Eine Kulisse wie bei Alice im Wunderland

Bloß nicht der Spinne in die Beine laufen! Beim Lichtertreiben im Milchquartier waren auch die Krabbeltiere ein paar Nummern größer als gewöhnlich, aber dafür völlig ungiftig und im Dustern gut zu erkennen. Einmal mehr haben die Macherinnen und Macher des Bremer Karnevals die Gassen im Ostertor in eine Kulisse verwandelt, in der sich Alice aus dem Wunderland zu Hause gefühlt hätte.
21.02.2017, 00:00
Lesedauer: 1 Min
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Eine Kulisse wie bei Alice im Wunderland
Von Monika Felsing

Bloß nicht der Spinne in die Beine laufen! Beim Lichtertreiben im Milchquartier waren auch die Krabbeltiere ein paar Nummern größer als gewöhnlich, aber dafür völlig ungiftig und im Dustern gut zu erkennen. Einmal mehr haben die Macherinnen und Macher des Bremer Karnevals die Gassen im Ostertor in eine Kulisse verwandelt, in der sich Alice aus dem Wunderland zu Hause gefühlt hätte. Und manches besonders aufwendige Kostüm erinnerte an die schönsten Zeiten von Madame Lothàr.

Zwei Touristen aus Bad Neuenahr staunten nicht schlecht, wozu Norddeutsche im Karneval fähig sind. Das Geschiebe im Nieselregen nahmen die beiden dafür gerne in Kauf. Wer es bequem haben wollte, suchte sich am Paulskloster oder am Ostertorsteinweg einen strategisch guten Stehplatz in der Nähe eines Getränkestandes. Alle kamen hier einmal vorbei: die Spinne, der Oktopus und die Krabbe, aber auch Königinnen samt Gefolge. Noch war es ein bisschen hin bis zum Einheizen. In das Schweigen der Sambatrommeln mischten sich hier und da Akkordeon und Klarinette, sonst aber versank das Milchquartier im Dunkeln. Die Straßenlaternen waren kunstvoll verhängt. Einige wenige Anwohner hatten auch diesmal wieder Laternen in ihre Vorgärten gestellt, manche Zuschauer sich selbst mit Lichterketten behängt und wandelten als Weihnachtsbäume zwischen Fabelwesen.

Eine durfte am ersten Abend nicht fehlen, auch wenn sie noch keinen großen Auftritt hatte: Janine Jaeggi von Stelzen Art lotste einige der Stelzenläuferinnen und Stelzenläufer übers Kopfsteinpflaster, durch die Menge und über Bordsteinkanten. Barrieren sind für den Bremer Karneval auch bei Dunkelheit kein echtes Hindernis. Am nächsten Tag bildete sich gegen Mittag das nächste Spalier im Ostertor. Kleine Vampire und Ritter, ein Rosenstock, ein Einhorn, ein weißer Hase und ein Daniel-Cohn-Bendit-Double hielten Ausschau nach dem, was da aus der Altstadt kommen würde. Geduld war gefragt, denn das Schauspiel auf dem Marktplatz hatte länger gedauert, als manche erwartet hatten. Trommelgruppen am Wagenfeld-Haus und kurz vor der Sielwallkreuzung aber ließen keinen Zweifel daran: Der Bremer Karneval kehrt dahin zurück, wo er gemacht wird. Ins Ostertor.

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