Christian und Kathrin Behrens haben die Anlage von Bootsbauer Hermann Claus übernommen Ein 128-Meter-Steg an der Lesum

Lesum. Pfiffige Lösungen auf Holzbooten waren ein Markenzeichen von Hermann Claus. Genauso durchdacht sieht auch der Ankerplan für seine Steganlage in der Lesum aus.
23.04.2016, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Volker Kölling

Pfiffige Lösungen auf Holzbooten waren ein Markenzeichen von Hermann Claus. Genauso durchdacht sieht auch der Ankerplan für seine Steganlage in der Lesum aus. Den 128 Meter langen Steg bewirtschaftet nach dem Tod des Meisterbootsbauers die Familie Behrens. Über ihr eigenes Hermann-Claus-Boot kamen die Posthausener an die Lesum und verliebten sich in dies Stückchen Fluss, an dem sie jetzt Liegeplätze vermieten.

Rückblick zur Messe Boatfit vor einigen Wochen: Der Stand der Steganlage Behrens war in den Messehallen der einzige mit einer fest installierten Zapfanlage. Und das ist nicht der einzige Grund, warum immer Trubel herrscht. Christian Behrens: „Das dritte Jahr auf der Boatfit war wieder toll: Wir haben ja kein Vereinsheim und so ist das dort auch der Treffpunkt für uns und unsere Eigner.“ Die Hermann-Claus-Holzboote sind Dauerthema. Christian Behrens und seine Frau Kathrin sind Selbermacher: Als Hermann Claus noch lebte, haben sie schon mitgeholfen, die riesiger Steganlage ins Wasser zu bringen. Kathrin Behrens: „Von hier oben sieht die Anlage ja fast klein aus. Aber wenn man sie an einem Tag hundert Mal rauf und runter laufen muss, hat man Kilometer hinter sich.“

Ungezählte Kilo an Ketten müssen genau platziert und an die Anker gespannt werden. Christian Behrens guckt auf den Plan: „Im vergangenen Jahr habe sogar ich mich mal verheddert. Die Taucherin, die dann die Kette runtergetaucht ist, war nach drei Stunden tauchen in der Strömung hier fix und alle.“

Thomas Lübeck und seine Frau können diesen Erzählungen entspannt lauschen. Er legt auch deshalb sein Boot bei Behrens an, weil er eben keinen Arbeitsdienst machen muss: „Jeder hat doch heute einen vollen Terminkalender und möchte andererseits möglichst viel Zeit auf seinem Boot verbringen. Hier habe ich in dieser netten Gemeinschaft die Vorteile des Vereinslebens gepaart mit dem Service einer Marina.“ Dabei schätzt der Holzbootsbesitzer Lübeck in erster Linie der Austausch über die alten Holzboote auf dem Steg: „Wir haben an der Anlage ja noch ein paar alte Holzboote, und da geht es immer wieder um die Pflege und den Erhalt der Boote.“

Christian Behrens ist im Hauptberuf Tischlermeister mit der Firma CB-Bau in Posthausen und nebenher schon seit Jahren mit den HC-Booten beschäftigt: „Ich habe mal einen alten Wellenbinder in einer Garage gefunden und bin dann zu Hermann Claus gegangen und habe ihn um Rat gefragt.“ Für Nicht-Experten: Eine Wellenbinder ist ein Boot mit bestimmter Rumpf-Form unter der Wasserlinie.

Es folgte eine ganze Reihe gemeinsamer Renovierungsprojekte. Ihr eigenes HC-Boot haben die Behrens’ noch. Mit elf Metern sei es das längste Motorboot, das Claus je gebaut habe.

Beide nicken zustimmend, als Thomas Lübeck anfängt, über das Revier zu schwärmen: „Die Gegend hier ist echt nett. Wir kommen aus Verden, kennen das Leben am Fluss also auch ein bisschen. Aber hier kannst du mit dem Boot auf die Weser, die Hamme hoch oder mal eben Richtung Wümme verschwinden. Es ist wirklich vielfältig.“

Christian Behrens hatte es nicht schwer, seine Liegeplätze an die Kunden zu bringen: Zwölf Schiffe passen auf die Außenplätze, und die sind in diesem Jahr auch schon alle belegt. Das längste Schiff messe in diesem Jahr 13 Meter, das kleinste unter vier Metern: „Das ist ein Boot aus dem Teich vom Magicpark Verden.“ Ein Eigner kommt ganz aus Hildesheim, viele andere aus der Region. Innen zur Uferböschung haben sie noch ein paar Plätze für kleinere Boote.

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