Ausstellung im Hafenmuseum soll Besucher zum Nachdenken über ihr Konsumverhalten anregen / Lernen, wie Meerwasser trinkbar wird

Ein anderes Bewusstsein für das Wasser

Industriehäfen. Um ein einziges T-Shirt herzustellen, werden 2000 Liter Wasser verbraucht. Für ein paar Schuhe sogar 8000 Liter. Dinge wie diese lernen Besucher in den neuen Ausstellungen "WasserWissen - die wunderbare Welt des Wassers" und "Wasser verbindet - Bremen mit der Welt", die aktuell im Hafenmuseum im Speicher XI 1 zu sehen sind.
26.09.2011, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Liane Janz

Industriehäfen. Um ein einziges T-Shirt herzustellen, werden 2000 Liter Wasser verbraucht. Für ein paar Schuhe sogar 8000 Liter. Dinge wie diese lernen Besucher in den neuen Ausstellungen "WasserWissen - die wunderbare Welt des Wassers" und "Wasser verbindet - Bremen mit der Welt", die aktuell im Hafenmuseum im Speicher XI 1 zu sehen sind.

Die erste Schau ist eine Wanderausstellung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA), die zweite Ausstellung wurde vom Umweltschutzverein "Robin Wood" initiiert.

In "WasserWissen" können die Besucher sechs Säulen erkunden und durch Raten und Ausprobieren klüger werden. Wie viel verbrauchtes Wasser in verschiedenen Produkten steckt, erfährt der Besucher an der Säule zum versteckten Wasser. Mit einem Stift wird zum Beispiel ein Ei oder ein T-Shirt berührt und mit einem zweiten Stift eine Mengenangabe wie 140 Liter, 37 Liter oder 2000 Liter. Leuchtet die Kontrolllampe auf, dann hat der Besucher das zusammen gehörige Paar gefunden.

"Diese Station soll vor allem dazu anregen, über unser Konsumverhalten nachzudenken. Brauche ich wirklich 20 T-Shirts - oder reicht es, wenn ich drei oder vier habe, die ich gerne anziehe?", fragt Anne Schweisfurth, Museumspädagogin und Geschäftsführerin des Hafenmuseums. Jeder Besucher kann in der Ausstellung seinen eigenen Wasserverbrauch herausfinden. Dazu müssen verschiedene Daten eingegeben werden: zum Beispiel wie häufig man duscht oder sich die Zähne putzt.

Experimente für Schulklassen

Dass Süßwassergewinnung aus Meerwasser aufwendig ist, zeigt eine weitere Säule. Hier müssen Besucher mit bloßer Armkraft einen Druck von drei Bar aufbringen, damit der Umwandlungsprozess beginnt. "Da der größte Teil unseres Planeten aus Salzwasser besteht, ist dieser Prozess notwendig, um Trinkwasser zu gewinnen", erklärt Anne Schweisfurth.

Für Schulklassen gibt es ein besonderes Programm. Dann stellt das Museum sechs Experimentiertische auf, an denen die Schüler Hafenwasser auf seine Trinkwasserqualität testen oder einen Wasserfilter selbst bauen können. "Dann merken sie, dass sich feste Bestandteile wie Sand recht gut herausfiltern lassen, gelöste Stoffe, wie beispielsweise Antibiotika aber nicht", fuhr Anne Schweisfurth fort.

Um der Wanderausstellung auch eine bremische Komponente zu verleihen, sind historische Bremer Flutkarten zu sehen. Auch die Ausstellung "Wasser verbindet" hat einen starken bremischen Bezug. Der Verein Robin Wood, dessen Hauptgeschäftsstelle sich in der Neustadt befindet, hat Menschen, von denen viele in anderen Ländern aufgewachsen sind, nach ihrer Beziehung zum Wasser befragt.

Die brasilianische Sängerin Marcia Bittencourt ist eine von ihnen. Ihre Aussagen können auf Schautafeln nachgelesen werden. In Rio de Janeiro aufgewachsen, war Wasser ein fester Bestandteil ihres Lebens, denn es war einfach allgegenwärtig. Zur Vernissage sang sie brasilianische Lieder über Wasser. "Die Menschen haben ihre Erinnerungen an das Wasser mit nach Bremen gebracht und ihre Augen haben geleuchtet, wenn sie darüber sprachen", sagt Annegret Reinecke von Robin Wood.

Blicke in Häuser und Kläranlagen

Sie ist Sprecherin des Wasserforums Bremen, einem Zusammenschluss Bremer Umwelt- und Entwicklungsorganisationen, und hat weitere Aussteller mit ins Boot geholt: Das Bremer Informationszentrum für Menschenrechte und Entwicklung (biz) zeigt eine Animation für den klimabedingten Anstieg des Meeresspiegels. Die Bremer Arbeitsgemeinschaft für Überseeforschung und Entwicklung (borda) hat ein Modell für die Abwasseraufbereitung beigesteuert. Die Dächer der Modellhäuser können abgenommen werden, sodass der Besucher einen direkten Einblick in die Abläufe eine Kläranlage bekommt und den Weg des Wassers von der Toilette bis zum aufbereiteten Endprodukt verfolgen kann.

Auch der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) ist an der Ausstellung beteiligt: Einer Anlage mit Durchflussbegrenzung gibt Anregungen für einen bewussten Umgang mit der flüssigen Ressource: An drei Wasserhähnen können Besucher ein System zum Wassersparen testen. Begleitend zur Ausstellung hat der Umweltschutzverein Robin Wood mit verschiedenen Partnern ein Programm auf die Beine gestellt, das auf www.hafenmuseum-speicherelf.de nachgeschlagen werden kann.

Die Ausstellung "WasserWissen - die wunderbare Welt des Wassers" ist bis zum 12. Februar, die Ausstellung "Wasser verbindet - Bremen mit der Welt" bis zum 30. Januar im Hafenmuseum im Speicher XI in der Überseestadt zu sehen. Schulklassen können sich unter Telefon 3038279 anmelden.

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