Bremer Afrika-Delegation

Ein Bremer Schlüssel für Durban

Bürgermeister Carsten Sieling möchte die Partnerschaft zum südafrikanischen Durban wieder aufleben lassen und stärker mit ihr zusammenarbeiten. Als Zeichen dafür, überreichte er einen Bremer Schlüssel.
04.06.2018, 21:20
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Ein Bremer Schlüssel für Durban
Von Moritz Döbler

Bremen und das südafrikanische Durban wollen ihrer Städtepartnerschaft neuen Schwung geben. Bürgermeister Carsten Sieling übergab seiner Amtskollegin Zandile Gumede bei einem Empfang in Durban einen Bremer Schlüssel. „Der Schlüssel soll Türen öffnen, die verschlossen sind, aber er soll vor allem Herzen öffnen“, sagte er. Südafrikas bedeutendste Hafenstadt sei ein Schmelztiegel gesellschaftlicher Erneuerung. Die seit 2011 bestehende Städtepartnerschaft solle auf Augenhöhe und als „Partnerschaft der Menschen“ mit neuem Leben erfüllt werden.

Bürgermeisterin Gumede erinnerte an den einstigen Präsidenten Nelson Mandela. Es gelte, Rassismus und Sexismus in beiden Städten auszurotten. Bremen und Durban sollten in vielen Bereichen zusammenarbeiten, beim Klimaschutz, in Bildung und Landwirtschaft, in der Auto- und der Textilindustrie. Es gebe auch umfassende Pläne im öffentlichen Nahverkehr, bei denen die Unterstützung der deutschen Partner willkommen sei. „Wir möchte mit großen Unternehmen des Privatsektors zusammenarbeiten“, sagte Gumede. „Zusammen können wir mehr erreichen.“

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Sieling und Finanzsenatorin Karoline Linnert sowie eine Handvoll Teilnehmer der insgesamt knapp 60-köpfigen Afrika-Delegation der Handelskammer hatten am Sonntag und Montag einen Abstecher in die Partnerstadt Durban unternommen. Konkrete Vereinbarungen wurden nicht getroffen. Das liegt auch an den Zuständigkeiten: Die großen Vorhaben wie der Ausbau des Hafens und des Flughafens sowie des Konferenzzentrums werden ausschließlich aus nationalen Mitteln finanziert. Auch der öffentliche Nahverkehr mit einem neuen Schnellbussystem, den Gumede ansprach, wird nur zu einem Teil aus städtischen Geldern finanziert.

Mit dem staatlichen Hafenmonopol Transnet, das auch den Hafen von Durban betreibt, ist keine Zusammenarbeit in Sicht. Nach Angaben des deutschen Botschafters in Südafrika, Martin Schäfer, blieben schon die Vorgespräche vor einigen Wochen ohne Ergebnis. Auch Sieling, der vom Bremer Hafenchef Robert Howe begleitet wurde, konnte hier keinen neuen Impuls geben. Aber auf dem Hafengelände befindet sich ein Kulturzentrum, das sich einem stärkeren Austausch mit Bremer Künstlern öffnen möchte. Sieling zeigte sich begeistert von dem Projekt. „Es geht nicht nur um Kunst und Kultur, sondern die Kreativwirtschaft schafft Arbeitsplätze“, sagte Eric Apelgren, Leiter der internationalen Abteilung der Lokalregierung.

Sieling ist der erste Bremer Senatspräsident seit 20 Jahren, der Durban besucht. Im Februar 1998 kam Henning Scherf gemeinsam mit dem damaligen Bundespräsidenten nach Südafrika und Namibia. Er legte den Grundstein für die Beziehungen mit Durban, die 2011 dann in eine förmliche Städtepartnerschaft mündeten, unterzeichnet im Bremer Rathaus. Seitdem waren die Kontakte jedoch spärlich. Vor dem Rathaus Durbans steht ein Wegweiser zu rund einem Dutzend Partnerstädten mit Entfernungsangaben, darunter Rotterdam und New Orleans, aber das Schild für Bremen fehlt. „Wir werden es reparieren und wieder aufhängen“, sagte Apelgren von der Lokalregierung.

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Das Programm der Bremer Delegation geht in Kapstadt weiter, am Mittwoch fliegt die gesamte Delegation nach Windhoek in Namibia, wo ein Wissenschaftsabkommen vereinbart werden soll.

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