Wissensreise: Lorenz Knauer und Monica Lieschke sprechen über Jane Goodall

Ein Leben als Forscherin

Zum Thema der Sonderausstellung "Abenteurer, Entdecker, Forscher" lädt das Übersee-Museum in der Vortragsreihe – Wissensreise für Kinder zu zwei Veranstaltungen für Sonnabend, 26. Januar, ein: zu einem Vortrag über "Jane Goodall – Leben mit Schimpansen" mit Monica Lieschke und Lorenz Knauer und dem anschließenden Dokumentarfilm "Jane‘s Journey".
21.01.2013, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Sabine Kämerow
Ein Leben als Forscherin

Bei den Dreharbeiten zu "Jane‘s Journey" aus dem Jahr 2009 in Grönland: Jane Goodall (Mitte) mit Monica Lieschke und Lorenz Knauer in einer Drehpause. Die Filmemacher berichten über ihre Erlebnisse bei der Wissensreise für Kinder im Übersee-Museum.

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Zum Thema der Sonderausstellung "Abenteurer, Entdecker, Forscher" lädt das Übersee-Museum in der Vortragsreihe – Wissensreise für Kinder zu zwei Veranstaltungen für Sonnabend, 26. Januar, ein: zu einem Vortrag über "Jane Goodall – Leben mit Schimpansen" mit Monica Lieschke und Lorenz Knauer und dem anschließenden Dokumentarfilm "Jane‘s Journey".

Bahnhofsvorstadt. In der Sonderausstellung des Übersee-Museums über Menschen, die wissenschaftlich gearbeitet oder unbekannte Aspekte der Welt entdeckt haben, durfte sie nicht fehlen: Jane Goodall. Sie war schon zu Lebzeiten weltberühmt durch ihre Forschung über Schimpansen im Wildreservat in Gombe, Tansania.

Im Alter von 23 Jahren machte die 1934 in London geborene Jane Goodall ihre erste Reise nach Afrika und wurde von dem Direktor des Kenia National Museums als Assistentin engagiert. Der damalige Direktor des Museums, Louis Leakey, hielt Frauen für die besseren Beobachter und wurde ihr Förderer. Drei Jahre später begann sie im Nationalpark am Tanganjika-See in Tansania, das Verhalten der Schimpansen zu erforschen.

Viele Jahre lang befasste sie sich sehr intensiv mit diesen Tieren, und viele Erkenntnisse über Schimpansen sind auf ihre Forschungsarbeiten zurückzuführen. 1977 gründete sie das Jane Goodall Institut, das inzwischen Büros in 27 Ländern unterhält. Aus der Forscherin wurde eine Botschafterin. Die bemerkenswerte Frau setzt sich auch im Alter noch immer unermüdlich für die Erhaltung der Umwelt und den respektvollen Umgang mit Menschen, Tieren und der Natur ein. Sie wurde für ihr Lebenswerk von Kofi Annan zur UN-Friedensbotschafterin ernannt, von der Queen geadelt und zum Offizier der französischen Ehrenlegion ausgezeichnet. Das sind nur einige ihrer Ehrungen.

Für den Vortrag und den Dokumentarfilm "Jane‘s Journey" hat das Übersee-Museum Monica Lieschke und den Filmemacher Lorenz Knauer vom Jane Goodall Institut (JGI) aus München eingeladen. Lorenz Knauer, der Vorsitzende des JGI, hat die Forscherin über einen Zeitraum von vier Jahren immer wieder mit der Kamera in ihrem Alltag und bei ihren Reisen und Vorträgen rund um den Globus begleitet, ist mit ihr gemeinsam über die staubigen Pisten Afrikas gefahren und hat sie bei den Schimpansen beobachtet. Er beantwortet zusammen mit seiner Frau Monica Lieschke Fragen über den Menschen Jane Goodall und über ihre Begegnungen mit den Schimpansen. Monica Lieschke, die Geschäftsführerin des Instituts, wird einen einstündigen, interaktiven Vortrag halten und freut sich auf viele neugierige Fragen von Kindern.

Sie hat Jane Goodall in Grönland persönlich kennengelernt. "Wir waren natürlich nicht wegen Schimpansen dort. Goodall war bei den Inuits zu Besuch, um über die Klimaerwärmung und Eisschmelze zu sprechen. Die Inuits machen sich große Sorgen um ihren Lebensraum", erzählt Monica Lieschke. "Während der Dreharbeiten für den Film ,Jane‘s Journey’ haben wir alle im Zelt am Fuße des Ewigen Eises übernachtet. Auch Jane mit ihren fast 80 Jahren. Die ganze Nacht konnten wir das Knacken und Knirschen des brechenden Eises hören. Dieses Geräusch geht unter die Haut und lässt einen nicht mehr los." Das war für Monica Lieschke der ausschlaggebende Grund, gemeinsam mit ihrem Mann das Jane Goodall Institut in Deutschland zu gründen. Und das 1991 in Tansania ins Leben gerufene Jugendprogramm "Roots & Shoots", ( wörtlich übersetzt: Wurzeln und Sprösslinge).

Das Ziel dieses Programms ist, vor allem die Kinder und Jugendlichen zu erreichen. Denn die Kinder seien die Wurzeln und Sprösslinge der Welt von morgen. Und für Jane Goodall sind es vor allem die jungen Leute, die ihr am meisten Hoffnung für die Zukunft geben. Heute existieren mehr als 10 000 Gruppen in über 100 Ländern, die sich mit kleinen und großen Projekten für eine bessere Welt engagieren. Das JGI in München möchte in Deutschland auch ein "Roots & Shoots"-Netzwerk aufbauen.

"Aber ohne Büros in den Städten. Das JGI finanziert sich durch Spendengelder und Firmenpartnerschaften. Und wir wollen, dass die Gelder in die Projekte fließen und nicht in die Infrastruktur", sagt Monica Lieschke. "Für das Jugendprogramm braucht man keine Büros, jeder der eine gute Idee hat und sich für die Umwelt, Tiere oder Menschen stark machen will, kann eine Gruppe gründen."

Die Wissensreise-Vorträge im Übersee-Museum am Bahnhofsplatz sind für Kinder im Alter von sieben bis zwölf Jahren gedacht. Pro Familie darf maximal ein Erwachsener mitkommen. Anmeldung unter der Telefonnummer 16038171 oder per E-Mail an o.rosenthal@uebersee-museum.de. Der Eintritt zum Vortrag um 15 Uhr kostet zwei Euro (Eintritt frei für Mitglieder des Maki-Kinderclubs). Die Filmvorführung um 16 Uhr ist öffentlich. Nähere Informationen über das Jugendprogramm "Roots & Shoots" gibt es im Internet unter www.janegoodall.de

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Wissensreise: Lorenz Knauer und Monica Lieschke sprechen über Jane Goodall

Zitat:

"Jane hat mit fast 80 Jahren am Fuße des Ewigen Eises übernachtet."

Monica Lieschke

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