‚Wir’ – und wenn das Zusammenspiel gut klappt, werden die Zuschauer wieder zu Kindern“, sagt Jaco Bosch. Er ist auch einer der Puppenspieler, Bosch steuert den Rumpf und den Kopf.

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Durch ihre spezielle Bauweise sind die Puppen außerordentlich beweglich. Sie bestehen aus sehr vielen einzelnen Gliedern. Trotzdem braucht das Team einiges an Übung, bis die Puppe überzeugend gesteuert werden kann. „Das dauert sogar einige Jahre, man muss sich blind verstehen“, erklärt Schneiderhahn. Allerdings sei es organisatorisch nicht immer möglich, die Figur im selben Team zu steuern. „Wir haben mittlerweile sechs Puppen, die sich nur in der Größe minimal unterscheiden“, sagt Schneiderhahn. Meist seien sogar einige parallel im Einsatz, da käme es schon mal zu ungewohnten Konstellationen in den Teams. „Bisher gab es da aber noch keine größeren Probleme.“

Leuchtdioden erwecken Dundu zum Leben

Und Probleme könnte es durchaus eine Menge geben. Denn bei einer Gestalt dieser Größe ist es sehr schwer, diese noch frei zu steuern – obwohl das Gewicht relativ gering ist. „Das Material ist ein Betriebsgeheimnis“, sagt Schneiderhahn lachend. Es wurde in der langen Experimentier-Phase von Husemann entwickelt. Es durfte nicht zu schwer sein und sollte trotzdem Wind und Regen trotzen.

Außerdem erwecken viele kleine Leuchtdioden die Figur zum Leben. Sie werden per Schalter bedient. Des Weiteren wird die Puppe von Musik begleitet, am Freitagabend in Bremen war es ein Akkordeonspieler. Manchmal wird die Puppe allerdings auch von Kora-Musik begleitet, einer westafrikanischen Harfe. Stefan Charisius, ein Mitgründer Dundus, ist einer der wenigen Europäer, die dieses Instrument fließend beherrschen. Seit hunderten von Jahren wird dieses Instrument zum Spielen von Musik genutzt, die einen inneren Frieden hervorrufen soll und das Wohlbefinden stärkt. Auch die moderne Popmusik bedient sich Melodien, die auf der Kora entwickelt worden sind.

Wer den Auftritt der Puppe am Freitag verpasst hat, hat in zwei Wochen noch einmal die Chance. Am 9. Dezember zwischen 18 und 20 Uhr läuft Dundu noch einmal über den Weihnachtsmarkt.

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