Kommentar zu Online-Kfz-Zulassung Ein Flop

Mit großem Tamtam wurde angekündigt, die Verwaltung zu digitalisieren, um den Bürgern Behördengänge abzunehmen. Am Beispiel „i-Kfz“ zeigt sich, wie lang der Weg bis dahin noch ist, meint Carolin Henkenberens.
02.03.2020, 08:51
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Ein Flop
Von Carolin Henkenberens

Das Projekt „i-Kfz“ beweist ein weiteres Mal, wie schwer sich deutsche Behörden oft noch mit der Digitalisierung tun. Da wird eine nicht besonders beeindruckende Leistung – per Mausklick das Auto anmelden – als etwas Visionäres angekündigt, und heraus kommt letztlich ein einziger Flop. Der Service funktioniert entweder überhaupt nicht und ist, wenn er denn existiert, wegen offenbar undurchdachter Nachteile für viele wenig attraktiv. Wieso auch sollte man sein Fahrzeug online anmelden, wenn man trotzdem erst nach einigen Tagen des Wartens losfahren darf? Und wer hat schon seinen Personalausweis für Online-Dienste aktiviert und ein zugehöriges Kartenlesegerät parat? Und völlig unverständlich ist, weshalb jede Kommune ihr eigenes Portal hochzieht. Klingt ineffizient.

Gut vorstellbar, dass der angebliche Service wegen angeblich mangelnder Nachfrage wieder eingestellt wird. Man könnte aus dem Projekt den Schluss ziehen, solche Vorhaben künftig zu lassen. Genau das wäre aber falsch. Das Verkehrsministerium und alle beteiligten Behörden auf Länder- und Kommunalebene sollten die Fehler auswerten – und sich direkt an neue digitale Innovationen setzen.

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