Partner schließen sich für gemeinsame Arbeit im Bürgerhaus zusammen / Bürgermeister nimmt Tonstudio in Betrieb

Ein Zentrum für mehr Medienkompetenz

Filme drehen, Hörfunkbeiträge entwickeln, Workshops über Facebook oder digitale Bildbearbeitung besuchen: Das neue Medienkompetenzzentrum soll Nordbremer aller Altersgruppen ins Bürgerhaus locken.
17.11.2014, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Alexander Bösch

Filme drehen, Hörfunkbeiträge entwickeln, Workshops über Facebook oder digitale Bildbearbeitung besuchen: Das neue Medienkompetenzzentrum soll Nordbremer aller Altersgruppen ins Bürgerhaus locken.

Mit dem sperrigen Begriff „Medienkompetenzzentrum” waren nicht alle Redner glücklich, mit der Zielsetzung des ambitionierten Projektes schon. Unter dem Namen „Bürgerhaus.medial” sollen fortan vier Kooperationspartner Nordbremern sämtlicher Altersschichten den Zugang zu klassischen und neuen Medien ermöglichen.

Zur Einweihung begrüßten Heike Gronholz vom Bürgerhaus und Malte Prieser vom Kulturbüro Nord neben Bürgermeister Jens Böhrnsen und Ortsamtsleiter Heiko Dornstedt Vertreter der Institutionen und Gruppierungen, die fortan die Zusammenarbeit bestreiten sollen.

Zu den Partnern, die für geballte Medienkompetenz sorgen sollen, gehören neben dem Bürgerhaus selbst die Bremische Landesmedienanstalt (brema) samt Radio Weser TV, das Erste Lesumer Fernsehen (ELF) und das Zentrum für Medien des Landesinstituts für Schule (LIS). Geplant ist auch eine Zusammenarbeit mit der Volkshochschule und der Stadtbücherei.

„Der Medienbereich ist schon Teil des Hauses und nicht mehr wegzudenken”, freute sich Heike Gronholz mit Blick auf die bereits seit dem Sommer bestehenden Angebote. Im Mittelpunkt der neuen Angebote sollte nicht nur die Medienrezeption stehen – also das „Aufnehmen und Genießen” – sondern auch die Gelegenheit, sich im Austausch mit anderen Besuchern Medien aller Art – von Hörspiel und Film bis zur digitalen Bildbearbeitung – zu nutzen. Räumlich seien die Kapazitäten des Hauses überschaubar, durch die Vielfalt der eigenständigen Partner könnten jedoch bestehende Formate mit Leben gefüllt und sogar neue mediale Formate erstellt werden. „Wo die Kompetenz des einen aufhört, soll die des anderen beginnen”, umriss Gronholz das Konzept.

Partner stellen sich vor

In einer Talkrunde wollte Malte Prieser wissen, worin genau diese Kompetenzen der einzelnen Partner liegen. Rainer Ballnus skizzierte die Aufgaben des Landesinstituts für Schule, das sich unter anderem um die Fortbildung von Lehrern kümmert. Wie müssen Schulen medial ausgerüstet sein? Wie soll die Medienkompetenz eingesetzt werden? Dies seien wesentliche Fragestellungen des LIS. Als künftige Projekte könne er sich einen Facebook-Workshop für Jung und Alt vorstellen, aber auch ein Seminar über Gefahren des Cybermobbings oder einen Workshop rund um die digitale Fotografie.

Gerd Ukena erläuterte die Funktion der Bremischen Landesmedienanstalt (brema), die für sämtliche in Bremen ansässige Anbieter zuständig sei und überdies Trägerin des Bürgenrundfunks Bremen ist. 2012 wurde der brema zudem die Aufgabe der Medienkompetenzförderung zugewiesen. Seitdem bietet sie Veranstaltungen wie das Sprachförderungsseminar „Eene meene Mikrofon” an.

Rein ehrenamtlich aufgebaut ist die Arbeit des Ersten Lesumer Fernsehens, wie Birte Langhorst vom ELF betonte. Gemeinsam mit Jugendlichen realisiert ELF vor allem Filme, castet Darsteller, fährt zu Filmfahrten. Kostproben wurden am Abend gezeigt. Dank der neuen Koordinatorin Nursel Aslan gebe es fortan eine dauerhafte Ansprechpartnerin im Bürgerhaus.

Jens Böhrnsen, der das neue Hörfunkstudio einweihte, freute sich, dass das umgebaute Bürgerhaus nach Investitionen von rund acht Millionen Euro einmal mehr als wichtiges Kulturzentrum wahrgenommen werde. Als jemand, der noch mit Büchern, Schallplatten und einem aus drei Programmen bestehenden TV-Angebot aufgewachsen sei, wisse er von der Wichtigkeit, sich mit den Chancen, aber auch den Gefahren durch neue Medien auseinanderzusetzen.

Auch Ortsamtsleiter Heiko Dornstedt begrüßte die strukturelle Neukonzipierung als Chance, den Stellenwert des Bürgerhauses zu erweitern. Der Beirat habe sich stets dafür eingesetzt, die am Sedanplatz begonnene Arbeit fortzusetzen.

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