Verein und Marktbeschicker übernehmen Patenschaft / Weitere Pilzbefälle am Benqueplatz

Ein Maulbeerbaum für die Wachmannstraße

Schwachhausen. Plötzlich war alles ganz schnell gegangen mit dem Baum vor dem Damenmode-Geschäft „Denny‘s“ in der Wachmannstraße, Ecke Benqueplatz. „Ich stand am Schaufenster und hatte Tränen in den Augen“, erzählt Inhaberin Suzanne Lingke.
28.05.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von JOSCHKA SCHMITT

Plötzlich war alles ganz schnell gegangen mit dem Baum vor dem Damenmode-Geschäft „Denny‘s“ in der Wachmannstraße, Ecke Benqueplatz. „Ich stand am Schaufenster und hatte Tränen in den Augen“, erzählt Inhaberin Suzanne Lingke. Anfang März war Pilzbefall an der Wurzel des Baums, dessen Stamm sich bereits stark neigte, festgestellt worden. Über den Marktmeister des Wochenmarktes auf dem Benqueplatz gelangte die Information zum Umweltbetrieb Bremen. Noch am gleichen Tag rückten Baumfäller mit Motorsägen an. Keine Stunde später war der Baum umgelegt, und vor dem Denny‘s blieb eine Lücke zurück.

Suzanne Lingke suchte dann Rat auf einer Sitzung des Wachmannstraßen-Vereins. „Der Jammer war groß, und es gab dann ein Hin und Her“, berichtet Matthias Bröring, Vorstandsmitglied des Vereins und Inhaber eines Optiker-Ladens schräg gegenüber dem Standort des gefällten Baums.

Eine Nachfrage bei der Umweltbehörde ergab, dass bei der Stadt zwar Interesse an einer grünen Wachmannstraße vorhanden ist, das Geld für einen Ersatz jedoch fehlt. Ulrich Schmidt, Gemüsebauer aus Riede und Direktvermarkter beim örtlichen Wochenmarkt, versprach bei der Sitzung, sich der Sache anzunehmen und für einen neuen Baum zu sorgen. Schmidt favorisierte die Idee einer Baumpatenschaft: Durch Spenden aus dem Etat des Wachmannstraßenvereins der Geschäftsleute und Anwohner sowie aus Mitteln der Marktbeschicker sollte die Finanzierung der Baumpflanzung in Regie des Umweltbetriebs Bremen gesichert werden. Gesagt, getan. Die Patenschaft umfasst neben den Pflanzkosten auch den Aufwand für eine zweijährige Pflege, im Gegenzug gibt es eine Anwuchsganrantie. Anschließend geht der Baum in den Besitz der Stadt über. Kostenpunkt insgesamt: 800 Euro. „Eine überschaubare Summe für diese Leistung“, findet Ulrich Schmidt.

Inzwischen steht ein neuer Maulbeerbaum vor dem Modegeschäft. Er ist etwa fünf Jahre alt. Der Stammdurchmesser wird im Laufe der Jahre von jetzt fünf auf bis zu 40 Zentimeter wachsen. Die weiße Kalkfarbe am Stamm soll den jungen Baum vor dem Austrocknen schützen. „Je nach Bedarf kommen die Pfleger alle paar Tage mit einem Traktor vorbei und gießen den neuen Baum“, freut sich Suzanne Lingke.

Die drei Initiatoren der Baumpatenschaft loben das unbürokratische Verfahren seitens der Stadt. Besondere Eile war geboten, weil die Pflanzzeit Ende März ablief. „Die nächste Gelegenheit hätte dann erst wieder im Herbst bestanden“, sagt Ulrich Schmidt.

Es habe eine große Einigkeit über die Privatinitiative bei Anwohnern und Geschäftsleuten geherrscht, sagt Schmidt. Eine feierliche Übergabe der Maulbeere inklusive Plakette soll es beim Wachmannstraßenfest am 18. Juli geben.

Wenige Meter weiter auf dem Benqueplatz steht im Übrigen der nächste durch einen Pilz geschädigte Baum. Auch dort könnte bald eine Baumpatenschaft nötig sein.

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