Sei kein Frosch - mach mit Ein Platz soll schöner werden

Zukunftswerkstatt von Quartier lädt zum Mitgestalten des Bereichs hinter den Hochhäusern in Osterholz-Tenever ein
10.10.2018, 18:12
Lesedauer: 2 Min
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Von EDWIN PLATT

Tenever. „Sei kein Frosch – mach mit“, nennt die Quartier gGmbH ihre Mitmach-Zukunftswerkstatt für den Hofplatz hinter den Hochhäusern der Otto-Brenner-Allee 42-44, dem OTe-Bad und den eigenen Räumen mit angrenzendem Jugendtreff der St. Petri Kinder- und Jugendarbeit. Der Platz, dem in der Bauphase in den 1970er-Jahren für die Großwohnsiedlung Tenever noch zugetraut wurde, dass dort Wochenmärkte aufgebaut werden könnten. Früher, weit vor den Hochhausbauten hieß Tenever Tenöver, also „zum Ufer“, dem Ufer der Wümmewiesen, eines Überschwemmungsgebietes, vermutlich mit Fröschen und Störchen.

Diesem heute von hohen Häusern umsäumten Platz fehlt Leben, fehlt Attraktion und Zweck und Charme. Er dient als Weg, als Abkürzung, als Parkplatz, ist Grau von Beton. Aber er hat auch Kunst am Bau, Frösche aus Kupfer. Frösche, die an die Wümmewiesen erinnern, die dort einst mal über, mal unter dem Wasser der Wümme lagen. Der Platz hat auch eine Bühne mit Dach, zeigt einen alten Versuch von Verschönerung durch umlaufendes Graffiti um ein starres klotziges Lüftungselement der Tiefstellplätze.

Vor Jahren gab es für den Platz eine Initiative, die Begrünung wollte, Hochbeete für Anwohner, Büsche und Bäume. Ihr ging die Luft aus. Zu entscheiden hat die Gewoba über die Platzgestaltung, die sich generell wohlwollend und bürgernah zeigt, aber Bepflanzungen einschränken muss, da die Garagenplätze unter dem Platz mit einer Deckenisolierung abgesperrt sind, die durch Wurzeln undicht werden könnten.

Ideen einbringen

Die Gesellschaft Quartier und damit Andrea Siamis hat Künstler angeworben: Silvia Diercks, die sich mit Kunst im öffentlichen Raum beschäftigt, Caro Schwarz (Stichwort: Keramik) und Reiner Will (Stichwort: Farben und Strukturen). In insgesamt zwei Wochen, seit 8. und noch bis 19. Oktober, montags bis freitags, von 10 bis 13 und von 14 bis 16 Uhr kann Jede und Jeder, also Kinder, Anwohner, Bürger und Senioren, die Werkstatt von Quartier mit den Künstlern zusammen nutzen, um eigene Ideen für den Platz einzubringen. Stifte und Blätter, Kleber und Pappen, Ton und Glasur und vieles weitere stehen den Kreativen bereit. Die Seniorenwerkstatt und einige Kindergartengruppen haben sich bereits angemeldet.

Die Künstler möchten gerne die vorhandenen Kupferplastiken der Frösche als Thema aufnehmen. Vielleicht entstehen Libellen und Kaulquappen, Teichrosen und Störche, die sich zu den Fröschen gesellen und so an das Idyll der Wümmewiesen erinnern, das hier einmal bestand. Oder es entsteht eine plastische Lehrstunde zu Biotopen mit Erklärungen der Lebensräume oder ein Platz der Ruhe mit Schachfeld, ein Sandstrand mit Ruderboot oder ein Gemüsegarten aus Hochbeeten, eine Bühne fürs Sommerkino, eine Boule-Bahn oder ein Skulpturengarten. Alles, was dem Platz Gesicht gibt, was zum Aufenthalt einlädt, was Gedanken anregt, Geschick ­fördert, Nachbarschaft stärkt, all das ist willkommen.

Anwohner wie das Mütterzentrum Osterholz-Tenever, das OTe-Bad, die Quartier gGmbH und St. Petri sind offen für die Neugestaltung und sind bereit für Beteiligung. Die Gewoba denkt an eine Umsetzung realer Vorschläge in 2019. Mittel aus den Förderprogrammen Win und Soziale Stadt sollen über das Quartiersmanagement mit Katrin Höpker für die Gestaltung eingeworben werden.

Alles ist bereitet, um dem Platz neues Leben einzuhauchen, eine Funktion zu geben, aus ihm einen attraktiven Ort zu machen für Nachbarn und Gäste, für Jung und Alt, für Aktive und Passive, für Natur am Fuße von 17 Etagen.

Weitere Informationen

Quartier gGmbH, Ludwigshafener Straße 2b, gegenüber OTe-Bad, Kontakt: tenever@quartier-bremen.de, Telefon 42 46 31.

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