Nordländer planen Koordinierungsstelle Eine Lösung fürs Platt-Institut

Nach einer sogenannten Geberländerbesprechung zeigt sich, dass das Institut für niederdeutsche Sprache vielleicht bald Keimzelle für eine "Koordinationsstelle für die Pflege der niederdeutschen Sprache" wird.
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Eine Lösung fürs Platt-Institut
Von Jürgen Theiner

Nach einer sogenannten Geberländerbesprechung zeigt sich, dass das Institut für niederdeutsche Sprache vielleicht bald Keimzelle für eine "Koordinationsstelle für die Pflege der niederdeutschen Sprache" wird.

Das Institut für niederdeutsche Sprache (INS) ist in der bisherigen Form Ende 2017 Geschichte, wird aber möglicherweise Keimzelle einer neuen Einrichtung. Diese Perspektive zeichnet sich nach einer sogenannten Geberländerbesprechung ab, an der Vertreter Schleswig-Holsteins, Niedersachsens, Hamburgs und Bremens teilgenommen haben. Die vier Nordländer bringen bisher die öffentliche Förderung in Höhe von 272.000 Euro auf, ohne die das INS nicht lebensfähig ist.

Auf der Konferenz wurde nun vereinbart, eine von den Ländern gemeinsam getragene „Koordinierungsstelle für die Pflege der niederdeutschen Sprache“ im Sinne der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen aufzubauen.

Die Sprecherin der Bremer Kulturbehörde, Alexandra Albrecht, bestätigte entsprechende Informationen des WESER-KURIER. Demnach soll Bremen als Sitz einer solchen Einrichtung beibehalten werden. Die vier Küstenländer streben auch eine Beteiligung des Bundes an.

Bibliotheksarbeit soll fortgeführt werden

In welcher Form die Kompetenzen des INS – und nicht zuletzt auch seine sechs Voll- und Teilzeitstellen – in die Koordinierungsstelle eingebracht werden können, ist die zentrale Frage. Allerdings gibt es dazu bisher offenbar noch keine konkreten Vorstellungen. „Wir sind aber unter anderem daran interessiert, dass die Bibliotheksarbeit des INS fortgeführt werden kann“, sagte Albrecht.

Das INS ist Eigentümerin einer umfangreichen Bibliothek in den Institutsräumen im Schnoor. Die konzeptionellen Grundlagen und das Aufgabenprofil für die künftige Einrichtung sollen zwischen den beteiligten Ländern in der ersten Jahreshälfte 2017 verhandelt und mit dem Bund beraten werden. Der Senat ist bereit, seinen bisherigen Finanzierungsanteil am INS von 80.000 Euro pro Jahr auch der geplanten Koordinierungsstelle zu zahlen.

Er wird allerdings voraussichtlich an diesem Dienstag das aus dem Jahr 1979 stammende Abkommen über die gemeinsame Finanzierung des Instituts für niederdeutsche Sprache fristgemäß mit Wirkung zum Jahreswechsel 2017/18 kündigen. Andernfalls könnte Bremen bei dem bereits angekündigten Rückzug der drei Partnerländer aus dem INS auf der gesamten öffentlichen Finanzierung sitzen bleiben.

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