Planungen können beginnen / Abschiedsfest für altes Spielhaus

Eine „Muster-Kita“ an der Corveystraße

Regensburger Straße. Die Senatorin für Kinder und Bildung kann die Planung für den Kita-Neubau an der Corveystraße in Auftrag geben. Der Findorffer Bildungsausschuss stimmte dem Vorhaben mit einem einstimmigen Votum zu.
03.12.2015, 00:00
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Von Anke Velten

Die Senatorin für Kinder und Bildung kann die Planung für den Kita-Neubau an der Corveystraße in Auftrag geben. Der Findorffer Bildungsausschuss stimmte dem Vorhaben mit einem einstimmigen Votum zu. Ressortvertreter Peter Dick hat im Rahmen der öffentlichen Ausschusssitzung erste Grundrissskizzen für den Bau einer zweigeschossigen Kindertagesstätte präsentiert, die voraussichtlich zum Sommer 2018 auf dem Spielplatz stehen soll.

Am Sonnabend, 5. Dezember, können alle großen und kleinen Findorffer, die persönliche Erinnerungen damit verbinden, Abschied vom alten, gelben Spielhaus nehmen.

Die Behörde hatte kürzlich umdisponiert: Statt eines eingeschossigen Gebäudes, in dem drei Kindergruppen betreut werden können, befürworten die städtischen Planer nun eine barrierefreie zweigeschossige Einrichtung für vier Gruppen. Und wenn es die Findorffer und Findorfferinnen wünschen, könnten es sogar fünf werden.

Auf einem rund 665 Quadratmeter großen Grundstück im hinteren Bereich des Spielplatz Corveystraße soll ein zweigeschossiger Kubus in Passivhausbauweise errichtet werden. Auf den beiden Etagen werden je zwei Gruppenräume von circa 40 Quadratmetern mit jeweils eigenen Differenzierungs- oder Ruheräumen, Funktions- und Sanitärbereichen entstehen. Dazu gehört außerdem ein baulich getrennter eingeschossiger Versorgungstrakt, der Raum für Küche und Verwaltung geben soll.

Der Neubau ist ein Wunsch im Stadtteil, seit sich 2010 abzeichnete, dass das alte Spielhaus baulich nicht mehr zu retten ist. Die Dimension des Projekts war für die Findorffer und Findorfferinnen zunächst gewöhnungsbedürftig: Dass dafür eine solch große Spielplatzfläche geopfert werden muss, hatte im Juli dieses Jahres für Ernüchterung gesorgt.

In die neue Kita sollen die „Flitzmäuse“ und die „Kieselknirpse“ einziehen, die vor drei Jahren aus dem baufälligen Spielhaus in das benachbarte ehemalige Horthaus an der Augsburger Straße ausgelagert wurden.

Ein Raum ist für die „Findorffer Zwerge“ gedacht, die nach der Kündigung ihrer Räume an der Neukirchstraße in der Osterfeuerberger Theodorstraße eine Bleibe gefunden haben. Den vierten Raum könnte Dick zufolge die Spielplatzinitiative Corveystraße nutzen. Als Träger der Einrichtung könne ein gemeinsamer Verein fungieren, zu dem sich die beiden Elternvereine und idealerweise auch die Spielplatzinitiative zusammenschließen könnten, schlug Dick vor.

Denkbar sei auch ein fünfter Gruppenraum, der, so Dick, ohne größeren Aufwand auf dem aufgestockten Versorgungstrakt entstehen könnte. Ein weiteres Gruppenangebot für Kinder unter drei Jahren wäre durchaus im Sinne der Elternvereine, bestätigte Sonja Großewinkelmann vom Verein „Flitzmäuse“. Prognostiziert ist, dass in Findorff künftig zusätzliche Betreuungsangebote notwendig sein werden. Für den Neubau weiterer Einrichtungen prüft die Behörde zurzeit die Spielplätze an der Halberstadter- und an der Nürnberger Straße – der Stadtteilkurier berichtete.

Für die Stadt könnte die Findorffer Modul-Kita in Holzrahmenbauweise zum Musterprojekt für eine „serielle Produktion“ werden, erläuterte der Behördenvertreter außerdem. Die Baustellenzufahrt soll über die Augsburger Straße erfolgen. Dort soll später auch der Zugang zum Kita-Haupteingang sein. Der Findorffer Bildungsausschuss machte mit seinem einstimmigen Votum nun den Weg frei die konkrete Planung. Bei den ersten

Am Sonnabend, 5. Dezember, ab 16 Uhr, wollen Spielplatzinitiative und Elternvereine von der Corveystraße ein Abschiedsfest für ihr altes Spielhaus feiern. Die Einladung geht an „alle Findorfferinnen und Findorffer, deren Herz am Spielplatz Corvey-

straße hängt.“ Das Gelände soll mit Laternen geschmückt werden, es wird Würstchen und Glühwein geben.

Am darauf folgenden Montag, 7. Dezember, muss das alte Spielhaus nach 43 Jahren endgültig geräumt werden, denn das Gebäude soll in absehbarer Zeit abgerissen werden. Damit gehe „ein Stück Stadtteilgeschichte zu Ende“, so Initativenvertreterin Anke Bittkau.

Die Vereinschronik besagt, dass engagierte Eltern und Anwohner im Jahr 1972 die Spielplatzinitiative gegründet hatten, um das Gelände vor der Bebauung zu bewahren. Die Initiative teilte sich das ehemalige Gebäude der Bremer Stadtgärtner mit zwei Elternvereinen.

Anders als die Kindergruppen werden die ehrenamtlichen Spielplatzbetreuer nun heimatlos. „Wie werden den ganzen Winter über keinen Spielplatzbetrieb machen können“, so Bittkau. Erst im April 2016 soll der Container mit Küche und Toiletten eintreffen, der von der Sozialbehörde versprochen ist.

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