Tischtennistrainer Cristian Tamas von Werder Bremen beeindruckt Jugendliche in Tenever Ein Profi spielt ihnen die Bälle zu

Der Verein zur Förderung akzeptierender Jugendarbeit (Vaja), der Arbeitskreis Gemeinnütziger Jugendorganisationen (Aja), Fit Point und Cristian Tamas haben Tenever ein Tischtennisereignis beschert. In der Halle für Bewegung zeigte der Champions League- und Bundesliga-Trainer vom SV Werder Bremen Kindern und jugendlichen Hobbyspielern und Autodidakten, was den Unterschied zum Profi ausmacht. Dabei führte Tamas keinen vor, sondern forderte jeden der über 50 jungen Leute auf seinem Niveau.
17.12.2012, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Edwin Platt

Der Verein zur Förderung akzeptierender Jugendarbeit (Vaja), der Arbeitskreis Gemeinnütziger Jugendorganisationen (Aja), Fit Point und Cristian Tamas haben Tenever ein Tischtennisereignis beschert. In der Halle für Bewegung zeigte der Champions League- und Bundesliga-Trainer vom SV Werder Bremen Kindern und jugendlichen Hobbyspielern und Autodidakten, was den Unterschied zum Profi ausmacht. Dabei führte Tamas keinen vor, sondern forderte jeden der über 50 jungen Leute auf seinem Niveau.

Tenever. Die Streetworker des Vereins zur Förderung akzeptierender Jugendarbeit (Vaja) wollten ihnen bekannte Kids bei Schnee und Eis von der Straße holen. Da mussten sie ihnen schon etwas bieten – und hatten eine prima Idee: In Jugendfreizeitzentren vertreiben sich viele der Jugendlichen und Kinder ihre Zeit an Tischtennisplatten, spielen Runde oder initiieren spontane kleine Turniere. Im Spiel mit dem kleinen weißen Kunststoffball entwickelt sich teilweise schon ein gewisses Können. Doch effektives Training im Verein hat kaum jemals einer dieser jugendlichen Freizeitspieler an der grünen Platte kennengelernt.

Vaja und Fit Point Tenever glückte nun der Griff nach ganz oben: Cristian Tamas, der Lizenztrainer der Werder Bremen Profi-Tischtennismannschaft mit Olympiaplatzierungen und Europameisterschaftstiteln, kam in die Halle der Bewegung am Pfälzer Weg. Sechs Platten standen im großen Saal bereit und wurden von über 40 Jungen und einigen Mädchen belagert, als der Profi-Trainer eintraf.

Tamas trainiert bei Werder die großen Namen der Sparte, unter anderem Chih-Yuan Chuang, der gegenwärtig unter den ersten zehn der Weltrangliste rangiert oder auch Adrian Crisan, wie Tamas aus Rumänien und Jugend-Europameisterschaftsgewinner, fünffacher Europaviertelfinalteilnehmer und zweifacher Olympionike.

"Mit sechs Jahren kam ich in Rumänien zum Tischtennis", sagt Cristian Tamas über sich. "Aus dem rumänischen olympischen Zentrum kenne ich aus dieser Zeit noch zehn Spieler, die weltweit eine Rolle im Tischtennis spielen. Seit sieben Jahren bin ich Trainer in der Champions League", fährt er fort und weist stolz auf Werders Verpflichtung von Chih-Yuan Chuang hin, der bei Olympia einen unvergessenen Sieg gegen Timo Boll gefeiert hat und nun gegen TTC Zugbrücke Grenzau eine seiner beiden Niederlagen des vergangenen Jahres gegen Ruwen Filus wieder wettmachen will.

Nun stellt sich Cristian Tamas an die Platte und spielt gegen jeden, der sich auf der anderen Seite angestellt hat, einen Ball. Ganz nach Profi-Trainer-Manier lässt Tamas seinen jungen Gegnern die Chance, den Ball "unhaltbar" auf seiner Plattenhälfte zu platzieren. Die Kids können sich nebenher bei David Aufsess von Vaja in eine Turnierliste eintragen, um den tagesbesten Tischtennisspieler aus Tenever, von St. Petri, aus dem Schweizer Viertel und nahen Quartieren durch Punktsätze zu ermitteln.

Aus der Trickkiste

Nach der ersten Runde am Tisch greift Cristian Tamas in die Trickkiste der Leistungssportler und führt vor, was garantiert nicht zu einem Turniersieg führt, aber beeindruckt. Mit dem Schläger treibt er die kleine weiße Kugel weit in die Höhe, fängt den Ball mit dem Mund, retourniert ihn dann mit der Schlägerkante.

Im Spiel an der grünen Platte aber lässt sich Tamas Schmetterbälle bieten und fordert die Jugendlichen zu immer kräftigeren, stärkeren Schlägen heraus, und zwar so lange, bis er aus fünf Metern Entfernung Bogenlampen zurückgibt.

Während Größere sich stärker ins Turniergeschehen einbringen und sich gute Chancen ausrechnen, halten die Kleineren den Trainer und Profi auf Trab. Spaß haben jedoch alle an diesem Tischtennis-Schnupper-Kennenlerntag.

Bevor Cristian Tamas zu weiteren Verpflichtungen eilen muss, stellt er einige Freikarten für die Hobbytischtennisspieler für die Bundesligaspiele seiner Werder Profis gegen TTC Zugbrücke Grenzau zur Verfügung und kündigt ein Wiedersehen im nächsten Jahr an. Dazu würde er gerne einen der Werder-Spieler mitbringen.

"In Bremen gibt es eine tolle Szene für Tischtennis und viele Vereine, in denen man spielen kann. Wer in einen Verein geht und trainiert, wird schnell merken, wie er besser wird", sagt Tamas noch schnell, als er sich die Jacke überstreift.

Nun geht das Turnier ohne Tamas weiter. Einer der Ausgeschiedenen schlüpft in seine Schuhe, geht zum Ausgang. "Na, alle Bälle und Schläger da gelassen?", fragt ein Streetworker. "Nein, den hat Cristian mir geschenkt", sagt der Junge und holt einen Ball aus seiner Hosentasche. "Drei Sterne – der ist für Turnierspiele", das hat er an diesem Tag gelernt. Wie das Turnier geendet ist? Gewonnen haben alle.

Die Tischtennis-Trainingszeiten beim TSV Osterholz in der Halle Uphuser Straße mit Hermann Keuter sind für Kinder/Jugendliche und Anfänger freitags von 16.30 bis 18.30 Uhr, für Damen und Herren mit Norbert Kruschke montags von 19 Uhr bis 22 Uhr und für Damen und Herren für Punktspiele mit den Mannschaftsführern donnerstags von 19 bis 22 Uhr. Mehr Auskünfte gibt es bei der Geschäftsstelle des TSV Osterholz-Tenever, Walliser Straße 119, Telefon 425471, dienstags und mittwochs 8.30 bis 12.30 Uhr).

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