Universität Bremen Ein Willkommen für die Erstis

An der Universität Bremen hat die Orientierungswoche für die Erstesemester begonnen. Dabei stehen nicht nur Spiel und Spaß im Vordergrund, sondern auch viele Fragen rund um das Studium.
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Von Kea Neeland

An der Universität hat die sogenannte Orientierungswoche begonnen. Dabei erfahren die Erstsemester, wie ihr Studium abläuft.

Wer mit einem Informatik-Studium startet, sitzt allerdings bereits seit vergangenen Mittwoch in der Uni. „Das machen wir, um den neuen Studenten schon Grundlagen für das Studium wie wissenschaftliches Arbeiten und Schreiben beizubringen. Dann muss das nicht mehr innerhalb des Semesters passieren“, sagt Jan-Frederik Rieckers vom Studiengangsausschuss Informatik (Stuga). Der jeweilige Stuga sei für die Planung der Orientierungswoche seines Studiengangs verantwortlich. „Die Stuga-Mitglieder Informatik zeigen besonders viel Initiative, um den neuen Studenten einen guten Uni-Start zu ermöglichen“, findet Dennis Schürholz, der dort seit über zwei Jahren Mitglied ist.

250 neue Informatikstudenten

Rund 250 neue Informatikstudenten fangen dieses Jahr an der Bremer Uni an. Die Planung für ihre Orientierungswoche startet schon im November des vergangenen Jahres, wie Rieckers berichtet. Bei so vielen neuen Studenten müsse früh angefangen werden, die Räume zu organisieren. Was inhaltlich in der Orientierungswoche passiert, planen die Stuga-Mitglieder circa einen Monat im Voraus. Darunter falle eine Campusführung mit anschließender Rallye, damit die neuen Studenten wissen, wo die Mensa oder die Bibliothek zu finden sind. Um Mitstudierende kennenzulernen, eignet sich beispielsweise das gemeinsame Frühstück oder ein Grillfest, so Rieckers. Zum Abschluss der Woche veranstalte der Stuga an diesem Donnerstag eine Party im Magazinkeller.

„Natürlich gibt es neben Spiel und Spaß auch ein ernsthaftes Programm in der O-Woche“, sagt Rieckers. In Tutorien werden die Infrastruktur, die Grundlagen des Studiums sowie offene Fragen geklärt. „Viele Erstis interessieren die Prüfungsleistungen“, sagt Schürholz. Es gebe aber auch oft noch allgemeine Fragen zur Wohnungssuche oder zum Masterstudiengang. Rieckers ergänzt: „Wir möchten den Studenten dabei helfen, den Übergang zwischen Schule und Studium besser zu meistern, denn viele unterschätzen, wie groß der Unterschied doch ist.“ In der Uni gebe es keine Anwesenheitspflicht, und man müsse bei Fehlen keine unterschriebene Entschuldigung der Eltern abgeben, wie es in der Schule üblich sei.

Wichtige Tipps für den Uni-Alltag gehören dazu. Man dürfe seinen Dozenten auch mal kritisch hinterfragen oder ihm widersprechen, raten etwa die Stuga-Mitglieder. Und bei Problemen, egal ob mit einem Dozenten oder organisatorischer Art, könnten die Studenten den Stuga aufsuchen, heißt es.

Gute Vorbereitung auf das Studium

Tom-Eric Lehmkuhl hat in diesem Semester, direkt nach seinem Abitur, mit dem Informatik-Studium an der Uni Bremen begonnen. Das gemeinsame Grillen während der Orientierungswoche hat ihm bislang am besten gefallen. „Die O-Woche bereitet mich gut auf das kommende Studium vor, und ich lerne viel, zum Beispiel, wie ich meinen Stundenplan gestalte“, erzählt der 18-Jährige. Für Informatik habe er sich schon in der Schule interessiert und nun für sein duales Studium einen Platz bei einem Bremer Unternehmen ergattern können.

Der größte Teil der Orientierungswoche werde mit Semesterbeiträgen bezahlt, erklärt Schürholz. Jeder Studiengang bekomme, je nachdem, wie viele neue Studenten anfangen, eine bestimme Summe an Geld zur Verfügung gestellt. Außerdem unterstütze der Fachbereich den Stuga, um den Erstis eine schöne Orientierungswoche zu ermöglichen. Die Verwaltungszentrale der Universität habe die Zuschüsse vor einigen Jahren aufgrund von Sparmaßnahmen eingestellt. Bei größeren Veranstaltungen könnten aber Sponsoren zur finanziellen Unterstützung gewonnen werden. Diese stammen dann meistens selbst aus dem Informatik-Bereich.

Die beiden Stuga-Mitglieder engagieren sich gern und helfen auch bei anderen gemeinnützigen Vereinen mit. So kamen sie dann zum Studiengangsausschuss. „Es ist schön, Leuten zu helfen, den Einstieg ins Studium zu finden“, sagt der 24-jährige Schürholz. Für ihn sei es der Höhepunkt der Woche, dass er mit so vielen neuen Leuten ins Gespräch kommen könne und eine Gemeinschaft entstehe. Natürlich sei die Abschlussfeier am Donnerstag auch immer gut.

„Stuga ist, wer Stuga macht“

Der 22-Jährige Rieckers ist schon knapp drei Jahre für den Stuga Informatik aktiv. Sein Höhepunkt der Orientierungswoche sei immer der Beginn des ersten Tages: „Wenn man alles Organisatorische geschafft hat, fällt einem ein richtiger Fels vom Herzen.“ Beim Stuga Informatik könne jeder aus dem Studiengang mitmachen. Zwar würden die Mitglieder auf einer offiziellen Vollversammlung gewählt, aber „Stuga ist, wer Stuga macht“, findet Rieckers, „unsere Türen stehen für alle immer offen“. Die Organisation der Orientierungswoche stehe und falle schließlich mit dem Engagement der Stuga-Leute.

Dieses Jahr hatten rund 15 Personen die Planung übernommen. Drei von ihnen sind für die Kneipentour zuständig. Welche Kneipen werden dieses Jahr besucht? Dieselben wie im Jahr zuvor, oder gibt es Neue? Ist dort genug Platz für alle Erstis? Meistens könne der Abend nur spontan geplant werden, da man nie wisse, wie viele kommen, sagt Schürholz. Auf jeden Fall sei die Kneipentour für die meisten neuen Studenten der Höhepunkt der Orientierungswoche.

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