Uralkosaken, Schulschiff-Deutschland-Chor und Dorothee Lotsch zu Gast in der Alt-Aumunder Kirche Ein Abend für Alexandra

Aumund. Die Kulisse war etwas ungewöhnlich für einen Seemannschor. Die Zusammenstellung der Interpreten für das Konzert in der Alt-Aumunder Kirche ebenso.
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Von Doris Friedrichs

Aumund. Die Kulisse war etwas ungewöhnlich für einen Seemannschor. Die Zusammenstellung der Interpreten für das Konzert in der Alt-Aumunder Kirche ebenso. Eingeladen waren an diesem Abend der Schulschiff-Deutschland-Chor und der Chor der Ural-Kosaken, die vor ausverkauften Reihen „Lieder der russischen Seele“ zum Besten gaben und darüber hinaus gemeinsam mit der Künstlerin Dorothee Lotsch an die 1969 verstorbene Sängerin Alexandra erinnerten.

Auf Deutsch und Russisch begrüßte Chorleiter Vladimir Kozlovsky die Konzertbesucher und erklärte ihnen, was sie an diesem Abend erwartet: Volksweisen, berühmte Sakrale und Kosakenlieder. Die Stimmgewalt der acht Sänger, ganz in Schwarz gewandet, war beeindruckend. Scheinbar mühelos wechselten sie von leisen zu lauten Klängen und überwanden dabei eindrucksvoll Tonlagen. Ergriffen und andächtig lauschte das Publikum einem Mönchsgebet, einem Lied aus dem 14. Jahrhundert. Instrumente schien es da nicht zu brauchen.

Aber dann doch der Einsatz eines Knopfakkordeons zur Arie „Herrscher des Himmels und der Erde“. Sehnsuchtsvoll, melancholisch klangen die Lieder, die die Sänger interpretierten, aber dann gab es durchaus auch heitere Lieder, bei denen die Besucher eingeladen waren, mitzuklatschen. Auch die „Abendglocken“ durften nicht fehlen. Kein Mucks aus dem Publikum und am Ende des Liedes tosender Applaus.

Berühmtestes Mitglied des Ural-Kosaken-Chores war einst Ivan Rebroff. Ein Jahr lang, von 2006 bis 2007, übernahm zudem Alexander Skovitan, Sohn der Sängerin Alexandra, vorübergehend die musikalische Leitung des Ensembles. Seiner Mutter war auch der Abend in der Alt-Aumunder Kirche gewidmet. Dorothee Lotsch arbeitet seit 2004 mit dem Ural Kosaken Chor zusammen. Bald 50 Jahre nach dem Tod von Alexandra ließ die Sängerin das musikalische Vermächtnis der gebürtigen Litauerin wieder lebendig werden.

So waren Lieder wie „Mein Kind schlaf ein“ unter stimmlicher und instrumentaler Begleitung einiger Mitglieder der Ural-Kosaken zu hören. „Alexandra hat die Natur geliebt“, erzählte Dorothee Lotsch. Für „Mein Freund, der Baum" war es zu diesem Zeitpunkt aber noch zu früh. Dafür kam „Weißt du noch?“ und „Klingt Musik am Kaukasus“, ein Lied von Alexandra nach einer russischen Volksweise. „Zwei Männer kämpfen um ein schönes Mädchen. Danach sind sie aber so erschöpft, dass sich das Mädchen einen Bajan-Spieler nimmt, getreu dem Motto ‘Wenn zwei sich streiten‘“, beschrieb Dorothee Lotsch den Inhalt des Liedes. Und auch das bekannte „Sehnsucht“ war Teil ihres Vortrages.

Das Lied „Moskauer Nächte“, gesungen auf Russisch, kündigte sie mit den Worten an, dass Alexandra mehrere Sprachen gesprochen und sich die russische selbst beigebracht hätte. Sie habe unbedingt korrekt sprechen und singen wollen, „aber ohne mit der Wimper zu zucken. Das tue ich jetzt auch.“ Danach folgte „Those were the days“ dreisprachig: russisch, deutsch, englisch.

Der Schulschiff-Deutschland-Chor wiederum steuerte musikalisch Maritimes zum Gelingen des Abends bei, unter anderem mit „Fährmann hol över“ und „La Paloma“, aber auch mit „Guten Abend, gut‘ Nacht“, dem Wiegenlied von Johannes Brahms. Gemeinsam mit dem Ural-Kosaken-Chor und Dorothee Lotsch sangen sie gegen Ende der Veranstaltung „Ich bete an die Macht der Liebe“. „Oh, da möchte ich mitsingen“, bekannte ein Besucher.

Stehende Ovationen wurden schließlich allen Interpreten zuteil. Und dann durchdrang doch noch, was wohl alle Anwesenden sehnsüchtig erwartet hatten, das Kirchenschiff: „Mein Freund, der Baum“, wiederum gesungen von allen Sängern und Dorothee Lotsch. „Toll“, lautete der abschließende Kommentar einer Besucherin.

„Oh, da möchte ich mitsingen.“ Eine Besucherin
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