Lastoria erinnert an Sängerin / Veranstaltung mit Anmeldung Ein Abend für die Fröhlich

Altstadt·Ostertor (wk). Die Spuren führen von Bremen nach Hamburg und Berlin, in die Schweiz und die USA, nach England, Polen, Luxemburg, Holland, Spanien und Peru: Der Geschichtsverein Lastoria hat weltweit recherchiert, um das Leben von Olga Irén Fröhlich nachzuzeichnen.
15.08.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von WESER-KURIER

Altstadt·Ostertor (wk). Die Spuren führen von Bremen nach Hamburg und Berlin, in die Schweiz und die USA, nach England, Polen, Luxemburg, Holland, Spanien und Peru: Der Geschichtsverein Lastoria hat weltweit recherchiert, um das Leben von Olga Irén Fröhlich nachzuzeichnen.

Die Sängerin, die bis zu ihrem Tod im Februar 1995 in der Sonnenstraße im Ostertor wohnte, soll auf dem Theaterschiff noch einmal zu Ehren kommen. Am Sonntag, 28. August, erinnert der Verein Lastoria an die Diseuse. Der Gewinn des Benefizabends, der um 18 Uhr beginnt, geht an das Blaumeier Atelier, das in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen feiert.

Vier Fotoalben aus dem Besitz der Künstlerin hatte jemand vor einigen Jahren aus einem Container an der Eduard-Grunow-Straße gerettet. Eine Bremerin schickte das Paket im vergangenen Winter an den Verein Lastoria, auf dessen Internetseite www.lastoria-bremen.de sie den Namen Olga Irén Fröhlich gefunden hatte. Eine aufwendige Recherche begann - und ist noch nicht abgeschlossen. Der Verein hat Anfragen in mehrere Länder geschickt und einen mehrsprachigen Aufruf gemacht.

Olga Irén Fröhlich war in den 20er-Jahren in Breslau als Rezitatorin aufgetreten, hatte im berühmten "Kabarett der Komiker" in Berlin auf der Bühne gestanden und war noch am Ende der Weimarer Zeit das erste Mal in Bremen engagiert. Die jüdische Sängerin aus Hamburg mit ungarisch-spanischen Wurzeln trat 1932 im Varieté "Astoria" an der Katharinenstraße auf. Es war, wie sie in späteren Interviews sagte, "eine böse Zeit". Emil Fritz, der Betreiber des Varietés, habe sie damals auftreten lassen, obwohl ihm von Antisemiten gedroht worden sei. Als die Nazis dann die Macht übernahmen, floh Olga Irén Fröhlich in die Schweiz. Erst in den 50er-Jahren kehrte sie in ihre norddeutsche Heimat zurück, und zwar nicht nach Hamburg, sondern nach Bremen. "Ich habe mich in diese Stadt verliebt", sagte sie zwei Wochen vor ihrem Tod in einem Radio-Bremen-Interview mit Dorothea Maßmann. Und ihr Publikum liebte sie.

Der Verein Lastoria hat über die jüdische Tageszeitung "Jewish Telegraph" in Leeds die Nachfahren von Olga Irén Fröhlich in England ausfindig gemacht, die Kinder und Kindeskinder ihrer Tochter Margit. 1938 war das 15-jährige Mädchen mit einem Kindertransport nach England gelangt und dort geblieben. Weitere nahe Verwandte von Olga Irén Fröhlich waren bereits zuvor nach Spanien und nach Peru ausgewandert. Andere, auch der Vater von Margit, wurden von den Nazis ermordet.

In den 50er- und 60er-Jahren trat Olga Irén Fröhlich wieder in Varietés wie dem "Astoria" oder dem "Hansa Theater" in Hamburg auf. Nach dem Abschied von der Bühne gestaltete sie Radiosendungen und nahm Schallplatten auf. Auch auf der CD "Blaumilchkanal" von Ephraim Kishon ist ihre Stimme zu hören: "Drehen Sie sich um, Frau Lot!"

Der Verein Lastoria bereitet die Hommage an die Künstlerin vor und hat dazu Menschen eingeladen, die Olga Irén Fröhlich kannten. Christine Renken vom Theater Interaktiwo wird eine Gesprächsrunde moderieren. Die Lebensgeschichte von Olga Irén Fröhlich wird erzählt, Originaltöne werden zu hören sein und auch live Gesungenes: Die "Such fine Ladies" haben zwei Lieder der Diseuse einstudiert.

Die Hommage an Olga Irén Fröhlich ist am Sonntag, 28. August, um 18 Uhr auf dem Theaterschiff an der Tiefer. Aus organisatorischen Gründen wird um eine rechtzeitige Anmeldung gebeten - unter der Telefonnummer 55 08 92 (bitte unbedingt den Namen und Rückruftelefonnummer hinterlassen) oder auch per E-Mail an info@lastoria-bremen.de.

Der Eintritt ist grundsätzlich frei, aber um eine Spende von zehn Euro wird gebeten. Der Gewinn des Abends geht an Blaumeier.

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