Stadt feiert zehn Jahre nach der Ehrung von Rathaus und Roland Ein Segen für Bremen

Bremen. Vor zehn Jahren hatte das Welterbe-Komitee der UNESCO die herausragende Bedeutung des Rathauses samt Roland mit dem Status „Welterbe der Menschheit“ gewürdigt. Das will Bremen am 7. Juli feiern.
26.06.2014, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Ein Segen für Bremen
Von Antje Stürmann

Ihr Rathaus ist den Bremern heilig. Nicht ohne Grund: „Es ist ein Symbol, das zeigt, wer wir sind, welches hanseatische Bewusstsein wir haben. Ein Symbol für bürgerliche Autonomie und Souveränität“, so Bürgermeister Jens Böhrnsen. Vor zehn Jahren hatte das Welterbe-Komitee der UNESCO die herausragende geschichtliche, politische und künstlerische Bedeutung des Rathauses samt Roland mit dem Status „Welterbe der Menschheit“ gewürdigt. Das will Bremen am 7. Juli unter anderem mit der Präsentation der „Kundigen Rolle“ feiern.

Aus Sicht von Wirtschaftsförderer Klaus Sondergeld war die Auszeichnung mit dem Titel Weltkulturerbe „ein Geschenk des Himmels“. Seitdem werbe der Verein UNESCO Welterbestätten Deutschland in der ganzen Welt für die Stadt. Folge: „97 Prozent der Menschen, die nach Bremen kommen, wollen das Rathaus, den Roland und den Marktplatz sehen“, so der Tourismus-Experte. Wie viel Geld Bremen dadurch mehr einnimmt, kann Sondergeld nicht sagen. Nur soviel: „Die Einnahmen übersteigen die Investitionskosten um ein Vielfaches.“

Laut Böhrnsen ist das 600 Jahre alte Bremer Rathaus in ganz Europa sei das einzige Rathaus des Spätmittelalters, das nie zerstört worden sei. Nur sehr maßvoll sei das stets als Verwaltungszentrum und Regierungssitz, zur Präsentation und Zusammenkunft genutzte Gebäude verändert worden. „Für uns ist es kein Museum, sondern ein Haus mitten im Leben.“ Diesem Motto folgend will Bremens Oberhaupt am 7. Juli feiern: „gemeinsam mit den Bremerinnen und Bremern im Rathaus und auf dem Marktplatz“, so Böhrnsen.

Zu diesem Zweck wird das Rathaus von 10.30 Uhr bis 20 Uhr geöffnet sein. In der City spendiert die Konditoren-Innung Kuchen. Der Ratskeller bietet seine Produkte an, die Teilnehmer der Führungen um 14 und 16 Uhr werden mit Wein und Trüffel verwöhnt. Kosten pro Person: 10 Euro.

Höhepunkt des Tages soll die Präsentation der „Kundigen Rolle“ aus dem Jahr 1489 sein – einer sieben Meter langen Pergamentrolle, die Zusätze zum damaligen Bremer Recht enthält. Die Kundige Rolle galt lange Zeit als verschollen, befindet sich heute aber wieder im Besitz der Stadt.

„Die Rolle ist nicht nur ein wichtiges, sondern auch ein einzigartiges Dokument“, erklärt der Leiter des Staatsarchivs, Prof. Konrad Elmshäuser. „Bremen ist in ganz Deutschland wahrscheinlich die einzige Stadt, die noch solch ein Schriftstück besitzt.“ Voller Stolz verkündete Elmshäuser: „Am 7. Juli wird die Rolle ab 11 Uhr den ganzen Tag über in der Oberen Rathaushalle zu sehen sein.“ Ein nicht ganz einfaches Unterfangen, wie Elmshäuser berichtet.

Schließlich soll kein Stoß, keine Berührung das über 500 Jahre alte Papier beschädigen: „Wir haben im Staatsarchiv hin- und herüberlegt, wie wir das machen. Sie dürfen gespannt sein“, deutete Elmshäuser geheimnisvoll an. In einer Broschüre können interessierte Besucher den Inhalt des auf Niederdeutsch verfassten Dokuments auf Hochdeutsch nachlesen.

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