Kommentar über den Bremer Clanchef

Eigentliche Fragen im Fall Miri bleiben unbeantwortet

Die Bremer Gerichte haben im Fall Miri schnell und eindeutig entschieden. Trotzdem bleiben die eigentlichen Fragen unbeantwortet, findet Ralf Michel.
22.11.2019, 22:27
Lesedauer: 1 Min
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Eigentliche Fragen im Fall Miri bleiben unbeantwortet
Von Ralf Michel
Eigentliche Fragen im Fall Miri bleiben unbeantwortet

Die Bremer Gerichte haben entschieden: Ibrahim Miri darf abgeschoben werden.

Carmen Jaspersen /dpa

Deutlicher hätte die Abfuhr kaum ausfallen können, die Ibrahim Miri vor Bremens Gerichten kassiert hat. Seine angebliche Bedrohung im Libanon zerpflückte das Verwaltungsgericht in wenigen Sätzen. Darüber hinaus machten die Richter kein Hehl daraus, dass sie den 46-jährigen Clanchef als Gefahr für die Allgemeinheit betrachten. Nicht minder eindeutig fiel die Entscheidung des Landgerichts aus: Beschwerde abgewiesen, Miri bleibt in Abschiebehaft. Punkt!

Doch wie geht es jetzt weiter? Nimmt der Libanon den Clanchef, dessen Staatszugehörigkeit nach wie vor ungeklärt ist, noch einmal auf? Und wenn ja, wie kann verhindert werden, dass er postwendend wieder illegal einreist? Das sind die eigentlichen Fragen, die es zu klären gilt. Nicht von Gerichten, sondern von Politikern. Und nicht in Bremen, sondern in Berlin oder besser noch in Brüssel. Denn dass ein notorischer Straftäter trotz Abschiebung und illegaler Wiedereinreise behandelt werden musste wie jeder andere Asylsuchende auch, sorgt im Fall Miri für einen faden Nachgeschmack. Ebenso wie die offenbar völlig unzureichenden Kontrollen an den EU-Außengrenzen.

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