Tote Frau in der Grohner Düne

Ehemann räumt die Tat ein

In der Grohner Düne in Bremen-Vegesack ist eine Frau gewaltsam zu Tode gekommen. Die Polizei hat den Ehemann festgenommen, mittlerweile soll er die Tat gestanden haben.
15.01.2017, 13:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Imke Molkewehrum
Ehemann räumt die Tat ein

Polizei-Einsatz an der Grohner Düne.

Chrisian Kosak

In der Grohner Düne in Bremen-Vegesack ist eine Frau gewaltsam zu Tode gekommen. Die Polizei hat den Ehemann festgenommen, mittlerweile soll er die Tat gestanden haben.

Einen Tag nach der Tötung einer hochschwangeren Frau in der Grohner Düne ist es still in dem Hochhaus an der Bydolekstraße 8 in Vegesack. Eine Postbotin sortiert Briefe in die Postkästen, ein Bewohner bringt den Müll raus. Gehört oder gesehen habe er nichts, sagt er.

Anders der anonyme Anrufer, der die Polizei am Sonntag um 11.10 Uhr über einen Streit im Haus informierte und einen Großeinsatz mit mehreren Polizeifahrzeugen und einem Notarztwagen auslöste. Als die Rettungskräfte eintrafen, war es allerdings schon zu spät. Die 40-jährige Frau aus Syrien lag leblos am Boden und konnte nicht mehr reanimiert werden. Sie starb in der Wohnung. Mit ihr starb auch das ungeborene Kind, das Anfang Februar zur Welt hätte kommen sollen.

Hintergründe sind noch unbekannt

Vor Ort verhafteten die Polizeibeamten den 39-jährigen Ehemann, der aus der Türkei stammt. „Offenbar hat es in der Wohnung eine Auseinandersetzung gegeben, in dessen Verlauf der Tatverdächtige mit einem harten Gegenstand mehrfach auf den Kopf der Ehefrau eingeschlagen hat“, sagt Frank Passade von der Staatsanwaltschaft Bremen, die den Fall übernommen hat. Die Frau sei an ihren Verletzungen gestorben.

Auch das Kind konnte nicht gerettet werden. „Es war ein Notarzt vor Ort, und der wird sich sicherlich Gedanken gemacht haben, ob für die Kindsrettung etwas unternommen werden konnte“, sagt Frank Passade und fügt hinzu: „Er hat aber nichts gemacht.“

Während der Tat seien die Eheleute allein in der Wohnung gewesen. Es habe also keine Augenzeugen gegeben. „Wann und wieso der Streit eskaliert ist, wissen wir daher nicht“, sagt der Jurist. Klar sei aber, dass der Mann seine Frau getötet habe. „Er hat die Tat eingeräumt.“

Anklage lautet auf Totschlag

Die Anklage lautet derzeit auf Totschlag. „Ob das so bleibt, ist noch nicht klar“, betont Passade am Montag. Die Staatsanwaltschaft werde noch an diesem Tag einen Haftbefehlsantrag stellen.

Vegesacks Ortsamtsleiter Heiko Dornstedt hat über die Medien von dem Drama erfahren. „Ich bin erschüttert, auch weil die Frau im neunten Monat schwanger war“, sagt er. Mit der Grohner Düne habe diese Beziehungstat aber nichts zu tun. „Der Mann hätte wohl in jedem Fall auf seine Frau eingeschlagen, weil sie sich trennen wollte“, so Dornstedt. „Das hätte überall passieren können.“

Als mehrfacher Vater und Großvater tue es ihm um das ungeborene Kind besonders Leid, sagt der Ortsamtsleiter. Aber vermutlich sei die werdende Mutter bis zum Eintreffen der Rettungskräfte schon zu lange tot gewesen und das Kind mit ihr gestorben. Dornstedt: „Sonst wäre sicher alles Mögliche versucht worden. Bei einer Frau im neunten Monat ist die Schwangerschaft ja sofort zu sehen.“

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