474. Schaffermahlzeit

Ein ganz besonderer Tag

Am Freitag findet die 474. Ausgabe der Schaffermahlzeit statt. Für die drei ausrichtenden Schaffer ein ganz besonderer Tag in ihrem Leben, wie sie am Mittwoch verrieten.
07.02.2018, 18:09
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Ein ganz besonderer Tag
Von Kristin Hermann
Ein ganz besonderer Tag

Sie organisieren die 474. Schaffermahlzeit: Matthias Ditzen-Blanke (2. Schaffer, v.li.), Torsten Köhne (1. Schaffer), der Verwaltende Kapitän Klaus Thormählen, Malte Seekamp (3. Schaffer) und Heiner Dettmer, Verwaltender Vorsteher von Haus Seefahrt.

Frank Thomas Koch

Den Glitzer-Frack werden sie am Freitag vermutlich gegen ein schlichteres Modell eintauschen müssen. Doch für den Sketch, den die drei neuen Schaffer bereits am Montag beim Schmeckemahl in der Handelskammer zu der Musik von Baccara und Freddy Quinn aufführten, eignete sich das Outfit hervorragend. Im Vorfeld der Schaffermahlzeit verkosteten bei diesem Termin knapp 100 Gäste die Menüfolge für das älteste Brudermahl der Welt.

„Das war so etwas wie die Generalprobe und hat uns ein wenig das Lampenfieber genommen“, sagte am Mittwoch der 2. Schaffer, Matthias Ditzen-Blanke. Der Verleger der Nordsee-Zeitung richtet an diesem Freitag zusammen mit Torsten Köhne, SWB-Vorstandsvorsitzender, und Malte Seekamp vom gleichnamigen Bremer Werbe-Unternehmen sowie dem Haus Seefahrt die 474. Ausgabe der Schaffermahlzeit aus.

Am Mittwoch ging es bereits weiter mit dem Verkosten. Im Schütting hatten die drei Schaffer einige Festspeisen ausgestellt, darunter Hühnersuppe, Stockfisch und Braunkohl. Vielleicht wollten sie auch schon mal üben, möglichst schnell zu essen, denn den Ablauf am Freitag bestimmt ein minutiöser Zeitplan. Danach bleiben ihnen etwa für die Suppe nur neun Minuten.

Zwischen den Gängen werden zwölf Reden gehalten. Vaterland, Handel, Schifffahrt und Industrie als Grundpfeiler der Bremer Wirtschaft sowie der Senat sind die Stichworte, die den Rahmen für die Reden der drei kaufmännischen Schaffer vorgeben.

Zu der Veranstaltung kommen traditionell 100 Kapitäne, 100 kaufmännische Mitglieder sowie 100 Gäste aus dem In- und Ausland zusammen, um Spenden für den Fortbestand der Stiftung Haus Seefahrt einzuwerben und mit Seefahrtsbier auf die Schifffahrt anzustoßen. Unter den Gästen in der oberen Rathaushalle werden am Freitag Sammelbüchsen herumgereicht, der konkrete Gesamterlös wird jedoch nicht verraten. Er fließt in das Haus Seefahrt, das als ältestes Sozialwerk der Welt gilt und früheren Kapitänen und ihren Witwen eine Heimstätte bietet. Auch die Förderung des Nachwuchses spielt eine wichtige Rolle.

Ehrengast wird in diesem Jahr Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) sein, der nach dem Ende der Koalitionsverhandlungen in Berlin nun nach Bremen kommen wird. Wer ansonsten zu den Gästen gehört, bleibt bis Freitag geheim. Eines ist jedoch so wie in den Jahren zuvor: Auch dieses Mal werden verhältnismäßig wenig Frauen an der Schaffermahlzeit teilnehmen – insgesamt werden drei weibliche Gäste an der Tafel in der oberen Rathaushalle sitzen.

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Für die Schaffer gehören die Monate bis zur Großveranstaltung zu der aufregendsten Zeit ihres Lebens, erzählten sie am Mittwoch. Seit September hätten sie sich regelmäßig für die Vorbereitung getroffen. „Dabei sind wir auch innerhalb der Gruppe zusammengewachsen“, sagte der 1. Schaffer, Torsten Köhne. Zur Seite standen ihnen währenddessen der Verwaltende Kapitän von Haus Seefahrt, Klaus Thormählen, sowie der Verwaltende Vorsteher, Heiner Dettmer. „Dieser Tag wird in unserem Leben einmalig sein, und das wollen wir genießen“, sagte Malte Seekamp, der die Aufgabe des 3. Schaffers übernehmen wird.

Anlässlich der 474. Schaffermahlzeit erscheint an diesem Freitag im WESER-KURIER ein Dossier, in dem sich alles um die Seefahrt dreht.

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