Unermüdlich: Wolfgang Pankalla von den Naturfreunden Ein Macher geht seinen Weg

Altstadt. Von seiner abenteuerlichen Ostanatolien-Reise hat Wolfgang „Panki“ Pankalla in der Buchte berichtet. Jung und alt waren gekommen, um in Wort und Bild von den Erlebnissen des Naturfreundes zu erfahren – und das war nur eine der jüngsten seiner zahlreichen Aktivitäten.
23.03.2015, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von JOSCHKA SCHMITT

Von seiner abenteuerlichen Ostanatolien-Reise hat Wolfgang „Panki“ Pankalla in der Buchte berichtet. Jung und alt waren gekommen, um in Wort und Bild von den Erlebnissen des Naturfreundes zu erfahren – und das war nur eine der jüngsten seiner zahlreichen Aktivitäten. Vieles hat der Weyher schon erlebt und auch vieles bewegt, Menschen bei Wanderungen und Aktivitäten in der Szene. Seinen Werdegang bei den Naturfreunden bezeichnet er als „Weg vom Mitläufer zum Macher“.

In dem internationalen Verband für Umwelt, Freizeit und Tourismus mit Wurzeln in der Arbeiterbewegung ist der heute 75-Jährige seit 1954. 2014 tourte er mit seiner Frau auf der Suche nach Abenteuer, Kultur und Natur vom Schwarzen Meer durch den Osten der Türkei. Selbst seinen einheimischen Begleitern habe er noch einiges Neues zeigen können, sagt Wolfgang Pankalla. Die zunächst private Reise sollte Vorbild für eine von ihm geführte Tour in 2016 werden, doch ob sie zustande kommt, hängt von vielen Faktoren ab. An einigen der bereisten Orte gebe es „dicke Luft“ zwischen Türken und Kurden, so drückt es Wolfgang Pankalla aus. Von Pauschaltourismus grenzt er seine Touren generell klar ab: „Bei mir wissen die Leute: Wenn sie aus dem Fenster gucken, etwas Besonderes sehen und sagen, halt mal an, dann halte ich an.“

Alles begann mit einer Kinderwagengruppe und Ausflügen junger Familien zu Naturfreundehäusern in den frühen Sechzigern. Er habe Perspektiven gesehen, sich gedacht, „das kann ich auch, vielleicht sogar besser“, sagt der Macher. Nicht nur im übertragenen Sinne wollte er seinen Weg gehen, um angehäuftes Wissen zu teilen.

Höhepunkte stellten gezielt und geschickt inszenierte Aktionen dar. Pankalla organisierte beispielsweise eine 1672 Kilometer weite Wanderung „Vom Meer bis zum Alpenschnee“ durch Deutschland – um mal etwas anderes zu initiieren, als nur „dieses Latschen in der Natur“. Zurückgelegt wurde die Strecke zu Fuß, auf dem Rad, mit dem Boot und auf Langlaufskiern. In Etappen ging es von einer verbandseigenen Unterkunft zur Nächsten. Schirmherr der Aktion war der damalige Bürgermeister Hans Koschnick. Auf die Anfrage, ob er für die Leser einer Zeitung im Bremer Umland eine Wanderung planen könne, antwortete er: „Nein, eine nicht, aber zwölf.“ Gleich die erste der zwölf Touren wurde von etwa 800 Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemacht – das war spektakulär, auch für den Verband.

Wolfgang Pankalla war an der Gründung vier norddeutscher Ortsgruppen beteiligt, mit zeitweise über 300 Mitgliedern. „Da träumen die heute von“, sagt er stolz, „die Zeiten haben sich aber auch geändert.“ Manche seiner früheren Aktionen hält der Weyher Naturfreund inzwischen nicht mehr unbedingt für zeitgemäß. Doch er hat schon neue Pläne in der Schublade, die er allerdings noch nicht verraten möchte.

Der Hobbyfotograf mit reichlich analoger Erfahrung und Ausstattung steht Zeitgeist und modernen Ansätzen mit technischer Weiterentwicklung durchaus aufgeschlossen gegenüber. Smartphones findet er beeindruckend, ob bei der Schlechtwetterwarnung einer Exkursionsteilnehmerin oder der Steuerung eines Lautsprechers zum Anlocken von Mittelspechten. „Ich finde das gut, wenn man durch so eine Sache ein gutes Foto schießen kann“, sagt Wolfgang Pankalla, „ich bin ja auch Naturfotograf.“

Die zwischenzeitliche ärztliche Empfehlung, zwei neue Knie und eine schwere Krankheit konnten Wolfgang Pankalla nicht stoppen. Das Teilen seiner Leidenschaft scheint dabei stets ein wichtiger Antrieb zu sein. Auf diese Weise hat er inzwischen einen Fundus von über 50 000 Bildern angesammelt und scheint nie um einen Schnack verlegen.

Die Jugend rückt im Verband zwar nach, aber die Gruppe mittelalter Naturfreunde kann in Bremen noch zulegen, meint der Weyher. Er hat sich vorgenommen, noch einmal einiges auf den Weg zu bringen, solange es noch geht. Wolfgang Pankalla möchte anregen, dass sich die Bremer Gedanken über das künftige Programm machen, um mehr Menschen für die Sache zu gewinnen und Potenziale besser auszuschöpfen. Zum Beispiel durch neue Formen der Zusammenarbeit mit anderen Institutionen. Seine eigene Aufgabe sieht er darin, an Leute mit besonderem Interesse für rustikale Natur und Kultur heranzukommen. „Ich habe Pläne“, sagt er schmunzelnd, „aber manches ist so geheim, das weiß ich selbst noch nicht.“

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