Kommentar über die Entscheidung in Leipzig

Eine neue Erfahrung für den König Fußball

Bremen hat vor dem Bundesverwaltungsgericht gegen die Deutsche Fußball Liga gewonnen. Ein wichtiges Signal, auch über den eigentlichen Rechtsstreit hinaus, findet Redakteur Ralf Michel.
29.03.2019, 19:32
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Eine neue Erfahrung für den König Fußball
Von Ralf Michel
Eine neue Erfahrung für den König Fußball

DFL-Präsident Reinhard Rauball (l) und Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD), unterhalten sich vor der Urteilsverkündung im Streit um die Übernahme von Polizeikosten bei Fußballspielen.

Jan Woitas /dpa

Man sollte erkennen, wenn man verloren hat. Für die Deutsche Fußball Liga war dieser Zeitpunkt am Freitag vor dem Bundesverwaltungsgericht erreicht. Spätestens. Denn im Grunde war es schon die dritte Schlappe in Folge. Drei Instanzen haben sich inzwischen mit den von Bremen erhobenen Gebühren für zusätzliche Polizeikräfte bei Hochrisikospielen befasst. Und die DFL hat, wenn denn überhaupt, nur bei Nebenthemen gepunktet.

Deshalb hätten die DFL und Werder auf die Niederlage in Leipzig vorbereitet sein müssen. Hätten entsprechende Erklärungen parat haben können, in denen sie die Niederlage ohne Wenn und Aber eingestehen, dem Gegner gratulieren und eventuell sogar einen Vorschlag präsentieren, wie es einvernehmlich weitergehen könnte. Wer weiß, am Ende wären sie sogar gelobt worden. Als fairer Verlierer. Die soll es ja geben im Sport.

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Doch Reinhard Rauball zündelte lieber unverdrossen weiter. Betonte die Uneinigkeit der Innenminister und versuchte auf diese Weise, weiter Keile zwischen die Bundesländer zu treiben. Auch von Werder-Präsident Hubertus Hess-Grunewald kam leider nicht mehr, als ein eher kümmerlicher Versuch, die eindeutige Entscheidung der Leipziger Richter irgendwie noch zu verwässern.

Hier offenbart sich, was falsch läuft im deutschen Fußball. Dessen Spitzenfunktionäre haben das Verlieren verlernt. Sie sind es gewohnt, sich durchzusetzen. Sie sagen, wo es langgeht. Von diesem Sockel haben die Leipziger Richter König Fußball geholt. Schon allein das macht ihre Entscheidung so überaus sympathisch.

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