Kooperation St.Petri und Neue Vahr

Ein Zeichen der Solidarität

Ostertor/Vahr. Auf dem Vorbau des Dom-Kinderhauses, Sielwall 39, steht ein öffentlich zugänglicher Kleidercontainer. Er ist ein sichtbares Zeichen für das Gemeinschaftsprojekt „Von Kirche zu Kirche“ der St.
08.12.2016, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Matthias Holthaus
Ein Zeichen der Solidarität

Diakon Christoph Buße aus der Vahr (von links), Renate Moskal (Kinderhaus Sielwall) und Christian Gotzen von der Domgemeinde am Kleidercontainer.

Roland Scheitz

Ostertor/Vahr. Auf dem Vorbau des Dom-Kinderhauses, Sielwall 39, steht ein öffentlich zugänglicher Kleidercontainer. Er ist ein sichtbares Zeichen für das Gemeinschaftsprojekt „Von Kirche zu Kirche“ der St.-Petri-Domgemeinde und der Evangelischen Gemeinde in der Neuen Vahr.

„Das ist eine sehr symbolische Aktion, die aber Schule machen kann“, sagt Christian Gotzen, der Pastor der Domgemeinde. Christoph Buße, der Diakon der Evangelischen Gemeinde in der Neuen Vahr, sieht in dem Projekt „eine einfache Möglichkeit zu helfen“. Stand der Container zuvor in Borgfeld und danach für ein halbes Jahr in Horn, so macht er nun im Viertel Station. „Die wohlhabenden Gemeinden spenden an weniger wohlhabende Gemeinden“, sagt er und deutet damit an, dass die gesammelten Kleider anschließend in die Kleiderkammer der Gemeinde in der Neuen Vahr gelangen. Dort werden sie sortiert, aufgearbeitet und anschließend für 50 Cent pro Kleidungsstück weiterverteilt.

Bisher konnten durch die Kleiderkammer mehr als 14 000 Kleidungsstücke neue Besitzerinnen und Besitzer finden. „Und das sind keinesfalls nur abgetragene Sachen“, sagt Christoph Buße, „ich trage selber Kleidung aus der Kleiderkammer. Alles, was ich anhabe.“ Die Kleiderkammer der Gemeinde in der Vahr, die pro Öffnungstag durchschnittlich von 20 bis 30 Leuten besucht wird, steht allen zur Verfügung: „Da darf jeder hinkommen, ich schaue nicht nach dem Hartz-IV-Bescheid“, stellt Buße klar.

Bedürftige unterstützen Bedürftige

Das Besondere an dem Projekt: Bedürftige finanzieren andere Bedürftige. Die Erlöse aus dem Kleidungsverkauf dienen der Refinanzierung von Beratungsstellen der Inneren Mission. So werden beispielsweise die Schwangerennachbetreuung und auch die Schuldnerberatung mit diesem Geld unterstützt: „Schließlich kostet jede Schuldnerberatung rund 1000 Euro.“

Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Kirchengemeinden dient aber auch dazu, den Zusammenhalt der einzelnen Stadtteile zu fördern – „denn die Stadtteile driften auseinander“, wie Christian Gotzen erläutert. Es ist aber nicht nur das Verhältnis zwischen armen und reichen Stadtteilen, was Christoph Buße auf die Idee des „Wanderkastens“ gebracht hat: Neben dem Anliegen, andere Kirchen auf die prekäre Situation in der neuen Vahr aufmerksam zu machen, steht auch die Bewahrung der Schöpfung im Vordergrund. Sowohl dem Diakon der Gemeinde in der Neuen Vahr als auch dem Pastor der St.-Petri-Domgemeinde ist die Ressourcenschonung ein wichtiges Anliegen.

Container selbst finanziert

Der 150 Kilogramm schwere Kleidercontainer hat sich übrigens durch die Kleiderverkäufe in der Kleiderkammer selbst finanziert. Er soll zunächst einige Wochen am Sielwall bleiben und dann vielleicht in einen anderen Stadtteil weiterwandern. Doch zunächst bleibt er am Dom-Kinderhaus, was darüber hinaus auch noch einen ganz konkreten Nutzen bietet: Die Kindertageseinrichtungen beider Gemeinden planen, sich gegenseitig zu besuchen, um symbolisch den Weg der Kleidungsstücke, ihre Herkunft und ihre Bestimmung erfahrbar zu machen. Renate Moskal, die Leiterin des Kinderhauses Sielwall, freut sich jedenfalls über den Container – und nicht nur sie. „Ich habe von einigen Eltern gehört, dass sie sich freuen, endlich einen kurzen Weg zu einem Kleidercontainer zu haben“, weiß sie zu berichten.

Auch Kolleginnen und Kollegen hätten bereits Kleidung für den Container gesammelt, wobei sie auch gespannt sei, wie die Kleiderbox angenommen wird: „Es ist eine große Unbekannte, daher schauen wir mal.“ Das meint auch Pastor Christian Gotzen: „Das muss sich erst rumsprechen, dass dort Kleidung reingeworfen werden kann.“

„In Horn“, sagt Christoph Buße, „musste der Container ein Mal pro Woche geleert werden. Hier müssen wir mal schauen, wie es sich entwickelt.“

Der Kleidercontainer steht am Dom-Kinderhaus, Sielwall 39. Die Kleiderkammer der Evangelischen Kirchengemeinde in der Neuen Vahr befindet sich im Gemeindezentrum in der August-Bebel-Allee 276. Geöffnet ist sie Dienstag und Donnerstag von 9 bis 11 Uhr.
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