Erzieher werben um Anerkennung Ein Fest für mehr Solidarität

Die Tarifauseinandersetzungen für Erzieherinnen geht am Donnerstag weiter. Um über Missstände zu informieren, hat die ver.r.di-Betriebsgruppe KiTa Bremen ein Solidaritätsfest veranstaltet.
07.04.2015, 19:00
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Ein Fest für mehr Solidarität
Von Kristin Hermann

Die Tarifauseinandersetzungen um die Aufwertung der Arbeit von Erzieherinnen und sozialen Diensten geht am Donnerstag in Düsseldorf in die nächste Runde. Um über Missstände zu informieren, hat die ver.di-Betriebsgruppe KiTa Bremen am Dienstag ein Solidaritätsfest auf dem Marktplatz veranstaltet. Während sich die Kinder bei verschiedenen Spieleangeboten amüsierten, konnten sich Erzieher und Eltern an Ständen über die Forderungen der Gewerkschaft informieren. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft will für die Sozial- und Erziehungsberufe höhere Eingruppierungen durchsetzen, die im Durchschnitt zu Gehaltssteigerungen von zehn Prozent führen würden.

Diesen Wunsch hat auch Birgit Seemann. Die Erzieherin aus der Kita Engadiner Straße möchte, dass die Gesellschaft erkennt, wie sehr die Anforderungen in ihrem Beruf gestiegen sind. „Wir müssen viel mehr leisten als früher“, sagt die 60-Jährige. „Dafür sollten wir auch mehr Lohn bekommen.“ Seemann selbst war jahrelang alleinerziehend. „Mit dem Gehalt als Erzieherin kann man kaum eine Familie ernähren.“ Das sieht auch Olaf Petersen so. Der Familienvater arbeitet ehrenamtlich in einem Kindergarten. Seine Tochter Eva kommt selbst bald in eine Einrichtung. Für den Protest der Erzieherinnen hat er großes Verständnis. „Gute Qualität muss gewürdigt werden“, sagt er.

Während in Bremen das Fest lief, hatten in Niedersachsen rund 3000 Mitarbeiter der kommunalen Kindertagesstätten ihre Arbeit niedergelegt. Schwerpunkte der Warnstreiks waren der Großraum Hannover, die Regionen Hameln, Nienburg und Wolfsburg sowie der Süden des Landes. Ver.di will mit bundesweiten Protesten in dieser Woche den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Am Donnerstag finden bereits zum dritten Mal Verhandlungen zwischen ver.di und den kommunalen Arbeitgebern statt. Beim zweiten Termin am 23. März hatten die Arbeitgeber kein konkretes Angebot unterbreitet. Falls auch die kommende Verhandlungsrunde scheitert, kann es nach Angaben der Gewerkschaft sein, dass in Bremen im April erneut gestreikt wird.

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