Weser-Kurier-Aktionstage bei Karstadt: Redakteure berichten aus ihrem Alltag / Autogrammstunde mit Werder-Spielern Wagner und Mielitz Eine Redaktion stellt sich ihren Lesern

Bremen. Am Ende war es dann doch wieder der Fußball. So ist das eben in einer Stadt wie Bremen, ohne Werder geht hier nicht viel. Als gestern Abend in der Gläsernen Redaktion des WESER-KURIER die Werder-Berichterstattung Thema war und dann auch noch die beiden Fußballprofis Sandro Wagner und Sebastian Mielitz Autogrammkarten signierten, war es voll im dritten Stock des Karstadt-Warenhauses. Dort hat unsere Zeitung auch heute und morgen ein interessantes Veranstaltungsprogramm organisiert.
29.03.2011, 05:00
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Von WESER-KURIER

Bremen. Am Ende war es dann doch wieder der Fußball. So ist das eben in einer Stadt wie Bremen, ohne Werder geht hier nicht viel. Als gestern Abend in der Gläsernen Redaktion des WESER-KURIER die Werder-Berichterstattung Thema war und dann auch noch die beiden Fußballprofis Sandro Wagner und Sebastian Mielitz Autogrammkarten signierten, war es voll im dritten Stock des Karstadt-Warenhauses. Dort hat unsere Zeitung auch heute und morgen ein interessantes Veranstaltungsprogramm organisiert.

Eines der Themen des gestrigen Tages war die Wahl, beziehungsweise das neue Wahlrecht in Bremen - schwere Kost, denn das Wahlrecht hat es in sich, wie Anne Vollmer und Patric Hehemann auf der WESER-KURIER-Bühne erklärten. Die Studenten - sie Kulturwissenschaften, er Politik - sind im Moment im Auftrag des Statistischen Landesamtes unterwegs, um den Bremern die neuen Möglichkeiten zu erklären.

Fünf Stimmen sind zu verteilen

Bisher hatte jeder Wähler bei einer Landtagswahl eine Stimme, mit der er die Liste einer Partei wählen konnte. Die Volksinitiative "Mehr Demokratie - Ein neues Wahlrecht für Bremen" hat jedoch in einem Volksbegehren ein neues und vor allem stark personalisiertes Wahlsystem durchgesetzt, bei dem sowohl die Partei-Listen als auch einzelne Kandidaten direkt gewählt werden können. "Sie können jetzt sogar Koalitionen wählen, wenn sie ihre Stimmen auf zwei Parteien aufteilen", erklärte Hehemann gestern Mittag. Klingt kompliziert, "ist aber ganz einfach", sagte er, "denn im Grunde muss man nur bis fünf zählen können". Diese Einschätzung des Politikstudenten deckte sich allerdings nicht unbedingt mit der seiner Zuhörer.

"Ach, ist das alles kompliziert geworden", beklagte sich eine ältere Dame bei ihrem Nebenmann. Fünf Stimmen, sagte sie, so viele, "und am Ende versteht kaum noch jemand, wie diese Stimmen zwischen den Parteien und den Einzelkandidaten aufgeteilt werden". Deswegen sei sie gekommen, um sich zu informieren, wie das alles funktionieren soll. Und sie war längst nicht die Einzige mit Fragen: "Was passiert, wenn ich einem Kandidaten fünf Stimmen gebe, der aber nicht ins Parlament kommt. Fallen meine Stimmen dann weg?", wollte eine Zuhörerin wissen. "Nein, erklärte Hehemann. "Diese Stimmen werden für die Partei gezählt." Ob er die neue Wahl einmal zu Hause am Küchentisch üben kann, wollte ein älterer Herr wissen. "Sobald die Listen feststehen, bekommen Sie die Unterlagen nach Hause geschickt", erklärte Anne Vollmer. "Dann können Sie sich mit dem Stimmzettel vertraut machen."

Viele Leserinnen und Leser nutzten gestern die Chance, sich einmal anders mit ihrer Zeitung und mit den Themen der Stadt zu beschäftigen. Der Tag begann mit der Pflege der niederdeutschen Sprache und der Frage "Sprechen Sie Bremisch?", die unser Verlag als Titel für die jüngste Buchveröffentlichung aus dem Hause WESER-KURIER gewählt hat. Ideen für Themen, die sich unsere Leser sonst noch als Serien und Bücher von ihrer Zeitung wünschen, hat unser Fachmann Jürgen Beermann gesammelt. Wissenschaftsredakteur Jürgen Wendler berichtete von der Kunst, schwierige Zusammenhänge möglichst einfach zu erklären, Ben Binkle stellte unser Sportangebot auf www.weser-kurier.de vor. Und schließlich stellte sich unser Sportchef Marc Hagedorn den Leserfragen zu der Berichterstattung über Werder und das übrige Sportgeschehen der Stadt, in der es "Sportarten außer Fußball natürlich etwas schwer haben", räumte Hagedorn ein, der selbst ein großer Basketball-Fan ist.

Werder ist das bestimmende Sport-Thema in dieser Stadt. Das zeigte sich gestern auch an der Resonanz der Zuhörer, und das spiegelt sich immer wieder auch in den Reaktionen der Leser wider, die sich intensiv mit dem Verein beschäftigen. Dies habe sich bei der WESER-KURIER-Aktion "Leser fragen Klaus Allofs" gezeigt, erzählte Hagedorn. "Wir haben mehr als 1000 Zuschriften bekommen, einige fünf und mehr Seiten lang, darunter teilweise dezidierte Analysen der Mannschaft."

Es ging natürlich an diesem Abend auch um die aktuelle Situation des Vereins, um den Kampf gegen den Abstieg, um die Werder-Krise, in der es für Journalisten "auf der einen Seite leicht ist, weil es viele Themen gibt", sagte der Sportchef. "Auf der anderen Seite ist die Lust der Spieler, nach dem Training mit uns zu reden, in einer solchen Situation nicht immer groß."

Wagner: Gut, das Pizarro zurück ist

Gestern wollten sie reden - zumindest Sandro Wagner und Sebastian Mielitz, die am Abend zur Autogrammstunde in die Gläserne Redaktion kamen. Sie erzählten von der aktuell guten Stimmung im Team, "das sich gefunden hat", und deswegen auf dem Platz auch wieder besser ist, wie Sandro Wagner kommentierte. Gut auch, so der Kicker, dass der lange verletzte Claudio Pizarro zurück ist: In Freiburg schoss der Stürmer das wichtige 2:1, beim 1:1 gegen Gladbach bereitete er das Tor von Sandro Wagner vor. Und zu seiner Rolle in der Mannschaft gefragt, antwortete Werders Ersatz-Keeper Sebastian Mielitz: "Ich bin fit. Wenn ich gebraucht werde, bin ich da."

Heute beginnt das Programm in der Gläsernen Redaktion um 11 Uhr, wenn unsere Polizeireporterin Rose Gerdts-Schiffler auf den Polizeisprecher Dirk Siemering trifft. Anschließend werden Gesundheitsredakteurin Sabine Doll, der Ressortleiter für Politik, Joerg Helge Wagner, und Kulturchef Dr. Hendrik Werner von ihrer Arbeit berichten. Um 17 Uhr wird dann unser Kolumnist Sören Sieg aus seinem erfolgreichen Buch "Schönen Sonntag" lesen.

Ein Video und eine Fotostrecke finden Sie unter www.weser-kurier.de/bremen

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