Hans W. Geißendörfer präsentierte seinen neuen Film im Cinema Ostertor Eine Liebe auf Entzug

Ostertor. "Er ist ein Melodram und ein Liebesfilm und er kommt mit einer Menge Herzblut daher. Und er verlangt vom Publikum die Bereitschaft, sich auf ihn einzulassen", sagt der Autor, Regisseur, Produzent und Vater der "Lindenstraße", Hans W. Geißendörfer über seinen neuen Film "In der Welt habt Ihr Angst". Im Cinema Ostertor hat er den Film vor seinem offiziellen Filmstart vorgestellt.
07.03.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Bastienne Ehl

Ostertor. "Er ist ein Melodram und ein Liebesfilm und er kommt mit einer Menge Herzblut daher. Und er verlangt vom Publikum die Bereitschaft, sich auf ihn einzulassen", sagt der Autor, Regisseur, Produzent und Vater der "Lindenstraße", Hans W. Geißendörfer über seinen neuen Film "In der Welt habt Ihr Angst". Im Cinema Ostertor hat er den Film vor seinem offiziellen Filmstart vorgestellt.

"Er ist ohne Thema entstanden, sondern aus Liebe zu Uli Mühe", sagt Geißendörfer. Zusammen mit dem Schauspieler, der unter anderem in "Das Leben der Anderen" mitgespielt hat, drehte er 2004 in Lappland sein Filmdrama "Schneeland". "Es war Winter, es war kalt und das einzige Hotel in dem stillen kleinen Dorf war geschlossen", sagt der 69-Jährige. Das Filmteam durfte zwar in dem Hotel wohnen, musste aber selbst heizen und sich selbst verpflegen. "Wir gingen viel spazieren und tranken abends in der ungeheizten Hotelbar unseren unterkühlten Rotwein."

In dieser Bar entstand die Idee, Ulrich Mühe und dessen Tochter Anna Maria Mühe gemeinsam vor die Kamera zu holen. Während der Arbeit an "Schneeland" hat Geißendörfer bereits eine erste Skizze zu "In der Welt habt Ihr Angst" geschrieben. Im Juli 2007 ist Ulrich Mühe gestorben. Den Film hat Geißendörfer trotzdem gemacht. Mit Anna Maria Mühe als Eva in der Hauptrolle. Die Rolle des Vaters hat er anders angelegt als ursprünglich geplant.

Für den Film waren 36 Drehtage geplant, doch dann musste alles in 26 Tagen im Kasten sein. "Es wurde eng mit der Finanzierung, da wir keinerlei Förderung bekommen haben", sagt Geißendörfer. Alle Fördergremien hätten ihn abgelehnt. Das Thema sei vielen zu sperrig gewesen, vermutet er. "Ein Gremium gab uns die Chance, den Film nochmal einzureichen. Sie rieten uns, aus den Junkies Alkoholabhängige zu machen, dann hätten wir größere Chancen." Das habe er nicht gemacht und den Film stattdessen selbst produziert. "Deshalb hat er meiner Firma reichlich Schulden eingebracht. Also, wenn er Ihnen gefällt, empfehlen Sie ihn weiter."

Der Film spielt in Bamberg, einer Idylle, in der die Heroinabhängigen Eva (Anna Maria Mühe) und Jo (Max von Thun) wie Fremdkörper erscheinen. Als Eva erfährt, dass sie schwanger ist, entscheiden sie sich für einen kalten Entzug. Von diesem Moment an nimmt vor allem Eva all ihre ganze Kraft zusammen, weil sie wieder zurück will in ein suchtloses, normales Leben Doch dafür brauchen die beiden Geld. Evas Vater, der konservative Kantor Johannes Baumann (Hanns Zischler), verweigert seine finanzielle Unterstützung. Eva und Jo überfallen einen Buchhändler, in Panik erschlägt Eva den Mann, Jo wird gefasst und landet im Gefängnis. Eva nimm den Altphilologen Paul Krämer (Axel Prahl) als Geisel, um Jo aus dem Gefängnis zu befreien und mit ihm abzuhauen. Langsam entwickelt Paul Sympathie für Eva und unterstützt sie bei ihrem Plan. Doch die Polizei ist Eva bereits auf der Spur.

"In der Welt habt Ihr Angst" im Cinema Ostertor, Ostertorsteinweg 105, Kartenvorbestellung unter 70 09 14. Weitere Infos im Internet unter www.cinema-ostertor.de. Mehr zum Film unter www.geissendoerfer-film.de.

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