Über den Bauten am Kommodore-Johnsen-Boulevard in der Überseestadt hängt seit Dienstag der Richtkranz Ein neues Stück Stadt

Überseestadt. Fast schon atemberaubend könnte man das Bild nennen, das momentan der Kommodore-Johnsen-Boulevard bietet – und zwar nicht nur, wenn bei schönem Wetter am Ende dieser breiten Allee die grüne Kupferhaube des vor knapp einem Jahr sanierten Molenturms in der Sonne leuchtet: Ein Rohbau reiht sich dort momentan an den nächsten. Auf einer der größten dieser Baustellen wurde jetzt Richtfest gefeiert – das neue „Johnsen-Quartier“ an der Hafenkante gleich hinter dem Überseepark und dem neuen Hansewasser-Verwaltungsgebäude nimmt Gestalt an.
16.03.2017, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Anne Gerling

Überseestadt. Fast schon atemberaubend könnte man das Bild nennen, das momentan der Kommodore-Johnsen-Boulevard bietet – und zwar nicht nur, wenn bei schönem Wetter am Ende dieser breiten Allee die grüne Kupferhaube des vor knapp einem Jahr sanierten Molenturms in der Sonne leuchtet: Ein Rohbau reiht sich dort momentan an den nächsten. Auf einer der größten dieser Baustellen wurde jetzt Richtfest gefeiert – das neue „Johnsen-Quartier“ an der Hafenkante gleich hinter dem Überseepark und dem neuen Hansewasser-Verwaltungsgebäude nimmt Gestalt an. Nun diente die Stahlbetondecke als symbolischer Dachstuhl, über dem die Richtkrone schwebte.

Die Eckdaten zum Johnsen-Quartier in der Überseestadt sind durchaus beeindruckend: Zeitgleich entstehen hier zehn Mehrfamilienhäuser auf einem 8340 Quadratmeter großen Grundstück. Auf dem Areal, einem Teil des sogenannten Baufeldes 8 zwischen Birkenfelsstraße und Ehrenfelsstraße, werden somit insgesamt rund 140 Mietwohnungen mit Größen zwischen 32 und 118 Quadratmetern realisiert. Die Gesamtmietfläche beträgt rund 10 500 Quadratmeter; im Erdgeschoss zur Straße hin sind fünf bis sieben kleinere Gewerbeflächen vorgesehen. Die Fertigstellung des Projekts ist zum Ende des Jahres geplant.

Dabei ist es gerade einmal sieben Monate her, seit das Bauvorhaben am 7. September mit der Grundsteinlegung gestartet war – wenige Wochen, nachdem Hansewasser mit seiner Hauptverwaltung in den Neubau an der Birkenfelsstraße eingezogen war. „Diese Geschwindigkeit ist symbolisch für die Dynamik der Entwicklung der Hafenkante an sich“, freute sich nun Günter Krause von der Zeus Entwicklungsgesellschaft mit Sitz in den Elb-Arkaden der Hamburger Hafencity, die die von den Hamburger Architekten Winking und Froh entworfenen Gebäudekomplexe für den zukünftigen Eigentümer, die in Frankfurt beheimatete Firma Industria Wohnen, baut.

Um die Vermietung der rund 140 Wohnungen am Kommodore-Johnsen-Boulevard wiederum kümmert sich das Immobilienberatungsunternehmen Robert C. Spies.

„Insbesondere für die zahlreichen Mitarbeiter der in der Überseestadt angesiedelten Unternehmen bietet das Johnsen-Quartier interessante Perspektiven. Die effizienten Grundrisse sorgen dabei vor allem für ein generationsübergreifendes Wohnkonzept“, sagt Svenja Schattner, Leiterin für die Vermietung von Wohnimmobilien bei Robert C. Spies. Auch eine Kindertagesstätte ist auf dem Areal geplant. „Die starke Nachfrage nach den Mietwohnungen bereits wenige Tage nach dem Vermarktungsbeginn des Quartiers macht deutlich, dass das Konzept des Neubauvorhabens funktioniert“, freut sich Schattner über den aus Unternehmenssicht erfolgreichen Vermietungsstart.

„In der Überseestadt drehen sich ziemlich viele Kräne – ja: In Bremen wird gebaut!“, stellte Senatsbaudirektorin Iris Reuther beim Richtfest nun zufrieden fest: „Mit dem Johnsen-Quartier entsteht hier ein neues Stück Stadt – was wir uns selbst vor wenigen Jahren noch nicht vorstellen konnten!“

Breit, großzügig und von Bäumen gesäumt: So soll sich der Kommodore-Johnsen-Boulevard zukünftig einmal präsentieren. Das Baufeld 8 nördlich dieser Prachtstraße sei dabei ein höchst attraktiver Standort, unterstrich Reuther: „Wir haben bislang ja immer von der ‚zweiten Reihe‘ gesprochen. Das finde ich aber eigentlich nicht richtig – es wird die andere Seite dieser Straße sein“, sagt Reuther.

Das Richtfest sei für sie ein ganz besonderer Moment, unterstrich die Senatsbaudirektorin außerdem: „Hier entstehen Zwei- und Drei-Raum-Wohnungen – Mietwohnungen, die wir hier dringend brauchen. Hierher werden Familien ziehen, das wünschen wir uns sehr!“

Ortsamt und Waller Beirat begrüßen das Bauprojekt ebenfalls, wie von dort telefonisch zu erfahren war – bei den Einladungen zum Richtfest waren sie offenbar vergessen worden.

Ein Parkhaus für die Autos der zukünftigen Johnsen-Quartier-Bewohner steht schon, Gartenhöfe und landwirtschaftlich gestaltete Zonen sollen dem Areal später den Charakter eines gemütlichen Kleinquartiers verleihen.

Namensgeber Kapitän Nicolaus Johnsen übrigens führte am 19. März 1930 die „Europa“ des Norddeutschen Lloyd auf ihre legendäre Jungfernfahrt von Bremerhaven nach New York – es war die seinerzeit schnellste Transatlantiküberquerung eines Passagierschiffes.

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